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Soll ich nach Bern?

Alles fing damit an, dass mich mein Freund Reto vor drei Wochen gefragt hat, ob ich mit ihm am 14. Juni nach Bern komme. Seither ist mein inneres Gleichgewicht aus dem Lot. Nun, einerseits reizt mich die Idee, einmal eine Grossstadt zu besuchen. Sicher auch, weil ich noch nie dort war und ich schon viel über Bern gehört habe. Andererseits macht mir dieses Abenteuer ehrlich gesagt auch etwas Angst, noch ehrlicher gesagt sehr Angst. Ich hatte sogar schon mehrere schlaflose Nächte deswegen. Im Internet habe ich gelesen, dass es dort Bären gibt. Ich bin sonst nicht so der ängstliche Typ, aber so was liest man schon nicht gern! Wenn ich mir schon die Mühe nehme, einen Tag lang eine Stadt zu besuchen, was mich sicher auch viel Geld kosten wird, so sollte dies doch irgendwie auch Spass machen. Aber wenn ich mir vorstelle, dass ich dann den ganzen Tag unter Stress stehe,
immer in der Angst, ein Bär könnte um die nächste Ecke kommen, macht das Ganze irgendwie auch keinen Sinn. 

 

Ich weiss aber auch, dass es viele tolle Läden gibt. Geschäfte mit farbigen Kleidern, welche man weder in Langnau noch in Escholzmatt je zu Gesicht bekäme. Zudem hat mir Reto von extrem modern eingerichteten Tea-Rooms erzählt. Man muss nur auf-
passen, dass sie einem keine Drogen oder K.O.-Tropfen in das Getränk rein geben. Am besten bestellt man gleich an der Theke, dann kann man das Personal beobachten. Ich frage mich auch, ob ich mich bewaffnen soll. Es sind ja nicht nur die Bären, von denen in dieser Stadt Gefahr ausgeht. Am Bahnhof soll es viele Randständige haben. Und rund um die Reitschule sei es gefährlicher als im Wilden Westen. Vergewaltigung, Raub, Totschlag sind dort an der Tages-
ordnung. Gut, ich glaube jetzt nicht, dass jemand mich als 53-jähriger Mann vergewaltigen würde. Man
sollte sowieso nicht gleich alles glauben, was die Leute so erzählen. Aber man kann ja nie wissen.
Jedenfalls habe ich auch gelesen, dass die meisten Straftaten nach 22:00 Uhr geschehen und dann wäre ich ja
längst wieder zu Hause. 

 

Was raten Sie mir, liebe Leserin,
lieber Leser? Würden Sie sich dem Risiko aussetzen? Wissen Sie von zusätzlichen Gefahren oder waren Sie am Ende sogar schon selbst einmal dort? Oder kennen Sie jemanden, der schon in Bern war, vielleicht sogar jemanden, der dort lebt? Scheuen
Sie sich nicht, mit mir Kontakt
aufzunehmen. Ich bin über jede
Information und jeden Tipp
dankbar. 


11.05.2017 :: Anton Brüschweiler ist Gitarrist und Liedermacher.
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