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«Ein Rennen bleibt ein Rennen»
«Ein Rennen bleibt ein Rennen» Langlauf:

Darauf hatte Ueli Schnider schon lange gehofft, trainiert und gekämpft. Endlich hat er sein Ziel erreicht: Er darf an den Olympischen Spielen in Pyeongchang starten.

Der 28-jährige Langläufer aus Flühli ist vollauf zufrieden, endlich darf auch er die Olympischen Spiele miterleben. Seine Euphorie strahlt durch die Telefonleitung hindurch, so fest freut sich der Sprintspezialist über seine erste Olympia-Teilnahme.

 

Ueli Schnider, Ihre Freude ist gross, der Rummel in Pyeongchang wird auch ziemlich gross sein. Haben Sie schon eine Idee, wie Sie mit den Gefühlen vor dem Rennen umgehen werden? 

Für mich ist es wichtig, dass ich mich optimal vorbereiten kann, das heisst: Ich brauche genügend Zeit, um mich auf die Situation einzustellen. Wenn mir das gelingt, dann ist es eigentlich egal, was für ein Rennen ansteht. Ein Rennen bleibt ein Rennen. Es spielt dann keine Rolle wo, wann und vor welchem Publikum. Aber klar, ein bisschen Vorfreude darf man ja schon haben an solch einem Anlass.

 

Letztes Jahr fand in Pyeongchang ein Weltcup-Rennen statt, da waren Sie aber nicht dabei. Könnte das jetzt ein Nachteil sein?

Einige meiner Kollegen waren an der Hauptprobe dabei und kennen die Strecke, sie haben mir erzählt, es sei eine sehr schwierige Strecke. Aber schlussendlich wird das Rennen für alle wiederum unter den gleichen Bedingungen stattfinden. Also nützt es auch nicht so viel, wenn man die Strecke schon vorher gesehen hat.

 

Von den Langläufern sind Dario Cologna und Toni Livers sicherlich die bekannteren Namen. Stört es Sie, im Schatten dieser zwei Aushängeschilder zu stehen?

Im Gegenteil. Sie sind die Leader unserer Sportart. Wir können froh sein, solche Aushängeschilder in unserem Team zu haben. Sie machen für uns alle das Langlaufen präsenter. Ausserdem lastet der Druck auf ihnen und wenn wir nicht so performen, wie die Öffentlichkeit das erwartet, können wir uns gut hinter den zwei Leaderfiguren verstecken. Andererseits fordern gerade wir Sprinter die zwei auch mal sportlich heraus, was wiederum für den Teamspirit gut ist.

 

Pyeongchang liegt ja nicht gerade um die Ecke, gewisse Athleten reisen schon früh an, um sich gut zu akklimatisieren. Wie machen Sie das?

Ich werde diese Woche zu meinen Kollegen nach Davos fahren, wo wir uns gemeinsam bis zum Abflug vorbereiten. Wir werden jeden Tag um eine Stunde verschieben, also eine Stunde später aufstehen, essen, trainieren... Damit sollten wir schon etwas besser eingestellt sein auf die Zeitumstellung.

 

Ihre zwei Einsätze werden das Klassisch-Rennen über 50 Kilometer und der Sprint über 1,5 Kilometer sein. Wie schätzen Sie Ihre Chancen ein?

Natürlich würde ich gerne ein Diplom oder gar eine Medaille gewinnen, wer will das schon nicht an den Olympischen Spielen? Für mich ist wichtig, dass ich nach meinen Rennen das Gefühl habe, alles gegeben zu haben und dass ich ein Toprennen gefahren bin. Ich weiss, dass ich gut in Form bin, wenn am Tag X der Ski passt und alles aufgeht, ist vieles möglich. Man darf aber auch nicht vergessen, dass an den Olympischen Spielen die besten vier Läufer jeder Nation am Start stehen, das ist eine ernstzunehmende Konkurrenz. Beim Sprint erhoffe ich mir auf jeden Fall den Prolog zu überstehen und soviele Heats wie möglich zu schaffen, um in die Top-15 zu kommen. Die Top-15 wiederum wären auch schön beim
50er-Rennen.

 

Welche Wettkämpfe möchten Sie auf gar keinen Fall verpassen?

Meine zwei Einsätze (lacht Ueli Schnider). Nein, im Ernst, ich weiss nicht genau, wie viel Zeit wir haben, andere Sportarten mitzuverfolgen. Mich würde schon das eine oder andere interessieren. Wie zum Beispiel die Disziplin Shorttrack, dann natürlich Biathlohn, weil ja dort auch Kollegen dabei sind. Und Skispringen, die sind, glaube ich, ziemlich in der Nähe von uns. 

 

01.02.2018 :: Olivia Portmann
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