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Eine ganz normale Bundesliga-Woche

Manche Leute stellen sich ein Sportlerleben wie im Bilderbuch vor: Du machst das Hobby zum Beruf, verdienst einen Haufen Geld und geniesst das Leben in vollen Zügen. Der Alltag unterscheidet sich aber wenig von einem normalen Berufs-
leben: Anstrengend!

Es ist Montag. Um 6.30 Uhr klingelt pünktlich mein Wecker. Wie jeden Tag, denn derzeit absolviere ich die deutsche Berufsmatura, kombiniert mit einer Ausbildung zur Sportassistentin. Heute starte ich beschwingt in die Woche, denn gestern haben wir Schlusslicht Mönchengladbach 5:0 bezwungen. Von 8 bis 17 Uhr hätte ich Unterricht in der Schule. Weil das Training um 17 Uhr beginnt, muss
ich früher raus aus der Schulstube.
90 Minuten Arbeit auf dem Platz, dann Massage, und die ist Pflicht.

Dienstag ist Regenerationstag. Dafür ruft ein achtstündiger Schultag, bevor ich meinen einzigen freien Abend der Woche geniesse. Am Mittwoch stehe ich etwas früher auf als üblich. Das Morgentraining beginnt um 8 Uhr, zuvor muss ich Prävention für mein operiertes Knie absolvieren. In den zweiten Block Schule schaffe ich es knapp und strenge dann meinen Kopf umso mehr an, damit ich weniger aufarbeiten muss. Umso mehr freue ich mich aufs Abendtraining! Nach dem Training ab nach Hause und mit gepacktem Koffer zum Flughafen Berlin-Schönefeld. Flug nach Basel und Übernachtung am Rheinknie. Am Donnerstag trete ich an der Uhrenmesse «Basel World» zum Sponsorentermin des Schweizer Fussballverbandes an. Die Firma Carl F. Bucherer lanciert im Hinblick auf die Frauen-Europameisterschaft in Holland eine neue Damenuhr. Noch am Donnerstagabend Rückflug nach Berlin. Der Abend endet damit, dass ich Schulaufgaben erledige. Der Freitag ist lockerer, weil ich um 13 Uhr Schulschluss habe, zum Physiotherapeuten fahre und mein Knie pflegen lasse. Das Training findet am frühen Abend statt, und eigentlich könnte man etwas unternehmen. Da uns aber morgen neun Stunden Busfahrt nach Baden-Würtemberg erwarten, lege ich lieber meine Beine hoch. Früh morgens klingelt am Samstag der Wecker. Im Bus schlafe ich weiter, dann sind die Schulaufgaben dran. Die Fahrt wird unterbrochen durch ein Zusatztraining. Kurz nach 19 Uhr kommen wir im Hotel an und legen uns nach dem Essen ins Bett, denn in der Nacht auf Sonntag ist Zeitumstellung, und das Spiel beginnt um 11 Uhr. Nicht unbedingt meine Lieblingszeit! Wir gewinnen die hartumkämpfte Partie gegen unseren Angstgegner
SC Sand mit 0:1. Schon sitze ich
wieder im Bus und schreibe die
Kolumne. Gegen Mitternacht werden
wir in Potsdam ankommen.


30.03.2017 :: Lia Wälti Langnau
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