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Claude Nicollier weiss, wie sich Phips beim Flug durchs Weltall fühlt
Claude Nicollier weiss, wie sich  Phips beim Flug durchs Weltall fühlt Konolfingen:

Zufriedene Kinder, eine glückliche Autorin und gut gelaunte Gäste: Dies ist die Bilanz der Vernissage des zweiten Bandes von «Phips und die Zauberlinse».  

Wenn ein richtiger Astronaut sich im Kirchgemeindehaus Konolfingen mit Alt-Bundesrat Adolf Ogi trifft und «Mr. Glückskette», Roland Jeanneret, die Podiumsgespräche moderiert, ist ein vergnüglicher Abend vorprogrammiert. Am Mittwoch der letzten Woche stand aber der Mond im Zentrum. Und mit ihm Mirjam Gygax, Lehrerin an der Primarschule Freimettigen. Mit ihren Schülern präsentierte die 38-Jährige Ausschnitte aus dem selbst geschriebenen und komponierten Musical «Phips und die Zauberlinse – auf dem Mond». Nach der Uraufführung vom letzten Juli hatte sie mit den Kindern und bekannten Persönlichkeiten wie Nina Reber eine CD aufgenommen. Das Buch dazu wurde von der Bernerin Karin Widmer illustriert. Im Buch finden sich viele Informationen, Experimente und ein Interview mit Claude Nicollier, dem ersten und bisher einzigen Schweizer Astronauten. 

Anruf im Weltall

Der 73-jährige Nicollier war zusammen mit dem zwei Jahre älteren Adolf Ogi Stargast an der Vernissage. Als wäre es gestern gewesen, erinnerten sich die beiden Herren an das historische Gespräch vom 7. August 1992. Damals telefonierte Ogi im Namen des Bundesrates direkt ins Spaceshuttle Atlantis und gratulierte Nicollier zur Mission. Heutzutage benutze sogar die Finanzbranche seinen damaligen Spruch «Freude herrscht!», sagte Ogi an der Vernissage. Und an den Journalisten Jeanneret gewandt fuhr er fort, damals sei es «von deiner Gilde durch den Kakao gezogen worden». 

Auch Claude Nicollier erinnerte sich: «Der Anruf hatte die Stimmung an Bord verbessert.» An diesem Tag sei sonst nicht alles wie erwünscht gelaufen. 

Eine andere Dimension

Claude Nicollier, heute Professor an der ETH Lausanne, schwärmte vom Gefühl, ausserhalb der Erde zu sein. «Ich entdeckte eine ganz andere Dimension.» Auf die Frage des Moderators, ob er auch gerne eine solche Reise unternommen hätte, antwortete Adolf Ogi lakonisch: «Dieses Billett wäre mir zu teuer.» Auch andere Fragen wurden geklärt, beispielsweise, warum es bis heute kein zweiter Schweizer bis ins All geschafft hat. Leider brauche es nur wenige Astronauten weltweit, erwiderte Claude Nicollier, und die Europäische Weltraumorganisation (ESA) habe 22 Mitgliedsstaaten. Dennoch sei die Schweiz eine Weltraumnation, denn sie liefere wichtige Technologie und Komponente für Satelliten und Raketen.

Phips und seine Freunde im Weltall

Mit einer alten Sofortbildkamera, die Phips vor einiger Zeit im Sperrmüll gefunden hatte, wollen die beiden Freunde Phips und Felix wieder eine Zeitreise antreten. Schulkamerad Kevä stösst dazu und die drei gelangen mit Hilfe der Kamera und eines Fotos direkt in die Apollo 11. An der Seite der Astronauten erleben die Freunde den ersten Flug zum Mond hautnah mit. Dabei erfahren sie allerlei rund ums Thema Raumfahrt. Nur mit viel Glück und dem Mechaniker-Talent von Kevä gelingt ihnen schliesslich die Rückkehr in die Gegenwart.

Das Buch «Phips und die Zauberlinse» erschien im Weltbild Verlag, Olten, ISBN 978-3-03812-727-7





Weitere Geschichten warten

Frau Gygax, wann und warum entstand der zweite Band der Reihe «Phips und die Zauberlinse»?

Die Idee entstand schon vor drei Jahren. Umgesetzt habe ich sie erst, als ich vor eineinhalb Jahren die Stelle in Freimettigen antrat. Meine Kollegen suchten ein Musical, um es mit den Schülern aufzuführen. Ich hatte eins und glücklicherweise gab es drei sehr gute Sänger, um die Hauptrollen zu besetzen.

 

Warum wählten Sie diesmal die Raumfahrt als Thema?

Ich wähle jeweils Themen aus dem Lehrplan. Diese versuche ich, auf eine möglichst unterhaltsame Art rüberzubringen. Mein Ziel ist es, dass der Schüler quasi «im Schlaf» lernt.

 

Gibt es einen Grund, warum in diesem Band ausschliesslich Jungen die drei Hauptrollen besetzen? 

Grundsätzlich wählte ich Charaktere, die ich in meinen Klassen immer wieder antreffe. Meiner Erfahrung nach brauchen Buben eher etwas mehr Motivation zum Lernen als Mädchen. Deshalb wende ich mich mit dem Thema Raumfahrt besonders an sie. In der nächsten Geschichte zum Thema Mittelalter werden aber wieder Mädchen dabei sein! 

Was war die grösste Herausforderung bei diesem Projekt? 

Ganz klar das Beschaffen der Finanzen. Zwar bezahlten wir vom «Verein Zauberlinse» einen Teil selber, doch ohne weitere Sponsoren wäre das Projekt mit einer Auflage von 1800 Büchern und CDs nicht zustande gekommen. 

 

Auf der CD spielen Sie sich selbst als Lehrerin Frau Gax. Im richtigen Leben sind Sie zudem auch Sängerin, Musikerin und Dyslexietrainerin. Zudem haben Sie eine Familie mit vier teilweise erwachsenen Stiefkindern. Wie bringen Sie das alles unter einen Hut?

Viele Geschichten und Lieder entstehen während Zwangspausen durch gesundheitliche Rückschläge wegen meiner Multiple Sklerose (MS). Ich habe oft das Gefühl, die Geschichten sind schon da und warten nur darauf, dass sie jemand niederschreibt. Das geht wie von selbst. Deshalb gibt es auf Papier schon zwei weitere Folgen von «Phips und die Zauberlinse». 

 

Wann kommt der nächste Band heraus?

Sobald die Finanzierung geklärt ist, können wir mit der Realisierung beginnen.



15.03.2018 :: Rebekka Schüpbach
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