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Die Liebe zu den italienischen Motorrädern ist ungebrochen
Die Liebe zu den italienischen  Motorrädern ist ungebrochen Konolfingen:

Der Italo-Moto-Club Schweiz wird 30 Jahre alt. Ein langjähriges Mitglied ist Peter Hürlimann. Seit Jahrzehnten ist er mit einem italienischen Motorrad unterwegs. 



Vor 30 Jahren schlossen sich ein paar Fahrer und Fans italienischer Motorräder zusammen und gründeten den Italo-Moto-Club Schweiz (IMCS). «Der Sinn des Clubs ist es, sich mit Gleichgesinnten zu treffen, gemeinsam auszufahren und sich mit Rat und Tat zur Seite zu stehen», beschreibt Peter Hürlimann die Idee des IMCS. Die Liebe zu Italien traf ihn 1960. «Ich war in den Ferien auf Sardinien, wo mich das italienische Lebensgefühl packte und mich seither nicht mehr losgelassen hat.» Ohne Sprachkenntnisse, bloss mit einem Mini-Diktionär ausgerüstet, war allerdings ein vernünftiger Dialog mit den Einheimischen unmöglich. «Nach einem Italienisch-Kurs wurde eine Konversation auf befriedigendem Niveau möglich und ich hatte auch einen besseren Zugang zum wunderbaren Klang dieser Sprache.»

Lausige Verkabelung

Mit dem Kauf einer Moto Morina 1987 schlug die «Italophilie», wie er dies spasshaft nennt, erneut zu. Die Ästhetik und Leichtigkeit des italienischen Designs bis in das kleinste Detail faszinieren den gelernten Mechaniker bis heute. «Zwar ist die Verkabelung manchmal etwas lausig», gibt der 77-Jährige zu. «Aber die eleganten technischen Lösungen überraschen mich immer wieder.»

Peter Hürlimann lernte den IMCS bereits kurz nach dessen Gründung kennen und trat ihm bei. «Wir trafen uns und ich half bald mit, Töff-Treffen und Ausfahrten zu organisieren. Einige Jahre arbeitete ich auch im Vorstand mit.» Wie viele Clubs kämpft auch der IMCS mit sinkenden Mitgliederzahlen. Der typische Club-Angehörige sei leicht ergraut, sagt Peter Hürlimann mit einem Augenzwinkern. Das älteste Mitglied sei 80 Jahre alt und bis vor kurzem noch mit dem Motorrad unterwegs gewesen. «Erfreulicherweise kommen aktuell wieder ein paar jüngere Fahrerinnen und Fahrer und Fans dazu, welche auch Aufgaben im Club übernehmen.» Zurzeit hat der IMCS rund 55 Mitglieder, die mehrheitlich aus dem Berner Mittelland, dem Emmental, aber auch aus den umliegenden Kantonen und aus Basel oder St. Gallen stammen. Treffpunkt ist jeden Dienstag im «Pischte- und Wanderstübli» in Gauchern, oberhalb Bowil. Bei diesen Zusammenkünften werden Erinnerungen aufgefrischt, von Ausfahrten und Ferienerlebnissen berichetet und technisches Knowhow ausgetauscht. «Ich bin eher selten an diesen Treffen dabei, da ich am Dienstagabend mit meiner Frau einen Tanzkurs besuche», verrät Peter Hürlimann. Der Vorstand trifft sich hier zu seiner monatlichen Sitzung, an der das Vereinsgeschehen besprochen und geplant wird: Der Club organisiert unter anderem eine Frühlings- und eine Herbstfahrt, Besuche bei befreundeten Motorradclubs und eine Hauptversammlung. 

Unveränderte Leidenschaft

Dass die Leidenschaft für italienische Motorräder unverändert in Peter Hürlimann brennt, beweist ein Blick in seine Werkstatt. Im Keller des Wohnblocks steht ein Motorradlift, auf welchem er den Service und kleinere Reparaturen an seiner Moto Morini Corsaro erledigt. Der passionierte Motorradfahrer schätzt fliessend angelegte Routen wie zum Beispiel zwischen Jassbach und Röthenbach. Solche Strecken versucht er aneinander zu hängen; er findet sie vornehmlich im Jura und Schwarzwald. «Die Strecken Sankt Blasien–Todtmoos und Col du Mollendruz gehören ebenfalls zu meinen Lieblingsrouten. Natürlich locken auch die Pässe, aber da ist vorher immer diese qualvolle Stunde bis Innertkirchen und auch wieder zurück», gibt Peter Hürlimann zu bedenken. 

Im Schrank seiner Werkstatt lagern Einzelteile für ein Projekt: «Ich möchte ein Cilo Schooter von 1957 zusammenbauen. Mit einer solchen Maschine bin ich anno dazumal in die Lehre gefahren.» 



Jubiläumsfest am Wochenende in Zäziwil

Der IMCS feiert sein 30-Jahre-Jubiläum mit einem Fest. Vom Freitag, 11. August, bis Sonntag, 13. August, findet beim Waldmätteli in Zäziwil ein Biker-Treffen statt, an dem Fahrerinnen und Fahrer aller Marken willkommen sind. Am Freitag wird mit grillieren und gemütlichem zusammensitzen gestartet. Das schönste Motorrad auf Platz wird am Samstag erkoren. Der Sonntag beginnt mit einem Biker-Frühstück. Auf dem Gelände können Zelte aufgestellt werden; weitere Schlafgelegenheiten sind vorhanden. «Wir würden uns freuen, wenn wieder zahlreiche Zäziwilerinnen und Zäziwiler kommen – auch wenn sie nichts mit Motorrädern zu tun haben», sagt Peter Hürlimann. 


 

10.08.2017 :: Veruschka Jonutis
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