Anmelden
Archiv
«Die Ausstrahlung der stillen Motive» – aus dem Schaffen von Werner Gfeller
Rüegsauschachen: Der Emmentaler Maler Werner Gfeller wird mit einer Ausstellung geehrt. Der Sohn des Dichters Simon Gfeller bevorzugte bei seinem Schaffen stille Motive.
Gezeigt werden in der Bilderbörse Gallery in Rüegsauschachen eine

grössere Anzahl Werke aus einer privaten Sammlung. Die Bilder stammen aus dem Nachlass eines früheren Malschülers und Freundes von Werner Gfeller, der vor einem Jahr verstorben ist. Seine Familie hat sich entschlossen, die Arbeiten der Öffentlichkeit zugänglich zu machen und zum Kauf anzubieten. Werner Gfeller hatte zeitlebens einen regen Briefwechsel mit verschiedenen Personen gepflegt. Auch darüber erfährt man an der Ausstellung Interessantes und wähnt sich schon mal in einer Geschichte von Gotthelf oder von Gfellers Vater.

Maler statt Lehrer

Werner Gfeller wurde 1895 im alten Thalschulhaus Trachselwald geboren. Nach seiner Schulzeit in Lützelflüh und Sumiswald besuchte er das Lehrerseminar Hofwil und erlangte – wie Vater und Mutter – das Lehrer-Patent. Bald schon musste er aber feststellen, dass die Schulmeisterei nicht seine Lebensaufgabe sein würde. So besuchte er für einige Semester die Kunstgewerbeschule Basel und wurde Kunstmaler. Auf Reisen und während Auslandaufenthalten, öfters mit seinem späteren Schwager Werner Neuhaus, erweiterte der junge Künstler seinen Horizont. Während der Zeit an der Kunstgewerbeschule lernte er die Baslerin Emma Grütter kennen und lieben. Das Paar heiratete 1928 und bezog zwei Jahre später ein eigenes Heim im Meienacker oberhalb Grünenmatt. Dort entstand für die nächsten 55 Jahre Werner Gfellers künstlerische Heimat.

28 Jahre nach seinem Tod

Auf den Tag genau 28 Jahre nach dem Tod von Werner Gfeller, am 7. April 1985 in Hasle-Rüegsau, wurde die Ausstellung gleichenorts mit einer feierlichen Vernissage eröffnet. «Die Ausstrahlung der stillen Motive», so der Titel, zeigt einen Querschnitt durch sein reiches Schaffen. Das Malen spielte im Leben von Werner Gfeller stets eine zentrale Rolle. Im Brief an ein befreundetes Paar schreibt er: «Ihr Lieben, ich muss euch geschwind melden, dass ich am Samstag nicht kommen kann. Es ist mir ein Schlüsseliblüemli über den Weg gelaufen – das wird mich die nächsten zehn Tage nicht aus dem Lätsch schlüüfen lassen.»

Werner Gfeller hat seine Bilder meistens selber gerahmt, auch dazu vermittelt die Ausstellung, die noch bis zum 12. Mai geöffnet ist, vielerlei Wissenswertes. Wer sich noch ausführlicher mit Werner Gfeller beschäftigen möchte, sei auch das Buch «Werner Gfeller – Leben und Werk eines Emmentaler Malers» empfohlen. Das Kunst-Lesebuch von Fritz Stöckli ist im Benteli-Verlag Bern erschienen.

Ausstellung Werner Gfeller in der Bilderbörse Gallery, Alpenstrasse 8-10, Rüegsauschachen, bis 12. Mai. Öffnungszeiten: Do-Fr 14-17 Uhr; Sa 10-12 und 13-16 Uhr; So 14-17 Uhr. www.bildergallery.ch.
11.04.2013 :: Christian Thomi
Wochen-Zeitung
Brennerstrasse 7
3550 Langnau i. E.
Tel. 034 409 40 01
Fax 034 409 40 09
info@wochen-zeitung.ch
Redaktion: 034 409 40 05
Öffnungszeiten:
Montag - Freitag
07:30 - 12:00 Uhr
13:30 - 17:00 Uhr