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«Do-it-yourself»: Warmes Essen, wann immer es der Kunde wünscht
«Do-it-yourself»: Warmes Essen, wann immer es der Kunde wünscht Schlosswil:

Mit einem neuen Konzept will Andreas Fankhauser das ehemalige «Rössli» wiederbeleben. Im «Do-it-yourself»-Restaurant können die Gäste die Speisen selber aufbereiten.

Nichts deutet darauf hin, dass im ehemaligen Restaurant Rössli an der Verbindungsstrasse zwischen Grosshöchstetten und Richigen seit letzten Sommer wieder in den Kochtöpfen gerührt wird. Allerdings werden die dort zubereiteten Speisen nicht im Restaurant serviert, sondern der gelernte Chefkoch Andreas Fankhauser verkauft diese über den Online-Shop seiner Firma «More than Food». «An Spitzentagen verkaufe ich bis zu 200 Mahlzeiten. Zu meinen Kunden gehören Fitnesscenter, Büros wie Versicherungen oder auch die Polizei – grös-
sere Unternehmen, die oftmals keine eigene Kantine haben», berichtet Andreas Fankhauser. Bis 2015 arbeitete er als Diätkoch im Psychiatriezentrum Münsingen und begann im kleinen Rahmen, die Fertig-Menüs herzustellen. Ein Fitnesscenter in Bern wurde auf die Mahlzeiten aufmerksam und liess sich künftig die Menüs für seine Kundschaft liefern. «Es sprach sich rasch bei den umliegenden Firmen herum und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter trafen sich zum Mittagessen im Sportzentrum. Es entwickelte sich alles wie von selber», erinnert sich der 39-Jährige. Zu Beginn nutzte der Koch die Räumlichkeiten im Psychiatriezentrum Münsingen, diese wurden allerdings rasch zu klein. Er mietete sich eine umgebaute Garage in Kirchlindach und machte sich selbständig. 

Landgasthöfe rentieren kaum noch

Dann wuchs der Wunsch nach einem Gastro-Lokal, in dem sich sein ungewöhnliches Konzept realisieren liesse.  Fankhauser hatte die Idee, ein Restaurant zu führen, in dem der Gast bestimmt, wann er essen will und wo er sein Menü ohne Wartezeiten selbständig aufwärmen kann. «Als ich erfuhr, dass das ‹Rössli› zu mieten sei, habe ich mich beim Besitzer Adrian Junker gemeldet. Seine Mutter hat dort mit über 70 Jahren noch bis vergangenen Sommer gewirtet.» Mit seiner Idee vom schweizweit ersten «Do-it-yourself»-Restaurant rannte er beim Vermieter offene Türen ein. Der Besitzer und der Koch waren beide der Überzeugung, dass sich heute ein traditioneller Landgasthof nur schwer gewinnbringend führen lasse. 

Ab Frühling wird im Gastraum ein Kühlschrank bereit stehen, in dem die verpackten Menüs aufbewahrt sind. «Der Gast kann dann seine abgepackte Mahlzeit im Steamer oder in der Mikrowelle zubereiten», erklärt Fankhauser, der mittlerweile auch im «Rössli» wohnt.

Türe öffnen mit dem Ausweis

Eintritt verschafft sich der Kunde mittels seiner ID oder dem Führerausweis, welche die automatische Türe entriegeln. Dieses System diene gleichzeitig dem Jugendschutz, da im Gastraum auch Alkohol erhältlich sei, erläutert Fankhauser. Bei der Zusammenstellung der Menüs achtet der Koch darauf, dass das Essen einen hohen Anteil an Proteinen und wenig Fett aufweist. «Ich verwende meiner Philosophie entsprechend vorwiegend regionale Produkte von guter Qualität. Das Rindfleisch bezie-
he ich vom Hof meines Bruders in Trub.» Schafft er mit seinem «Do-it-yourself»-Restaurant nicht einen grossen Abfallberg? Ja, aber die Behälter bestünden entweder aus Zuckerrohr und seien kompostierbar oder würden aus Recycling-Material hergestellt, sagt Fankhauser. So wie die Kunden heute wissen wollten, woher das Gemüse oder das Fleisch stamme, sei auch die Ökologie ein wichtiges Thema. Verpackt werden die Speisen unter Schutzatmosphäre und werden danach schockgekühlt, was das Wachstum von Bakterien verhindert. So sind die Gerichte mindes­tens eine Woche haltbar.

Selber grillieren und Pizza backen

Im einstigen Weinkeller hat Andreas Fankhauser einen Selbstbedienungsladen geplant, in dem die Menüs wie auch viele regionale Spezialitäten angeboten werden sollen. «Im Sommer möchte ich einen Pizzaofen und einen Grill aufstellen, damit der Gast seine eigene Pizza backen oder sein Fleisch grillieren kann, wann immer er will», nennt Fankhauser weitere Ideen. Und eine weitere Neuerung erwartet die Kundschaft: Das ehemalige «Rössli» wird wieder «Zum grauen Wolf-Gwattli» –  der Name, welchen es noch bis um 1900 trug. 

 

08.03.2018 :: Veruschka Jonutis / Jakob Hofstetter
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