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Die Antibiotikaresistenz ist ein weltweites Problem
Die Antibiotikaresistenz ist ein weltweites Problem Langnau:

Im Spital Langnau referierte Chefarzt Martin Egger, Leiter der Spitalhygiene, zum Thema Antibiotikaresistenz. Wie sollen Ärzte und Patienten mit der Problematik umgehen?

«In Europa sterben jedes Jahr etwa 33’000 Menschen an antibiotikaresistenten Keimen. Die Zahl der Infektionen hat sich seit 2007 fast verdoppelt, deutlich mehr Menschen sterben.» Das sind Schlagzeilen, die in diesen Tagen in verschiedensten Medien zu lesen und zu hören sind. Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) hat aus diesem Grund die Kampagne «Antibiotika: Nutze sie richtig, es ist wichtig» lanciert. Aber auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat erste Daten zu ihrem neuen Kontrollsystem vorgestellt, das die Entwicklung von Antibiotikaresistenzen weltweit beobachten soll. Es kommt daher nicht von ungefähr, dass auch das Spital Langnau zu einem Publikumsvortrag zu dieser Problematik eingeladen hat.

Wo liegen die Ursachen?

Martin Egger hat den zahlreich Anwesenden in seinem Vortrag die technischen Gegebenheiten zum Thema erläutert. Es sind viele erstaunliche und interessante, aber auch fragliche und unverständliche Aspekte, die Wissenschaftler, Ärzte und Pharmaunternehmen beschäftigen, um die globale Ausbreitung der Antibiotikaresistenzen besser zu verstehen. Egger ortet die Ursachen beim übermässigen Einsatz von Antibiotika bei Mensch und Tier und bei der unsachgemässen Anwendung wie etwa der falschen Dosierung oder dem frühzeitigen Abbruch der Therapie. Aber auch der globale Tourismus und der internationale Handel hätten ihren Einfluss. Eine kürzlich durchgeführte europäische Studie zeige auf, dass primär die Länder im Süden und Südosten Europas überdurchschnittlich viele Todesfälle wegen Antibiotikaresistenzen aufweisten. Die geringste Sterberate sei bei den nordischen Staaten festzustellen.

Was dagegen unternehmen?

Egger ist überzeugt, dass Spitäler, Ärzte, Patienten und auch die Behörden gefordert sind, ihren Beitrag zur Verbesserung der Situation zu leisten. Für die Spitäler sieht er primär die Reduzierung des Antibiotikaeinsatzes, die Einführung von Antibiotikarichtlinien und ein hohes Mass an Hygienemassnahmen. Aufgabe der Ärzte müsse es sein, bewusster mit Antibiotika umzugehen, den Einsatz gründlich und aufgrund einer umfassenden Diagnostik abzuwägen und den Patienten vorbeugende Impfungen gegen Infektionskrankheiten zu empfehlen. Und den Patienten rät er, kritisch zu sein, den Einsatz von Heilmitteln mit dem Arzt zu besprechen und bereit zu sein, harmlose Erkrankungen auszuhalten und einer natürlichen Heilung den Vorzug zu geben. An den Behörden sei es, die Gesetzgebung in Bezug auf den Antibiotikaeinsatz zu optimieren und zu überwachen sowie die Entwicklung neuer Antibiotika zu unterstützen und zu fördern.

Mehrere tausend Mastrinder

Beim anschliessenden Apéro sinnierte ein pensionierter Bauer über sein Erlebnis in Nebraska, USA. Auf einer Farm mit mehreren Tausend Mastrindern habe er drei Rinder in einem separaten Gehege entdeckt. Dazu habe ihm der Farmer erklärt, das Fleisch dieser Rinder sei für seine Familie bestimmt, die übrigen Rinder seien für den Export vorgesehen.

15.11.2018 :: Max Sterchi
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