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«Plötzlich ist man total abhängig»
«Plötzlich ist man total abhängig» SCL Tigers:

Vor zwei Monaten brach sich Pascal Berger im ersten Spiel der Saison das Schlüsselbein. Nach langem Aufbautraining steht er nun
vor dem Comeback.

Pascal Berger erinnert sich genau an den verhängnisvollen Moment im Saisonauftaktspiel am 8. September, als er gegen ZSC-Verteidiger Christian Marti in den Zweikampf ging. «Der Puck lag frei in der Mittelzone und es kam zum Check. Ich versuchte weiterzuspielen, merkte aber schnell, dass etwas nicht mehr gut ist.» Die Diagnose: Schlüsselbeinbruch, rund acht Wochen Pause. «Wenn man das hört, fragt man sich schon, warum gerade ich, oder warum gleich im ersten Saisonspiel», so der 28-Jährige. Allzu lange hadern wollte er aber nicht. Weil es ja doch nichts bringen würde, wie er sagt.

Bereits am Morgen nach dem Unfall wurde er operiert. Und vier Tage später trainierte er schon wieder. Mehr als ein bisschen Velo fahren auf dem Ergometer und leichtes Beintraining lag aber nicht drin. Der linke Arm war stillgelegt, Pascal Berger entsprechend hilflos. «Es ist extrem, wie total abhängig man plötzlich ist. Daran denkt man gar nicht, wenn man gesund ist», sagt der Burgdorfer. «Ein T-Shirt oder Socken anzuziehen ging nicht mehr allein. Ich war jeden Morgen auf die Hilfe meiner Frau angewiesen.» War er zum Training im Stadion, brauchte er beim Mittagessen die Hilfe der Teamkollegen.

Nach rund zwei Wochen nahm er die Arbeit mit Athletiktrainer Nik Hess auf. Dass er den Oberkörper lange Zeit ruhig halten musste und nur die Beine trainieren durfte, hatte auch Vorteile. «Nik ist der Meinung, dass ich im Beinbereich dadurch noch stärker bin als zuvor», so Berger. Vier Wochen nach dem Unfall dann ein erster grosser Meilenstein. Der dreimalige Schweizermeister mit dem SC Bern durfte erstmals wieder aufs Eis. «Das war ein cooles Gefühl», erinnert er sich. 

Zurück im Mannschaftstraining

Die Heimspiele der SCL Tigers und einzelne Auswärtspartien verfolgte Berger während der Verletzungspause im Stadion. «Ich war von Anfang an immer beim Team und um die Jungs herum. Das hat mir gut getan», sagt er. Vor und nach einem Match ging er dann in die Kabine um die Mannschaft wenigstens moralisch unterstützen zu können. Auch die Fahrgemeinschaft mit anderen Spielern, aktuell mit Flurin Randegger, welcher wie er in Bern wohnt, half ihm Teil der Mannschaft zu bleiben.

Seit dieser Woche nun ist Pascal Berger zurück im Mannschaftstraining, seine ersten Eindrücke sind positiv. Das Schiessen bereitet ihm keine Schmerzen mehr, Checks sind allerdings noch tabu. Wenn weiterhin alles gut läuft, ist ein Comeback schon am nächsten Dienstag im Heimspiel gegen Davos möglich. Dafür braucht der Tigers-Captain aber das Einverständnis der Ärzte. Wo sein Platz im Team dann sein würde, weiss der Rückkehrer nicht. Er sagt: «Ich muss mich in die Mannschaft zurückkämpfen. Ziel ist aber schon, wieder eine Leaderrolle übernehmen zu können.»

09.11.2017 :: Christoph Schär
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