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Hickhack hinter den Kulissen von VdS

 

Thomas Lüthi bleibt in der MotoGP, der Königsklasse der Motorrad-Weltmeisterschaft, punktelos. Auf seiner «Parade-strecke» in Le Mans (Fr), wo der Emmentaler vier seiner bisher 16 Grand-Prix-Siege feierte (2005/06 in der 125er-Kategorie, 2012 und 2015 in der Moto2-Klasse), reichte es am Sonntag nur zu Platz 16. Rund 3,3 Sekunden fehlten Lüthi beim Frankreich-GP auf Rang 15 von Takaaki Nakagami (Jap) oder auf den Premierenzähler in der MotoGP. Überraschend kamen die Probleme mit dem Vorderrad seiner Honda nicht. Lüthi, der beim vorletzten GP in Jerez (Sp) erstmals in einem Rennen der Königsklasse stürzte, fiel auch in Le Mans öfter hin.

Viel mehr als die Stürze beziehungsweise das nach wie vor leere Punktekonto schmerzt Lüthi aber das Hickhack hinter den Kulissen seines Teams Marc VdS. Teamchef Michael Bartholemy wurde am Wochenende in Le Mans vor die Türe gestellt. Der Streit zwischen Bartholemy und Teambesitzer Marc van der -Straten eskalierte schon zu Beginn der Woche. Gemäss «speedweek.com» fehlen dem Team zwischen «10 und 15 Millionen Euro» in der Kasse. Es geht auch um Besitzverhältnisse. Das Chaos traf auch die Fahrer Lüthi und dessen Teamkollegen Franco Morbidelli (It). Die Testtage diese Woche in Barcelona (Sp) wurden gestrichen – dabei sind die MotoGP-Rookies auf zusätzliche Kilometer angewiesen. Lüthi erst recht, weil er verletzungsbedingt letzten Herbst bei den ersten MotoGP-Tests auf diese Saison hin gefehlt hatte.

Die turbulenten Bedingungen und die fehlenden Resultate sprechen immer mehr gegen eine Fortsetzung von Lüthis Karriere in der MotoGP. Soll sein Vertrag um eine Saison verlängert werden, so muss er bis Mitte Juli /Anfang August Punkte holen. Bei den WM-Läufen auf dem Sachsenring (De) und in Brünn (Tsch) beginnt traditionell der Transferpoker. In der Königsklasse hat das Rennen um die Verträge bei den Werkteams (und damit auch der verbleibenden Plätze) längst begonnen.

 

Der GP-Report von Le Mans (Fr)

• Das Klassement des MotoGP-Rennens: 

1. Marc Marquez (Sp), Honda (Werksteam), 112,995 km oder 27 Runden in 41:49,773 Minuten (= 162 km/h; 25 WM-Punkte). 2. Danilo Petrucci (It), Ducati, 2,310 Sekunden zurück (20 WM-Punkte). 3. Valentino Rossi (It), Yamaha (Werksteam), 5,350 (16). 4. Jack Miller (Aus), Ducati, 6,314 (13). 5. Dani Pedrosa (Sp), Honda (Werksteam), 7,419 (11). 6. Jorge Lorenzo (Sp), Ducati (Werksteam), 10,355 (10). 7. Maverick Vinales (Sp), Yamaha (Werksteam), 23,758 (9). 8. Cal Crutchlow (Gb), Honda, 25,795 (8). 9. Aleix Espargaro (Sp), Aprilia (Werksteam), 26,206 (7). 10. Alex Rins (Sp), Suzuki (Werksteam), 27,937 (6). 11. Pol Espargaro (Sp), KTM (Werksteam), 32,304 (5). 12. Hafizh Syahrin (Mal), Yamaha, 34,962 (4). 13. Franco Morbidelli (It), Honda, 37,881 (3). 14. Bradley Smith (Gb), KTM, 38,299 (2). 15. Takaaki Nakagami (Jap), Honda, 41,986 (1). 16. Thomas Lüthi (Sz), Honda, 45,260. – Ausgeschieden: u.a. Andrea Iannone (It), Suzuki (Sturz/1. Runde); Andrea Dovizioso (It), Ducati (Sturz/4.); Johann Zarco (Fr), Yamaha (Sturz/10.). – 24 Fahrer gestartet, 18 klassiert. – Schnellste Runde: Marquez, 17. Runde in 1:32,312 Minuten (= 163,2 km/h).

 

• Qualifikation (= Startaufstellung), Q2: 

1 Zarco, 4,185 km oder 1 Runde in 1:31,185 Minuten (= 165,2 km/h). 2 Marquez, 0,108 Sekunden zurück. 3 Petrucci 0,196. 4 Iannone 0,269. 5 Dovizioso 0,368. 6 Lorenzo 0,405. 7 Miller 0,498. 8 Vinales 0,599. 9 Rossi 0,715. Ferner/Q1: 16 Morbidelli 0,952 (auf Petrucci). 21 Lüthi 1,621.

 

• WM-Zwischenklassement 

(nach 5 von 19 Rennen): 1. Marquez, 95 Punkte (3 Saisonsiege). 2. Vinales 59. 3. Zarco 58. 4. Rossi 56. 5. Petrucci 54. 6. Miller 49. 7. Iannone 47. 8. Crutchlow 46 (1). 9. Dovizioso 46 (1). 10. Pedrosa 29. Ferner: 15. Morbidelli 16. – Ohne Punkte: u.a. Lüthi.

 

• Nächster GP: 3. Juni in Mugello (It).



24.05.2018 :: Werner J. Haller
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