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Ein Jet für die SCL Tigers
Eishockey: Die in die NLA aufgestiegenen SCL Tigers haben sich mit dem 27-jährigen kanadischen Topskorer Kevin Clark vom DEL-Klub Hamburg Freezers verstärkt.
Kevin Clark ist ein echter Jet. Er kam in Winnipeg, einer der eishockey-verrücktesten Städte Kanadas, zur Welt. Der Klub seines Herzens sind die legendären Winnipeg Jets. Als Junior spielte er für die Winnipeg South Blues. Nach vier Saisons Collegehockeys für die Universität Alaska-Anchorage, wechselte er als Profi zu den Manitoba Moose und St. John’s Ice Caps, zwei AHL-Farm-
teams der NHL-Organisation der Winnipeg Jets. Diese kehrten 2011 nach einem Unterbruch von 15 Jahren in die NHL zurück. Claude Noel, der damalige Headcoach und frühere SCB-Stürmer, lud Kevin Clark ins Trainingscamp der NHL-Mannschaft ein. Und der zukünftige SCL Tigers-Stürmer wurde sogar zum ersten Heimspiel der Jets seit 1996 aufgeboten. Die rund 15’000 Eintrittskarten für das Saisonvorbereitungsspiel am 20. September 2011 gegen Columbus waren innerhalb weniger Minuten verkauft. Die Winnipeg Jets gewannen mit David Aebischer im Tor 6:1 und den dritten Treffer erzielte Kevin Clark. «Mehr kann man sich als Winnipegger gar nicht wünschen. Dieser Tag, dieses Spiel und dieses Tor werde ich mein Leben lang nicht vergessen», erzählt «Clarky». «Ich verbrachte damals den ganzen Sommer in Winnipeg und spürte, wie die Fans die Rückkehr der Jets in die NHL kaum erwarten konnten. Mir ging es nicht anders. Als neunjähriger Bub hatte ich im April 1996 das letzte Heimspiel gegen Detroit und den traurigen Abschied von der NHL miterlebt. Und dann, 15 Jahre später, war ich beim ersten Heimspiel selbst ein Teil der Jets. Einfach verrückt.»

Durchbruch erst in Europa

Ähnlich wie sein zukünftiger Mannschaftskamerad und Landsmann Chris DiDomenico fand Kevin Clark sein Eishockeyglück nicht in Nordamerika. Der 175 Zentimeter kleine und 78 Kilo leichte Flügelstürmer unterzeichnete seinen ersten Profivertrag erst mit 22, doch weder bei den Manitoba Moose noch bei den St. John’s IceCaps konnte er seine Qualitäten zeigen. «Die AHL war nicht mein Ding», sagt Kevin Clark. «Ich wurde mehrheitlich in der dritten und vierten Linie gegen die gegnerischen Checker eingesetzt.» Mit dieser Rolle fand er sich nicht zurecht und deshalb benötigte er wie DiDo einen Neustart in Europa. In der DEL gelang ihm bei Krefeld und Hamburg auch prompt der Durchbruch. Kevin Clark belegte in den DEL-Skorerlisten der beiden letzten Jahre den zweiten und dritten Rang, erzielte 30 beziehungsweise 32 Tore und mit +25 und +29 die besten Plus/Minusbilanzen der ganzen Liga. Vor wenigen Monaten wurde er als bester Stürmer und MVP der DEL ausgezeichnet. Der schnelle und wendige Kanadier ist aber nicht nur torgefährlich, sondern spielt auch mannschaftsdienlich. «Ein wirklich guter Stürmer ist auch in der Rückwärtsbewegung stark», findet Clark. Benoît Laporte, der ex-Trainer von Hamburg und neue Headcoach der SCL Tigers, kennt die Qualitäten von Kevin Clark und hat dessen Wechsel ins Emmental auch «eingefädelt». Assistiert wird Laporte nächste Saison bei den SCL Tigers von Rolf Schrepfer, dem dreimaligen Meisterspieler mit dem SC Bern und den ZSC Lions.
07.05.2015 :: Werner Haller
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