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Verrückte Wende innert 40 Sekunden
Verrückte Wende innert 40 Sekunden SCL Tigers:

Im dritten Match innerhalb von 72 Stunden besiegt Langnau die ZSC Lions mit 3:2. Drei Tore innert 40 Sekunden wenden das Blatt zu Gunsten der SCL Tigers.

 

Die Fans der SCL Tigers gehören zu den treusten im ganzen Land. Es braucht viel, bis sie ihren Unmut über die eigene Mannschaft einmal lautstark kundtun. Am letzten Dienstag, nach dem Startdrittel gegen die ZSC Lions, war einer dieser äusserst seltenen Momente. Die Tigers standen zu Beginn der Partie komplett neben den Schlittschuhen und waren mit dem 0:2-Rückstand zur ersten Pause noch gut bedient. Von den Rängen hagelte es ein Pfeifkonzert. «Das erste Drittel war unser schlechtestes seit ich hier bin», sagte Trainer Heinz Ehlers hinterher klar und deutlich. «Dafür gibt es keine Entschuldigung. Es war kein Wille und keine Arbeitsmoral zu sehen», so der Däne weiter.

Auch im Mitteldrittel wirkten die Tigers über weite Strecken lethargisch und kraftlos. Doch dann zeigte sich einmal mehr, wie einfach Sport sein kann. Antti Erkinjuntti traf aus heiterem Himmel zum 1:2, 14 Sekunden später gelang Aaron Gagnon der Ausgleich und weitere 26 Sekunden später lagen die SCL Tigers dank Eero Elo – und dem schwachen ZSC-Goalie Niklas Schlegel – mit 3:2 in Führung. 38 Minuten lang eine schlechte Darbietung und dann dank drei Treffern innerhalb von 40 Sekunden die Wende. Verrückt! Die Emmentaler retten den Vorsprung mit grossem Kampfgeist über die Zeit und kam so zum ersten Heimsieg gegen die ZSC Lions seit 2012. Es war so etwas wie ausgleichende Gerechtigkeit für die zuletzt zahlreichen Niederlagen gegen die Zürcher, welche oft erst in den letzten Minuten und dem Verspielen einer Führung zustande kamen.


«Herz und Charakter gezeigt»

Die Erleichterung war Trainer Ehlers nach Spielschluss jedenfalls deutlich anzumerken. «Es war kein schönes Spiel, aber es sind drei Punkte. Das ist wichtiger, als gut zu spielen und zu verlieren», sagte er und lobte den vorbildlichen Einsatz seiner Spieler: «Die Mannschaft hat am Ende sehr viel Herz und Charakter gezeigt.»

Mit den erkämpften drei Punkten endete das Mammutprogramm mit drei Partien in vier Tagen versöhnlich. Selbst den Niederlagen gegen Bern und Davos am letzten Wochenende konnte Heinz Ehlers Positives abgewinnen: «Ich sehe das nicht so tragisch. Bern ist für mich die beste Mannschaft in der Liga. Sie haben nur 13 Mal auf unser Tor geschossen, da haben wir sehr vieles richtig gemacht. Und in Davos ging es für uns am Anfang zu schnell. Doch auch da hätten wir mit ein bisschen Glück noch einen Punkt mitnehmen können, wir hatten am Schluss einige gute Möglichkeiten.»

Sorgen machen dem Dänen vor allem die Verletzten. Neu gehören dazu die Verteidiger Federico Lardi und Miro Zryd, welche beide eine Gehirnerschütterung erlitten haben. Weniger schlimm dürfte die Situation bei Philippe Seydoux (gegen SCB nach Stockschlag mehrere Zähne verloren) und dem angeschlagenen Lukas Haas sein.

19.10.2017 :: Christoph Schär
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