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«Schweizweit einzigartiges Projekt aus dem Emmental und Entlebuch»
«Schweizweit einzigartiges Projekt aus dem Emmental und Entlebuch» Escholzmatt:

Das Jugendhilfe-Netzwerk Integration hat den Biosphärenpreis 2018 erhalten. Die Stiftung führt eine Tagesschule für junge Menschen aus schwierigen Verhältnissen.

Mit der Vergabe des Biosphärenpreises 2018 an das Jugendhilfe-Netzwerk Integration mit den Standorten Eggiwil und Escholzmatt werde erstmals eine soziale Institution ausgezeichnet, sagte Carolina Rüegg, Präsidentin des Vereins Freunde der Biosphäre Entlebuch anlässlich der Übergabefeier. «Wir haben uns für dieses Jugendhilfe-Netzwerk entschieden, weil dessen soziales Engagement schweizweit absolut einzigartig ist und in der UBE nachhaltig wirkt», sagte die Laudatorin Claudia Hoch. Das leerstehende Schulhaus im Lehn wurde 2013 von der Stiftung Integration umgebaut und darin vor vier Jahren eine Tagesschule eröffnet. Aktuell gehen zehn Kinder mit speziellen Bedürfnissen zur Schule. Diese jungen Menschen aus schwierigen Verhältnissen erhalten Geborgenheit und familiäre Strukturen vornehmlich auf Bauernhöfen.

Qualifizierte Pflegefamilien

Nebst dem Unterricht stehen den Schülern verschiedene sozialpädagogische Programme zur Verfügung. Ein wichtiger Bestandteil sind die Partnerfamilien, die den Kindern ein möglichst natürliches und intaktes Lebensumfeld bieten können. Dafür haben sich 13 Familien aus der Region Entlebuch sowie 18 aus dem oberen Emmental im Rahmen eines mehrstufigen Verfahrens und einer Eignungsabklärung qualifiziert. «Die Platzierung der Pflegekinder auf Bauernhöfen macht die Arbeit des Jugendhilfe-Netzwerks Integration einmalig», wurde in der Laudatio erwähnt. Dies ermögliche den Bauernfamilien ein wertschätzendes Zusatzeinkommen. Das Zusammenspiel von sozialem Engagement und neu geschaffenen Arbeitsplätzen im Entlebuch zeige nachhaltige Wirkung im ländlichen Raum, der zudem zwischen Eggiwil und dem Entlebuch über die Kantonsgrenze hinweg vernetzt werde.

Ein Buch über die Entwicklung

Für Urs Kaltenrieder, Verwaltungsratspräsident der Stiftung Innovation, ist der UBE-Biosphärenpreis eine besondere Anerkennung. Vor rund 60 Jahren kam er als Pflegekind ins Emmental, ist dort aufgewachsen und hat zusammen mit Susanne Frutig vor 20 Jahren in Eggiwil das Jugendhilfe-Netzwerk aufgebaut, woraus vor vier Jahren die Filiale im Schulhaus Lehn entstand. Die ganze Entwicklung wird demnächst in einem Buch mit dem Titel «flussaufwärts» nachzulesen sein. «Im Lehn wurden neue und nachhaltige Arbeitsplätze geschaffen und inzwischen 4,6 Million Franken Wertschöpfung erzielt», sagte Gesamtleiter Marc Baumeler.

07.06.2018 :: Gody Studer
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