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Gugus Dada bis ans Lebensende
Auszeit:

Wer sucht, der findet, wird in der Bibel versprochen. Ja, manchmal stossen wir mit etwas Glück tatsächlich auf die Nadel im Heuhaufen. Oder wir finden den Schlüsselbund im Kühlschrank und der verloren Geglaubte wird zum lediglich Verlegten. Und dann sind wir masslos erleichtert. Manchmal hingegen suchen wir über Jahre hinweg: nach einer Partnerin, nach einem erfüllenden Beruf oder nach nicht weniger als dem Sinn des Lebens. Glücklich darf sich schätzen, wer irgendwann findet – oft auch anders als vielleicht erwartet. Was nun für Schlüsselbund und Partnersuche gilt, hätte man auch gerne als Wahrheitssuchende. Aber da gelten andere Spielregeln. Kurt Tucholsky bringt es auf den Punkt: «Ich glaube jedem, der die Wahrheit sucht. Ich glaube keinem, der sie gefunden hat.» Und so suchen wir, bilden uns, kommen der Wahrheit vielleicht in heiligen Momenten recht nahe, aber vermögen sie bis an unser Lebensende nicht zu greifen. Wer das Gegenteil behauptet, dem werden sich Beweise versagen. Dies gilt nicht zuletzt für die moderne Wissenschaft, die untersucht, misst und angeblich harte Fakten auf den Tisch legt. Monate oder Jahre später werden diese allerdings oft von neuen Fakten in Frage gestellt. Religionen haben seit jeher die Rolle des Kontrastmittels übernommen. Sie erinnern daran, dass unser Wissen Stückwerk bleibt. Und dass die Menschheit im Laufe der Zeit zwar viele Erkenntnisse gewonnen hat, dass wir aber dem Geheimnis des Lebens nach wie vor ratlos – und im besten Fall staunend – gegenüberstehen. Das ist ein harter Fakt, für einige vielleicht unangenehm, für andere nicht weniger als befreiend. Gugus Dada, Suchen und Finden – ein frühes Kinderspiel, das bis ans Ende der Tage spannend bleibt.

10.01.2019 :: Susanne Kühni
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