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Am Jodlertreffen wurde nicht nur vom Älplerleben gejodelt
Schangnau: Der Jodlerklub Hohgant Schangnau organisierte das 42. Oberemmentalische Jodlertreffen. Auf dem Festgelände bei der Käserei Thal standen nicht nur Jodlerinnen und Jodler im Rampenlicht. Eine echte Emmentaler Alpabfahrt erfreute die Besucher.
Viele Besucher drängten sich um das grosse Festzelt. Gespannt warteten die Anwesenden auf einen der Höhepunkte des diesjährigen Jodlertreffens. «Dr Chüejer chunnt, dr Chüejer chunnt …», tönte es plötzlich durch die Menschenmenge. Begleitet von rhythmischem Treichelschlag und hellem Glockenläuten kam der Küher ins Blickfeld. Angeführt wurde die Alpabfahrt von einem stattlichen Muni, gefolgt von den treichel- und glockentragenden Kühen und dem Jungvieh. Den Abschluss bildete ein Pferdefuhrwerk mit dem sogenannten «Zügel», den auf der Alp verwendeten Habseligkeiten.

Wie es sich für eine Alpabfahrt gehört, trugen die Kühe Blumengebinde um die Hörner. Herbstblumen und die in der Ferne verklingenden Treicheltöne liessen für kurze Zeit Wehmut aufkommen. Verstohlen wurden Tränen aus den Augenwinkeln gewischt. So ein Küher vermag immer wieder die Herzen zu berühren.

Gelebte Tradition

Auch in den Jodelliedern wurden das Leben auf der Alp und die damit verbundenen Gefühle beschrieben. Älplerleben und Jodelgesang sind eng miteinander verbunden. Diese Verbundenheit pflegen auch die Jodler in Schangnau. Bei grossen Anlässen der Schangnauer Jodler gehört es deshalb zur Tradition, dass eine echte Alpfahrt das Programm bereichert. Bis es aber jeweils soweit ist, muss einiges getan werden. Das Amt des Kühers übernahm Hansruedi Marti vom Hof Widem zusammen mit seinen Söhnen Daniel und Fritz. Unterstützt wurden sie von ihren Familien und Freunden. Denn die 50 Stück Simmentaler-Fleckvieh mussten gewaschen und geschoren werden. Blumenschmuck wurde hergestellt und die Glocken auf Hochglanz poliert. Damit sich die Kühe an die ungewohnte Umgebung gewöhnen konnten, wurde der Gang durch das Festzelt geprobt. Verbunden mit der Rückkehr von der Alp wurde die Alpabfahrt mit einem Marsch durchs Festgelände erweitert. Sowohl der Probelauf, als auch der Auftritt verlief ohne Probleme.

Das Jodlertreffen

Dass das Jodlertreffen ein Anlass für Alt und Jung ist, zeigte sich am Sonntag. Angelockt vom Küher fanden sich schon früh viele Familien mit Kinder und Jodlerfreunde ein. Nach dem Spektakel mit dem Vieh wurde im Festzelt vielfältige Jodlerkost geboten. Durch das Programm führten fünf Trachtenmädchen. Sie erfreuten das Publikum mit ihren frischen und natürlichen Ansagen. Zwischenzeitlich ging der Jodelgesang fast im Lärm des Festbetriebes unter. Mit einem kräftigen «Scht..» via Mikrofon wurde für eine ruhigere Atmosphäre gesorgt. Zum Abschluss ertönte im Gesamtchor das Lied «Chüejerläbe» von Adolf Stähli. So fand ein rundum gelungener Anlass seinen Abschluss.
29.09.2011 :: Annarös Bärtschi
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