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Gemeindefusion: Zuerst ein Jahr arbeiten und dann feiern
Gemeindefusion: Zuerst ein Jahr  arbeiten und dann feiern Grosshöchstetten:

Vor einem Jahr fusionierten Grosshöch-stetten und Schlosswil. Nun wurde dieses Ereignis gefeiert – mit einem bekannten Gast und vielen Vereinen.

Evi Allemann, Regierungsrätin, brachte es in ihrer Grussbotschaft an der von rund 130 Personen besuchten Fusionsfeier in Schlosswil auf den Punkt: «Ein Fusionsprozess zweier Gemeinden erfordert Fingerspitzengefühl und viel Geduld. Es geht da-
rum, durch enge Zusammenarbeit Grundlagen und durch eine geschickte Kommunikation Vertrauen zu schaffen.» Sie ergänzte, dass dies nur möglich sei, wenn beide Partner auf Augenhöhe miteinander reden würden und keiner unter Druck stehen würde, zum Beispiel in personeller oder finanzieller Hinsicht. Alle diese Punkte seien bei der Fusion von Grosshöchstetten und Schlosswil vor Jahresfrist beachtet worden, lobte die Regierungsrätin.

Handlungsspielraum gewinnen

Markus Geist, Vizegemeindepräsident von Grosshöchstetten, liess den Fusionsprozess noch einmal Revue passieren und betonte die Wichtigkeit einer sachlichen und transparenten Erarbeitung von Grundlagen. «Unser 40-seitiger Bericht hat die Vor- und Nachteile einer Fusion klar aufgezeigt und den Bürgerinnen und Bürgern beider Gemeinden eine klare Entscheidungsgrundlage geliefert.» Im Zentrum der Fusionsziele sei nicht das Geld, sondern der Gewinn von zusätzlichem Handlungsspielraum, zum Beispiel in den Bereichen Schule, Verkehr oder Bauland gestanden. Er fügte an, dass die hohe Zustimmung in beiden Gemeinden bewiesen habe, dass diese Botschaften bei Stimmbürgerinnen und Stimmbürger offenbar gut angekommen seien.

«Im ersten Heiratsjahr hart arbeiten und erst danach feiern.» Mit diesen Worten begründete Christine Hofer, Gemeindepräsidentin, den Zeitpunkt der Feier ein Jahr nach der Fusion. Beat Graf, Geschäftsleiter der Gemeinde Grosshöchstetten, konnte das bestätigen: «Das Zusammenführen von zwei Verwaltungsteams, zwei Rechnungen und EDV-Systemen war anspruchsvoll und eine Herausforderung. Pannen sind aber nicht vorgekommen», sagte er. Personen aus der Bevölkerung bestätigten, dass sie von der Umsetzung des Fusionsbeschlusses kaum etwas bemerkt hätten. Ein Bürger vom Ortsteil Schlosswil stellte lakonisch fest: «Jetzt muss ich die Kehrichtsäcke in Grosshöchstetten holen, dafür bezahle ich etwas weniger Steuern.» 

Für Christine Hofer spielen die 44 Vereine bei der Zusammenführung der Dorfgemeinschaften und Integration der Neuzuzüger eine wichtige Rolle. An der Fusionsfeier konnten sich acht Vereine näher vorstellen, so auch der Verein Claro Fair Trade Weltladen oder der Verein Jugendtreff Groase, beide im Ortsteil Grosshöchstetten angesiedelt. Im Ortsteil Schlosswil wurde im vergangenen Juni neu der Ortsverein Schlosswil gegründet. «Unser Verein nimmt Koordinationsaufgaben wahr, die vor der Fusion durch den Gemeinderat geleistet wurden», erläuterte dessen Präsident Rolf Beck und führte als Beispiele die 1.-August-Feier und die traditionelle «Moschtete» an.
«Unser Verein ist, was die Mitglieder aus ihm machen», schloss er seine Ausführungen.

10.01.2019 :: Vereine als Mittel zur ­Integration
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