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«Ich freute mich, wieder aus richtigen Tellern und warm essen zu können»
«Ich freute mich, wieder aus richtigen Tellern und warm essen zu können» Olympische Spiele:

Luca Aerni ist es in Pyeongchang nicht so gelaufen, wie erhofft und erwartet. Dies auch, weil ihn zu Beginn der Spiele eine Grippe erwischte und schwächte.

Eine Goldmedaille im Teamevent, ein elfter Rang in der Kombination, ein 19. Platz im Riesenslalom und ausgeschieden im ersten Lauf des Slaloms: Das die sportliche Bilanz des Grosshöchstetters Luca Aerni an den Olympischen Spielen in Pyeongchang.

 

Luca Aerni, Sie sind am Montag in Kloten angekommen, machten einen kurzen Wäsche-Stopp zu Hause bevor es an die nächsten Weltcuprennen nach Kranjska Gora ging. Welche Eindrücke sind Ihnen von den Olympischen Spielen geblieben? 

Die Stimmung fehlte. Die erste Woche, als es um die Abfahrt ging, waren wir weit entfernt vom Olympischen Zentrum. Da gab es nicht viele mehr als das Hotel und die Piste, auch im Zielraum hatte es nicht viele Zuschauer. Während der zweiten Woche, als es um die technischen Disziplinen ging, waren wir in der Nähe des «House of Switzerland» stationiert. Das passte mir schon besser. Da konnte man auch mal jemanden auf einen Kaffee treffen.

 

Wie sind Sie mit Land und Leuten zurecht gekommen?

Ein Problem war, dass wir uns nur schlecht mit den Einheimischen verständigen konnten. Die meisten Leute sprachen zwar Englisch, doch ihr Akzent war etwas speziell. Wenn wir vom Hotel zum Olympischen Zentrum oder zu den Sportstätten wollten, mussten wir das unserem Fahrer irgendwie klar machen. Keine Ahnung, wie er uns verstanden hat, aber er hat uns immer an den richtigen Ort gebracht.

 

Einige Athleten sagten, sie könnten kein Reis mehr sehen. Wie war das mit dem Essen für Sie?

Im Olympischen Dorf gab es eigentlich alles. Es hatte eine riesige Auswahl, vom Asiatischen über Burger bis zu Pasta. Was mich mehr gestört hat, ist, dass das Essen immer auf Plas-
tiktellern serviert wurde und dann schnell kalt war. Deshalb freute ich mich sehr, zu Hause endlich wieder warme Mahlzeiten aus richtigen Tellern zu essen. Einmal sind wir ausserhalb des Olympischen Dorfes essen gegangen, in einem typischen koreanischen Grill-Lokal. Das Fleisch war super gut, auch wenn wir nicht wussten, was genau man uns servierte.

 

Aus sportlicher Sicht ist es Ihnen nicht gelungen, die Erwartungen zu erfüllen. Sind Sie sehr enttäuscht?

Weil ich krank war, fehlte mir die Energie. Ich war einfach nicht fit, und das habe ich überall gemerkt. Beim Kombinations-Rennen fehlte mir die Kraft im Slalom. Im Riesenslalom bin ich eigentlich unter den gegebenen Umständen zufrieden mit meinem 19. Rang. Klar bin ich enttäuscht und ich glaube, ich hätte besser fahren können, wenn ich fit gewesen wäre. Victor Muffat-Jeandet, den Bronzegewinner der Kombination, habe ich schon oft geschlagen. Es wäre also schon mehr möglich gewesen. Leider ist es in dem Moment nicht aufgegangen.

 

Sie durften schlussendlich ja doch noch eine Medaille, sogar eine goldene, nach Hause nehmen. Wie gross ist die Freude über den Sieg im Team-Event, bei dem Sie ja nicht selber gefahren sind?

Das ist schon ein bisschen spe­ziell. Als Einzelsportler ist man es sich nicht gewohnt, eine Medaille als Team zu gewinnen. Aber an dem Anlass herrschte eine Super-Stimmung mit allen zusammen, deshalb war es ein schönes Erlebnis. Und ich bin froh, dass Daniel Yule gefahren ist, er war definitiv besser in Form als ich. Letztes Jahr, an der Weltmeis­terschaft in St. Moritz, war es im Team-Event genau umgekehrt. So sind wir zwei jetzt quitt.



01.03.2018 :: Olivia Portmann
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