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Betreffend Gleichstellung noch lange nicht am Ziel
Betreffend Gleichstellung noch  lange nicht am Ziel Langnau:

Mit einem Umzug durchs Dorf wiesen Frauen und Männer darauf hin, dass das Gleichstellungsgesetz zwar auf dem Papier, aber noch lange nicht in allen Köpfen existiere. 

Viele Frauen – und auch Männer – legten am 14. Juni die Arbeit nieder und zogen mit Transparenten und Welt-Ballons durch die Strassen. Auch in Langnau versammelten sich rund 220 Leute. Organisatorin Danielle Lemann hatte nichts dagegen einzuwenden, dass Männer am Frauenstreik-
Umzug mitmarschierten. «Wir haben sie eingeladen, denn wir sind froh, wenn sie uns unterstützen», sagte sie. Auch ihr Ehemann Hansueli Albonico war dabei. Am Treffpunkt auf dem Rasen vor dem Regierungsstatt-halteramt trafen mehr und mehr Leute ein: Junge und Alte, Frauen und Männer, Schulmädchen und Teenager, ganze Familien mitsamt Kinderwagen und einigen Hunden. Unter den Klängen von Trommel, Tambour, Trillerpfeifen und einer Handharmonika marschierte man durchs Dorf. Dass hier die Vorbereitungsarbeiten für die Tour de Suisse im Gange waren, störte niemanden. Die Arbeiter liessen kurz ihre Hände ruhen und schauten den grössenteils violett gekleideten Leuten nach. 

Unterbezahlt

«Es geht nicht nur um Lohnunterschiede. Wir wollen darauf hinweisen, dass mehrheitlich von Frauen ausgeübte Berufe wie Reinigungskraft, Coiffeuse, Kita-Betreuerin oder Verkäuferin unterbezahlt sind», erläuterte Danielle Lemann die Anliegen. Obwohl in der Schweiz manches betreffend Gleichstellung besser geworden sei, sei man noch lange nicht am Ziel. Ausserdem müsse man sich so-lidarisch zeigen mit Frauen in Ländern, wo Gewalt und Unterdrückung herrschten. Und es dürfe nicht sein, dass man Frauen, die Angehörige mit Behinderung, alte Eltern oder Kleinkinder betreuten, mit «Sie arbeiten also nicht!» beleidige.

Solidarisch

Rednerin Lena Frank von der Gewerkschaft Unia berichtete, in Bern hätten Tausende von Verkäuferinnen die Marktgasse blockiert. Sie sei aber auch beeindruckt, dass in Langnau so viele Leute gekommen seien.

Unter den Mitmarschierenden sagten viele, sie seien selbst zwar nicht betroffen, machten aber aus Solidarität mit. Hier sei wohl der Mittelstand vertreten, die Benachteiligten trauten sich kaum, sich zu wehren und zu streiken, hiess es auch. Schulmädchen berichteten, man habe in der Schule und am Familientisch das Thema diskutiert. Die Auszubildende im Blumenladen meinte dagegen, sie habe keinen Grund, sich zu beklagen, da-rum mache sie nicht mit. Und eine ältere Passantin zeigte den Vorüberziehenden den Vogel und schrie: «Schämt euch, ihr dummen Hühner. Gleichheit gibt es nicht, geht einmal auf den Bau, dann wisst ihr, was Arbeit ist.»

20.06.2019 :: Gertrud Lehmann
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