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Lüthi sehr weit zurück: «Es war ein Desaster!»

Der Motorrad-Grand-Prix von San Marino war für Thomas
Lüthi schlicht eine Katastrophe: Nur Vorletzter, auf Platz 22. Der damit weiterhin punktelose Emmentaler gab nach dem 12. Lauf (von 18) zu: «Das Rennen war ein Desaster! Meine Maschine hatte hinten auf dem Pneu keinen Grip, und vorne war sie unstabil», erklärte der Honda-Pilot. Über 72 Sekunden fehlten Lüthi nach den 114 Rennkilometern auf den Sieger, den Ducati-Werksfahrer Andrea Dovizioso – oder erstmals über eine Minute, was so viel Rückstand wie nie zuvor in der laufenden MotoGP-Saison bedeutet.

Dabei hatte sich Thomas Lüthi viel erhofft. Nicht nur, weil er auf dem Rundkurs von Misano im Jahr zuvor seinen bisher letzten GP gewonnen hat (noch in der Moto2-Klasse und nach der Disqualifikation des Berners Dominique Aegerter), sondern auch, weil er nach einem Testtag gleichenorts Hoffnung auf Fortschritt hatte: «Der Test in Misano dauerte zwar nur einen Tag. Aber es war trotzdem interessant, weil ich nun mit etwas MotoGP-Erfahrung auf diese Strecke zurückkomme.» Genützt haben die Zusatzkilometer letztlich… nichts. 

Lüthi kämpfte am Wochenende des San-Marino-GPs fortwährend mit Einstellungsproblemen an seiner Honda. «Ich bin langsamer als beim Test. Der Grip fehlt, also muss ich mit dem Team das Set-Up der Maschine ändern», sagte er nach dem ersten Trainingstag – und mit über zwei Sekunden Rückstand auf die Spitze. «Es gibt Probleme in den Kurven», ächzte er nach Platz 23 in der Qualifikation – mit deutlich über zwei Sekunden Differenz. Die Folge: Lüthi und sein Team stellten die Honda nach dem Warm-Up am Sonntag vor dem Rennen komplett um – ohne Erfolg. «Es war nicht einfach, unter diesen Voraussetzungen den GP zu beenden. Angreifen war so unmöglich.»

 

Der GP-Report von Misano (It)

• Das Klassement des MotoGP-Rennens:
1. Andrea Dovizioso (It), Ducati (Werksteam), 114,102 km oder 27 Runden in 42:05,426 Minuten (= 162,6 km/h; 25 WM-Punkte). 2. Marc Marquez (Sp), Honda (Werksteam), 2,822 Sekunden zurück (20 WM-Punkte). 3. Cal Crutchlow (Gb), Honda, 7,269 (16). 4. Alex Rins (Sp), Suzuki (Werksteam), 14,687 (13). 5. Maverick Vinales (Sp), Yamaha (Werksteam), 16,016 (11). 6. Dani Pedrosa (Sp), Honda (Werksteam), 17,408 (10). 7. Valentino Rossi (It), Yamaha (Werksteam), 19,086 (9). 8. Andrea Iannone (It), Suzuki (Werksteam), 21,804 (8). 9. Alvaro Bautista (Sp), Ducati, 23,919 (7). 10. Johann Zarco (Fr), Yamaha, 27,559 (6). 11. Danilo Petrucci (It), Ducati, 30,698 (5). 12. Franco Morbidelli (It), Honda, 32,941 (4). 13. Takaaki Nakagami (Jap), Honda, 33,461 (3). 14. Aleix Espargaro (Sp), Aprilia (Werksteam), 35,686 (2). 15. Michele Pirro (It), Ducati (Werksteam), 35,812 (1). Ferner: 22. Thomas Lüthi (Sz), Honda, 1:12,608 Minuten zurück. – 26 Fahrer gestartet, 23 klassiert. - Schnellste Runde: Dovizioso, 9. Runde in 1:32,678 Minuten (= 164,1 km/h; Rekord).

• Qualifikation (= Startaufstellung), Q2:
1 Lorenzo, 4,226 km oder 1 Runde in 1:31,629 Minuten (= 166,0 km/h). 2 Jack Miller (Aus), Ducati, 0,287 Sekunden zurück. 3 Vinales 0,321. 4 Dovizioso 0,374. 5 Marquez 0,387. 6 Crutchlow 0,396. 7 Rossi 0,399. 8 Petrucci 0,507. 9 Zarco 0,621. 10 Rins 0,709. Ferner/Q1: 12 Morbidelli 0,065 (auf Pedrosa). 23 Lüthi 1,366. In der MotoGP ist die Qualifikation zweigeteilt. An Q2 nehmen die zehn besten Fahrer der drei ersten freien Trainings teil plus die zwei Schnellsten von Q1, welches zuvor vom Rest des Feldes gefahren wird.  

• WM-Zwischenklassement nach 12 von 18 Rennen*: 1. Marquez, 221 Punkte (5 Saisonsiege). 2. Dovizioso 154 (3). 3. Rossi 151. 4. Lorenzo 130 (3). 5. Vinales 124. 6. Crutchlow 119 (1). 7. Zarco 110. 8. Petrucci 110. 9. Iannone 92. 10. Rins 79. Ferner: 16. Morbidelli 26. – Ohne Punkte: u.a. Lüthi. *ohne Grossbritannien-GP (abgesagt/Wetter).

• Nächster GP am 23. September in Alcaniz/Aragon (Sp).


13.09.2018 :: Werner J. Haller
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