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Schauspielerin sammelt Erfahrung als Regieassistentin

Das Schauspieltalent Lia A. Kraft übernimmt an der Theaterproduktion der Kanti Schüpfheim erstmals die Rolle der Regieassistenz. Gleichzeitig ist sie Schauspielerin.

Theaterbegeisterte Schüler- und Schülerinnen der Kantonsschule Schüpfheim / Gymnasium Plus führen unter der Leitung ihres Lehrers Ralf Junghanns das Theaterstück «Die Insider» auf. Regieassistentin ist Lia A. Kraft, Schülerin der Theaterklasse am Gymnasium Plus. 

Lia A. Kraft ist eine grosse, junge Frau mit blonden Haaren, ein Energiebündel, das schnell und druckreif spricht und sich perfekt auf Hochdeutsch ausdrücken kann. Ein Teil ihrer Familie, der Vater und vier ihrer sechs Geschwister, leben noch heute in Halle bei Leipzig, wo Lia A. Kraft früher die Schule besuchte. Die 18-Jährige liebt Schauspiel und Theater und hat schon in Halle im Schülertheater mitgemacht. Für das Gymnasium Schüpfheim hat sie sich entschieden, weil sie hier in den Fächern Theater, Gesang und Tanz speziell gefördert wird. 2020 wir sie die Matura und eine Maturaarbeit im Fach Tanztheater machen. Nächstes Jahr beginnt auch das Probesprechen. Dann hofft sie einen Platz an einer Schauspielschule zu finden.

Für die Stelle als Regieassistentin hat sie sich nicht beworben. Sie wurde von Lehrer Junghanns angefragt, der wohl wusste, dass seine Schülerin schon viel Theatererfahrung mitbringt. Seit drei Jahren macht Lia A. Kraft beim «VorAlpentheater», dem -Jugendtheater des Luzerner Theaters, mit. Und letztes Jahr spielte sie eine Rolle beim «Jedermann», der Freilichtaufführung des Luzerner Theaters. Seit zwei Jahren wohnt sie in der Region. Vorher sei sie jeweils noch mit dem Zug von Deutschland in die Schweiz gependelt, sagt sie. 

Mitwirken in einem besonderen Stück

«Die Regieassistenz hat die Aufgabe, den Regisseur zu unterstützen, Fragen der Schauspieler zu beantworten und die Kommunikation zwischen allen Beteiligten zu gewährleisten», erzählt sie. Es ist eine zeitaufwändige Arbeit. Man übernimmt auch beim Entstehungsprozess Verantwortung. «Wenn Lehrer Junghanns nicht da war, habe ich die Proben geleitet», so die Regieassistentin. «Die Insider», ein Theaterstück über einen Banküberfall, bei dem nichts gestohlen wird und keine Spuren zurückbleiben, sei ein ambitioniertes, in kurzer Zeit entstandenes Projekt. Vor sechs bis sieben Wochen begannen die Proben. An der Schüleraufführung vom Montag spielt man zum ersten Mal zusammen.

Der Spielort, ein ehemaliges Industriegebäude, gleicht aber gar nicht einer Bank. Zwar gibt es Schalter, aber auch vollgesprayte Wände, die irritieren. 

Doch dann ist man plötzlich mittendrin. Banküberfall, Geiselnahme, eine verwirrte Polizei und Geiseln, die von Bankräubern nicht zu unterscheiden sind. Alles geschieht auf einmal, alles scheint unrealistisch, der Bankraub nur Kulisse. Wörter schwirren umher: Albanien, Enver Hodscha, Kommunismus, Kapitalismus, Nazis, Blutgeld, Diamanten, Bankraub, Bankgründung.

Und wo ist da die Regieassistentin, die alles managt? Die gibt sich erst in der Spielpause zu erkennen, als sie die Kapuze ihres weissen Maleroveralls vom Kopf zieht, mit dem sich die Bankräuber tarnten. Lia A. Kraft spielte die Bankräuberin Stevie, die alles im Griff hat und Bankräuberchef Dalton zurückhält, als der die Nerven verliert. Auch nach ihrer Abführung durch die Polizei ist sie immer noch präsent. Und nach der Vorstellung beantwortet sie Fragen von Schauspielern und nimmt Anweisungen für die Nachtmittagsvorstellung von Ralf Junghanns entgegen.   

Aufwand und Ertrag stimmen

«Unter Berücksichtigung der knappen Zeit ist es gar nicht so schlecht geworden», sagt Lia A. Kraft. Sie sei zufrieden. «Vor zwei Wochen hatte ich ein Tief, dachte, das werde nichts.» Die Zeit sei schon ein Problem. Mit mehr Zeit könnte man noch mehr herausholen. «Wie viel Zeit ich in die Regie investiert habe, kann ich nicht sagen. Ich bin gegenwärtig noch am Projekt ‹Cybercity› des Luzerner Theaters engagiert. Das geht für mich alles zusammen. Theater ist Theater.» Und für die Schule braucht Lia A. Kraft natürlich auch noch Zeit. Trotzdem findet sie die Aufgabe als Regieassistentin aufregend. Da sei man gefordert und gefragt. Und es sei schön, zu sehen, wie die Schauspieler-Truppe zusammenwächst.

11.04.2019 :: Bernadette Waser

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