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E-Mountainbiker erobern das Emmental und sollen eigene Routen erhalten
E-Mountainbiker erobern das Emmental und sollen eigene Routen erhalten Emmental:

Mountainbikes mit elektrischem Hilfsmotor sind der grosse Renner. Der Verein Bike Emmental will für diese Velos eigene Routen ausschildern – ein aufwändiges Unterfangen.

Die Zahlen sprechen für sich: Die Verkaufszahlen von E-Mountainbikes haben innert Jahresfrist um nicht weniger als 38 Prozent zugelegt, hat der Verband der Schweizer Fahrradlieferanten erhoben. «Normale» Mountainbikes hingegen wurden leicht weniger verkauft, wenn auch die Mountainbikes ohne Motor nach wie vor die Mehrheit ausmachen. «Der Trend zeichnet sich auch in meinen Kursen ab», sagt Daniel Krebs, der die Bikeschule-Emmental führt.

Biken und geniessen 

Krebs ist nicht nur als Kursleiter und Guide tätig – derzeit beschäftigt er sich mit Routen für E-Mountainbikes. Auftraggeber ist der Verein Biken im Emmental, der letzten Herbst gegründet wurde und alle Player rund ums Mountainbiken vereint. Mit der Idee, Routen für E-Mountainbikes zu schaffen, stiess Krebs bei der Tourismusabteilung der Regionalkonferenz Emmental auf offene Ohren. «Leute, die mit dem E-Mountainbike unterwegs sind, sind für den Tourismus nicht uninteressant», sagt Daniel Krebs. «Sie suchen nicht nur die sportliche Herausforderung, sondern wollen auch die Aussicht geniessen und lassen sich gerne mit lokalen Gaumenfreuden verwöhnen.» Die Regionalkonferenz Emmental und Tourismus Emmental unterstützen das Vorhaben mit einem Beitrag der Neuen Regionalpolitik von 150’000 Franken. Dieser Betrag dürfte für die Planungsarbeiten reichen, für die konkrete Ausschilderung hofft Krebs auf die Unterstützung von Sponsoren.

Derzeit existiert im Emmental nur eine Montainbikeroute, welche zum Netz von Schweiz-Mobil gehört: Die Route 77 vom Napf via Fankhaus, Hochänzi, Hinterarni, Lüderen nach Langnau. «Sie ist an manchen Stellen zu anspruchsvoll für E-Mountainbikes, zudem muss das Velo zum Teil auch gestossen werden», hat Daniel Krebs die Erfahrung gemacht.

Damit es Akkus und Fahrer schaffen

Dies bestätigt Bruno Hirschi, Mitglied der Projektleitung bei Schweiz-Mobil. «Weil diese Bikes schwerer sind und die Fahrer oft weniger geübt, darf die Strecke nicht zu anspruchsvoll sein.» Bei der Planung muss unter anderem auch darauf geachtet werden, dass maximal 1000 bis 1200 Höhenmeter bewältigt werden müssen – sonst geht plötzlich dem Akku die Energie und dem Fahrer der Schnauf aus. Auf www.schweiz-mobil.ch sind in diesen Tagen die ersten E-Mountainbikerouten aufgeschaltet worden. Spezielle Wegweiser erhalten die Routen nicht; auf rotem Grund ist auch dort ein Mountainbike zu sehen. 

Bis auf der Website die Emmentaler Routen aufgeschaltet sind, wird es noch einige Zeit dauern. Daniel Krebs rechnet mit vier Jahren – denn mit dem Aufstellen von Wegweisern ist es nicht getan. Das Vorhaben ist komplex: Zunächst muss Krebs – logischerweise – geeignete Wegen finden, was dem langjährigen Mountainbikeguide nicht schwer fallen dürfte. Weil auch auswärtige Gäste angelockt werden sollen, starten die Routen in grösseren Ortschaften, wo sie auch enden; Burgdorf, Sumiswald, Langnau und Huttwil sind angedacht. Sind die Strecken grundsätzlich bestimmt, wird sich der Verein an einen Papierberg machen müssen. Dazu gehört, dass jeder Grundeigentümer sein Einverständnis geben muss. Weiter müssen die Routen mit den Berner Wanderwegen oder dem Jagdinspektorat abgesprochen werden. Weder Wildtiere noch Wanderer sollen gestört werden.

Zwei Booms und Konfliktpotenzial 

E-Mountainbikes boomen, gleichzeitig ist auch das Wandern derzeit äusserst beliebt. Kommt es immer mehr zu Konflikten? «Die Entwicklung kann dazu führen, dass es bei ein paar Hotspots zu Problemen kommt», sagt Bruno Hirschi von Schweiz-Mobil. «Im Vergleich zu anderen Regionen sei diese Problematik im Emmental aber nicht so ausgeprägt.»

Zumal Daniel Krebs selber oft mit dem Mountainbike in der Gegend unterwegs ist, kennt er die hiesigen Hotspots. «Es gibt beispielsweise bei der Lüderenalp Wege, auf denen es an einem schönen Sonntag schon eng werden kann», erklärt Krebs. Umso wichtiger ist es, gezielt Wege für -E-Mountainbiker zu schaffen – dann kehren abends alle mit einem guten Gefühl heim und kommen wieder.»

Tipps für Mountainbiker und Wanderer

Schweiz-Mobil empfiehlt gemeinsam mit Schweizer Wanderwege, Swiss-Cycling und der Beratungsstelle für Unfallverhütung folgende Verhaltensregeln:

Velo- und Mountainbikefahrer

• benutzen die für sie bezeichneten Wege, fahren vorausschauend und machen sich rechtzeitig bemerkbar (Fahrradglocke).

• reduzieren das Tempo, wenn sie sich Wandernden nähern oder Wandernde anwesend sein könnten.

• lassen Wandernden den Vortritt

• nehmen Rücksicht auf die Wege, indem sie schonend fahren.

• respektieren die Rechte der Grundeigentümer (keine Fahrt abseits von bestehenden Wegen).  

Wanderer

• benutzen nach Möglichkeit die für sie bezeichneten Wege.

• lassen Velo- und Mountainbiker passieren, ohne ihre Fahrt unnötigerweise zu behindern.

 

07.06.2018 :: Bruno Zürcher
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