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«Am Anfang bin ich erschrocken»
«Am Anfang bin ich erschrocken» SCL Tigers:

Jules Sturny spielt in Langnau erstmals in der höchsten Liga. Der Zürcher ist damit – über Umwege – doch noch in die Fussstapfen des Grossvaters getreten.

Wer wie Jules Sturny Jahrgang 1996 hat und in der Region Kloten aufgewachsen ist, war quasi von Geburt an mit Eishockey konfrontiert. Denn der EHC Kloten war zu jener Zeit das Mass aller Dinge im Schweizer Hockey. Kloten feierte von 1993 bis 1996 vier Meistertitel. Vergleichbares hat seither kein anderer Verein mehr geschafft. Sturny, der aus Klotens Nachbargemeinde Winkel stammt, landete bald schon selber am Schluefweg, der Heimstätte der «Flieger». «Meine Eltern schickten mich in die Hockey--Schule und das hat mir gut gefallen. Ich verbrachte anschliessend meine ganze Juniorenzeit in Kloten und Bülach.» Doch anders als sein Grossvater, der für den EHC in der NLA spielte, erhielt Jules in der Flughafenstadt keine Chance in der höchsten Liga. «Also musste ich mich umschauen und -wurde vor ein paar Jahren schliesslich von Visp ins Probetraining eingeladen.» So zügelte der Stürmer im Alter von 20 Jahren ins Wallis und ging fortan in der zweithöchsten Liga auf Torjagd.

Durchbruch nach harzigem Start

Sturny bewohnte mit Mitspielern eine Wohngemeinschaft, unter anderem mit dem Ex-Langnauer Tobias Bucher. Jener Tobias Bucher, der die Tigers im Frühjahr 2016, in seinem letzten Spiel für die Emmentaler, in der Verlängerung gegen Biel zum Ligaerhalt geschossen hat. 

Zurück zu Jules Sturny. Seine ersten beiden Jahre in Visp verliefen sportlich gesehen relativ harzig. In 101 Spielen für die Oberwalliser gelangen dem Stürmer lediglich 15 Skorerpunkte. Doch dann, in der letzten Saison, schaffte der Zürcher den Durchbruch. Mit 17 Toren und 16 Vorlagen war Sturny viertbester Skorer seines Teams. Das blieb in Langnau nicht unbemerkt. Auch weil Sportchef Marco Bayer den Spieler bereits kannte. «Er war in Kloten früher mein Trainer bei den Elite-Junioren», erklärt der 23-Jährige. «Ende letzten Jahres rief mich Bayer an und fragte, ob ich Lust hätte, einmal in Langnau zu trainieren.» Sturny hatte Lust und verbrachte während der Nati-Pause letzten Dezember zwei Tage bei den SCL Tigers – und bekam schliesslich einen Zweijahresvertrag.

Rauer Umgangston bei Trainer Ehlers

Auf die Frage, ob er wusste, worauf er sich beim neuen Trainer Heinz Ehlers, der den Ruf eines «harten Hundes» hat, eingelassen hat, muss Jules Sturny lachen. «Nein, überhaupt nicht. Ich kannte ihn nicht und bin ab seiner Art am Anfang schon ein wenig erschrocken.» Mittlerweile hat sich der 23-Jährige aber an den zuweilen rauen Umgangston des Dänen gewöhnt. «Und eigentlich ist es ja gut, wenn er dir direkt sagt, was Sache ist. Wenn man während des Spiels vom Eis kommt, sagt er dir sofort, was man hätte besser machen können.» In den ersten drei Saisonspielen kam Sturny, mit rund sieben Minuten Eiszeit pro Partie, in der vierten Linie zum Einsatz. Er weiss, dass er keine Stammplatzgarantie hat. «Ich muss mich täglich aufdrängen, alles geben, um hier bleiben zu können. Es kann schnell gehen.» Das hat er bereits erlebt. Beim Auswärtsspiel am letzten Samstag in Biel musste er überzählig zuschauen.

26.09.2019 ::
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