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Schulgebäude in Rüegsauschachen: hölzerner Neubau, steiniger Altbau
Schulgebäude in Rüegsauschachen:  hölzerner Neubau, steiniger Altbau Rüegsau:

Die Pläne für die Sanierung und Erweiterung der Schulanlagen Rüegsauschachen wurden weiter verfeinert. Über allem thronen aber Fragen zur Finanzierung. 

«Es geht heute Abend um den Stand der Dinge bei der Planung», betonte Andreas Hängärtner, Vizegemeindepräsident und Vorsteher des Bauressorts. «Über die Finanzen werden wir später informieren, wenn die Planung abgeschlossen und detailliertere Zahlen vorliegen.» 

«Wir sind in der Pflicht»

Für die Gemeinde Rüegsau ist das Projekt von zentraler Bedeutung. In den Schulhäusern drücken nicht nur Kinder und Jugendliche der eigenen Gemeinde die Schulbank, sondern auch Sekundarschüler aus Hasle, Lützelflüh, Affoltern und ein paar aus der Gemeinde Heimiswil. Nebst dem Kindergarten werden aktuell elf Klassen unterrichtet, Tendenz steigend. Es mangelt an Platz, hinzu kommt, dass die Gebäude in die Jahren gekommen sind. «Wir sind in der Pflicht», brachte es Hängärtner im bereits fünften Informationsanlass zu dem Thema auf den Punkt. Trotz der einleitenden Bemerkung waren finanzielle Aspekte dennoch allgegenwärtig. Auch Andreas Hängärtner betonte mehrmals, dass die Planer angehalten seien, kostengünstige Varianten auszuarbeiten. 

Die Pläne, welche der Architekt Hanspeter Bürgi vorstellte, warfen nur wenige Fragen auf. Eine der rund 100 anwesenden Personen kritisierte, dass bei der Heizung aller Gebäude auf dem Areal eine etappierte Umstellung auf eine Versorgung mittels Wärmepumpe vorgesehen sei. Besser wäre, gleich alle Gebäude auf einmal anzuschliessen, meinte der Mann. «So könnte die Dreckschleuder von Ölheizung abgestellt werden.» 

Der Architekt hatte auf Tischen nebst Modellen auch Boden- und Wandbeläge ausgelegt. So konnten sich die Interessierten konkret einen Überblick verschaffen, wie die Schulräume dereinst aussehen sollen. 

Stein hier, Holz da

Das bestehende Schulgebäude ist massiv aus Stein erstellt. Diese Stimmung solle für die Sanierung übernommen werden, erklärte Bürgi. Daher würden grün-blaue Farbtöne dominieren. Das rund hundertjährige Gebäude, in dem fünf Schulzimer vorgesehen sind, wird umfassend saniert. So sind etwa neue Fenster sowie ein verbesserter Schallschutz geplant. 

Der nebenstehende Neubau wird acht Klassenzimmer, verschiedene Spezialräume sowie eine Turnhalle umfassen. Der Bau werde in Holz ausgeführt – «unter anderem, weil wir viele Teile vorfabrizieren und dadurch schneller bauen können», begründete Hanspeter Bürgi. Das Innere wird durch rot-braune Farbtöne geprägt sein. «Man wird auch viel Holz sehen, was sicher zum Wohlbefinden beitragen wird», erklärte der Architekt. Auch er kam immer wieder auf finanzielle Überlegungen zu sprechen: So wies er darauf hin, dass auf eine zentrale Lüftung verzichtet werde. Mit der geplanten Solaranlage – führte der Architekt weiter aus – könne  nicht nur mehr Energie produzieren werde, als die Gebäude verbrauchen würden, sie sei dank Förderbeiträgen des Kantons gar eine lohnende Inves­tition für die Gemeinde Rüegsau. 

Ein Schuljahr im Container

Während gebaut wird, voraussichtlich ab Sommer 2019, wird die Sekundarschulanlage vollständig leer sein. «Nebst dem Neubau und der Sanierung haben wir uns auch Gedanken gemacht, wie der Schulbetrieb am besten gewährleistet werden könnte», erklärte Andreas Hängärtner. Man habe geprüft, die Klassen in die Schulhäuser Rüegsau sowie Biembach in der Nachbargemeinde Hasle auszulagern, diese Pläne aber wieder verworfen. Ungeeignet sei auch eine Etappierung (Neubau erstellen und anschliessend den Altbau sanieren). «Schliesslich haben wir uns – auch aus finanziellen Überlegungen – für eine Containerlösung entschieden», resümierte der zuständige Gemeinderat. «Einer der Vorteile ist, dass wir den Schul- und Baubetrieb klar trennen können.» Vorgesehen sind 13 Unterrichtspavillons sowie vier Sanitärcontainer. Der Hauptblock, welcher auf dem Turnplatz aufgestellt wird hat die Masse von 14 mal 45 Metern. Die Container werden voraussichtlich bis Herbst 2020 bestehen bleiben und die Gemeinde rund 600’000 Franken kosten. «Das Geld ist natürlich im Baukredit eingerechnet», hielt Hängärtner fest. 

Steuern dürften steigen

Gemäss dem Vorprojekt wird der Neubau der Turnhalle, der acht Klassenräume und Spezialräumen sowie die Sanierung des Altbaus rund 16,8 Millionen Franken kosten. «Im Mai, wenn die Detailplanung abgeschlossen ist, werden wir die genauen Zahlen haben», meinte Hängärtner. Dennoch zeigte sein Gemeinderatskollege Markus Mosimann auf, wie sich die Finanzen entwickeln könnten. Demnach würde die heute tiefe Steueranlage von 1,59 Einheiten in zwei Schritten auf 1,79 steigen. «Allerdings sind im Finanzplan alle Investitionen eingerechnet», meinte der für die Finanzen zuständige Gemeinderat. «Also auch Strassen- und Hochwasserprojekte. Erfahrungsgemäss wird aber längst nicht alles realisiert, was vorgesehen ist.» Genauere Zahlen werden an der sechsten Informationsveranstaltung im Mai zu hören sein. Im Herbst 2018 hat der Gemeinderat Rüegsau dann die Abstimmung über den eigentlichen Baukredit geplant.



08.03.2018 :: Bruno Zürcher
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