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Campus Signau 2024: «Bauen, was notwendig und finanzierbar ist»
Campus Signau 2024: «Bauen, was notwendig und finanzierbar ist» Signau:

Ein Masterplan zeigt auf, wie die Infrastruktur des Campus Signau für die Schule optimiert werden kann. Dies gab an der Informationsveranstaltung zu reden.



Rund 130 Personen liessen sich am Montagabend im gut gefüllten Singsaal des Sekundarschulhauses Signau informieren, wie die Planungsgruppe und der Gemeinderat die Infrastruktur der Schule an einem zentralen Schulort im Dorf Signau optimieren möchte. Bauliche Massnahmen sind nötig aufgrund des neuen Schulreglements, das die Gemeindeversammlung im November 2017 genehmigt hatte. Dieses sieht unter anderem vor, die Aussenschulhäuser zu veräussern und die Schule im Dorf Signau zu zentralisieren.

Arno Jutzi, Gemeindepräsident, hielt einleitend fest, dass es an diesem Informationsabend nicht um Schülertransporte oder den Mittagstisch gehen würde. «Am Schluss der Veranstaltung muss allen klar sein, wie die Entwicklung der Schulraumplanung Campus Signau aussieht und welche Kosten dabei anfallen», betonte er. 

Anpassungen sind nötig

Für den Gemeinderat ist laut Arno Jutzi klar, dass es bei der Anpassung des Schulraumangebotes in Signau (siehe Kasten) nicht nur um die Integration der Aussenstandorte geht. «Bei der Schulanlage Signau gibt es ohnehin baulichen Nachholbedarf. Auch die Unterrichtsformen haben geändert», sagte er. Bedürfnisse hätten zudem auch die Gemeinde und die Vereine angemeldet. Signau rechnet mit rund 300 Schülerinnen und Schülern sowie mit 40 Kindergärtelern. Die Planung beinhalte noch kleine Reserven und sehe insgesamt 19 Klassenzimmer vor, führte Andreas Jutzi aus, der im Gemeinderat für das Schulwesen zuständig ist.

Knackpunkt Mehrzweckhalle

Aus Vereinen wurden Wünsche nach einer grösseren Mehrzweckhalle geäussert. «Wir haben diese Anregungen im Gemeinderat diskutiert und Zusatzabklärungen getroffen», so Arno Jutzi. Er erläuterte, dass die vorgesehene einfache Mehrzweckhalle mit einem Grundriss von 16 x 28 Meter rund 3,8 Millionen Franken kosten würde. Eine etwas grössere Halle (20 x 32 Meter) würde 4,95
Millionen und eine Doppelturnhalle sogar 7,4 Millionen Franken kosten. Eine Dreifachturnhalle müsste im Zeughausareal erstellt werden und würde mit rund 10,7 Millionen Franken zu Buche schlagen. 

Aus finanziellen Gründen würden später bei der Detailplanung nur die beiden Varianten für die Mehrzweckhalle geprüft, hielt der Gemeindepräsident fest.

Planungskredit kommt an die Urne

Die im Masterplan ausgewiesenen Kosten betragen 11,7 Millionen Franken. Ein Teil davon kann mit dem Verkaufserlös der Schulanlagen in den Aussenbezirken amortisiert werden. «Am 19. Mai 2019 werden die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger an der Urne über einen Planungskredit von 600’000 Franken abstimmen», blickte Arno Jutzi voraus. Ende 2020 soll über einen Verpflichtungskredit für die erste Bauetappe befunden werden. Diese beinhaltet die Ergänzungsbauten an die bestehenden Schulhäuser sowie die Neubauten für die Tagesstruktur und den Doppelkindergarten. Von 2022 bis 2024 gehe es um die Planung, den Finanzierungsbeschluss und den Bau der Mehrzweckhalle sowie der Aussenanlagen, schloss der Gemeindepräsident seine Ausführungen zum Ablauf des Projektes.

Viele Einzelinteressen

Die lebhafte Diskussion zeigte es: Etliche Anwesende fühlten sich eher
an einem Mitwirkungsanlass als an einer Informationsveranstaltung. Mehr Grün bei der Gestaltung der Umgebung, mehr Parkplätze, weniger Verkehr und Lärm, eine grössere Mehrzweckhalle, massvoller Betrieb der Sportanlagen am Wochenende, Sanierung Sportplatz Gässli, keine Steuererhöhung, und andere Wünsche wurden zum Ausdruck gebracht. Ein Votant fand den vorgestellten Masterplan ein ausgesprochen gutes, realistisches und ausgewogenes Projekt und bat auf Einzelinteressen zu verzichten. Arno Jutzi hielt zum Schluss der Veranstaltung fest: «Wir werden bauen was notwendig und finanzierbar ist. Die Erfüllung aller Wünsche führt erfahrungsgemäss zu hohen Kosten und einem Scheitern des Baukredites an der Urne.»



Ausgewiesener Raumbedarf

Zur Ergänzung der Primar-, Real- und Sekundarstufe sieht der Masterplan den Bau von insgesamt neun Unterrichts- und sechs Gruppenräumen sowie ein Tagesschulraum mit Nebenräumen vor.
Für die Kleinsten sind zwei Kinder-gärten mit Nebenräumen nötig. Eine 16 x 28 Meter messende Sporthalle mit Nebenräumen,
Bühne und Vorzone mit Dach sowie die Aussensportanlagen sollen auch den Vereinen und der Gemeinde zur Verfügung stehen. 

Vier Pausenflächen mit Verbindungsdach als Witterungsschutz und ein öffentlicher Kinderspielplatz runden das Projekt ab.
Die Schulhausstrasse soll baulich beruhigt und 15 zusätzliche Parkplätze erstellt werden.

11.04.2019 :: Walter Marti
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