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Drehen künftig drei grosse Windräder hoch über dem Dorf Escholzmatt?
Drehen künftig drei grosse Windräder hoch über dem Dorf Escholzmatt? Escholzmatt:

 

Am Montagabend informierte die Windenergie Schweiz AG über den geplanten Windpark im Gebiet Turner-Bock. Drei bis zu 240 Meter hohe Anlagen sind vorgesehen. 


Gegen hundert Personen liessen sich im Pfarrsaal Escholzmatt über das geplante Windpark-Projekt an drei Standorten im Gebiet Turner–Bock durch vier Gründermitglieder der Firma Windenergie Schweiz AG informieren. Der geplante Windpark soll aus drei Windrädern mit je einer Gesamthöhe von 240 Metern (Nabenhöhe bis 161 Meter; Windraddurchmesser 158 Meter) bestehen und jährlich 30 Gigawattstunden Strom produzieren. Die Investitionskosten belaufen sich auf 30 Millionen Franken. Das geplante Projekt nennt sich Bürgerwindpark. Die Gründung einer Betriebsgesellschaft mit Sitz in Escholzmatt solle auch Kleinanlegern oder der Gemeinde die Möglichkeit bieten, sich an der Aktiengesellschaft, die sieben Prozent Rendite abwerfen soll, zu beteiligen, war am Informationsanlass zu erfahren. Der Finanzierungsplan sieht vor, acht bis neun Millionen durch private Investoren auftreiben zu können. Sobald der Windpark realisiert sei, soll dieser schlüsselfertig an die Bürgerwindparkgesellschaft verkauft werden.

Hunderte neue Windenergieanlagen 

Am Infoabend erklärte Martina Nigg von der Windenergie Schweiz AG, dass in der Schweiz im Mai 2017 die Energiewende eingeleitet wurde und dass Ende 2019 das AKW Mühleberg vom Netz gehen werde. Andererseits steige der Energiebedarf weiter an, beispielsweise durch die Elektromobilität. Zur erfolgreichen Umsetzung der Energiestrategie 2050 müssten in der Schweiz etwa 700 bis 800 neue Windenergieanlagen gebaut werden. Man wolle die lokale Bevölkerung an dem Gewinn aus dem Betrieb der Windanlagen beteiligen, sagte Nigg. In den von der Region Luzern-West festgelegten Windenergiesektoren sei das Gebiet um den Turner genauer zu prüfen, das in Luftlinie rund zwei Kilometer vom Dorf Escholzmatt liegt. Die Vorgaben von Bund und Kanton verlangen eine Konzentration von mindestens drei Windenergieanlagen pro Windpark, die mehr als 20 Gigawattstunden pro Jahr produzieren können. Die drei vorgesehenen Standorte im Gebiet Turner sind Bock, Ilmiboden und Höch, die gemäss Windkarte von einer durchschnittlichen Windgeschwindigkeit von 6,1 Meter pro Sekunde profitieren sollen. Mit den drei Landeigentümern habe bereits eine Einigung für die Windenergiestandorte erzielt werden können.

Sachliche Diskussion

Die nachfolgende Diskussion wurde eifrig benutzt und sachlich geführt, wobei Details zum Projekt gefragt sowie Bedenken zu Lärmimmissionen, Umwelteinflüssen und Verträglichkeit mit der Biosphärenregion geäussert wurden. UBE-Präsident Fritz Lötscher wies in diesem Zusammenhang auf die Erfahrungen mit dem Windpark in Entlebuch hin und betonte den nachhaltigen Vorteil, Energie vor Ort produzieren zu können. Die Raumplanerin der Gemeinde Escholzmatt-Marbach, Gabriele Horwath, erklärte, dass Vorabklärungen wichtiger Themen getätigt wurden und dass es nun darum gehe, eine Interessenabwägung zwischen Naturschutz und Förderung von Alternativenergien vorzunehmen. Man möchte im Jahr 2020 das Baugesuch einreichen, 2021 mit dem Bau beginnen und den Windpark 2022 in Betrieb nehmen. 

21.06.2018 :: Gody Studer
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