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Stimmiges Ende eines äusserst ­trockenen Alpsommers
Stimmiges Ende eines äusserst ­trockenen Alpsommers Sumiswald:

Die traditionelle Alpabfahrt fand dieses Jahr erstmals nicht an zwei, sondern an einem Tag statt. Wegen der Trockenheit ist ein Teil der Rinder vorzeitig ins Tal zurückgekehrt.

Nicht alle der 1000 Rinder, welche in der Gemeinde Sumiswald gesömmert werden, blieben dieses Jahr auch bis zum Saisonschluss auf der Alp. Wegen der ausserordentlichen Trockenheit ist ein Teil des Lüderenalp-Besatzes frühzeitig in die Talbetriebe zurückgeholt worden. Um dieses Szenario vermeiden zu können, haben die Verantwortlichen der Hinterarni-Gesellschaft Mitte August einem Heuzukauf zugestimmt. «Das Zufüttern und die zum Teil ausgetrockneten Brunnen in den Weiden führten für die betroffenen Hirtenfamilien zu einem erheblichen Mehraufwand», erklärte Präsident Hansrudolf Tanner anlässlich der Alpabfahrt vom vergangenen Freitag. 

Erstmals an einem einzigen Tag

Wegen der reduzierten Anzahl Tiere erachteten die zwei Alpvorstände, in Absprache mit dem Verkehrsverein Sumiswald-Grünen, die Voraussetzungen für einen einzigen Alpabzug als gegeben. Nach Aussage von OK-Präsidentin Marianne Kühni ist die Premiere reibungslos verlaufen, so dass künftig auf eine Fortsetzung tendiert werde. Ausserdem soll auf vielseitigen Wunsch ein passender Spezialitäten-Märit integriert werden. 

Als erste Gruppe marschiert traditionell Familie Röthlisberger vom Rindergrat in Sumiswald ein. So war es auch diesmal, nur waren heuer nicht mehr Werner und Ursula, sondern Tochter Margrit und Schwiegersohn Patrick Wymann an der Spitze. Auf dem Rindergrat und im Fischgraben hat nämlich die 5. Generation Röthlisberger das Zepter übernommen – in der heutigen Zeit keine Selbstverständlichkeit.

Ausländische Gäste 

Via Internet ist der gebürtige Mexikaner Luis Salazar auf die Sumiswalder Alpabfahrt aufmerksam geworden: «Ich finde solche Brauchtumsanlässe wichtig für die Identität der jungen Generation. So lernen sie ihre Wurzeln kennen.» Seine Begleiter Isabelle und George Jeng aus New York zeigten sich sehr beeindruckt, dass die Schweiz ihre Traditionen erhalten habe. «Wir waren noch nie so nahe an Kühen. Der Blumen- und Glockenschmuck war grandios und das ruhige Handling der Begleiter beeindruckend. Ebenfalls die schönen Holzhäuser im Dorfzentrum waren für uns ein Erlebnis», meinte der Architekt aus Amerika. 

Zum Dank ein Fünfliber

Eine Tradition der speziellen Art ist bestimmt auch, dass Familie Leuenberger aus Ursenbach seit 125 Jahren den Hinterarnialp-Säckelmeister stellt. In dieser Funktion verteilte Kassier Hektor Leuenberger diesmal schon zum 25. Mal den obligaten Fünfliber mit dem Hirtenkopf an die mitlaufenden Kinder. Quasi Nachwuchsförderung in eigener Sache.

20.09.2018 :: Ulrich Steiner
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