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Dank der Muttertieranlage wird der Bestand der Forellen gestützt
Dank der Muttertieranlage wird der Bestand der Forellen gestützt Eggiwil:

In der Forellen-Muttertieranlage wurden seit 2014 rund 1,8 Millionen Eier produziert. Das trug nach den Hochwassern und Hitzesommern zum Erhalt des Fischbestandes bei.

Aufgrund der Sparmassnahmen des Kantons hat das Fischereiinspektorat des Kantons Bern Ende 2014 beschlossen, die Forellen-Muttertieranlage in Eggiwil zu schliessen. Die Fischereivereine Burgdorf und Langnau übernahmen darauf unter dem Patronat der Fischerei-Pachtvereinigung Emmental die Anlage mietweise. In vier Becken tummeln sich vier Generationen Muttertiere. Die ältesten Fische erreichen bereits ein Alter von zehn Jahren. Die jüngsten Forellen wurden im letzten Jahr in einem der vier Teiche eingesetzt. Einzelne Tiere liefern pro Jahr bis zu 3000 Eier. «Seit Ende 2014 konnten wir jährlich durchschnittlich 260’000 Eier abstreifen, die dann in die Brutanlagen in Langnau und Burgdorf kommen», sagt Thomas Maurer, Kantonaler Fischereiaufseher. Im Jahr 2017 waren es 368’000 Eier, 2018 konnten sogar 400’800 Eier gewonnen werden.  

Viele Stunden Fronarbeit

«Es freut mich, wie sich die Mitglieder beider Fischereivereine einsetzen. Ohne dieses Engagement wäre die Anlage geschlossen worden und die Stützmassnahmen in den Gewässern des Emmentals hätten nicht mehr durchgeführt werden können», führt Thomas Maurer weiter aus. Im Sommer organisieren die Vereine jeweils einen Unterhaltstag. Es wird geschnitten, gejätet und geputzt. Ab Anfang November bis Ende Jahr werden jeweils samstags die Fischeier abgelaicht. Von beiden Vereinen sind jeweils vier bis fünf Personen anwesend. Bei acht Jahreseinsätzen ergibt dies eine Summe von rund 500 Freiwilligenstunden, was einem Arbeitsaufwand von rund 60 Arbeitstagen entspricht. «Wobei die Arbeit dann noch nicht erledigt ist», gibt Ernst Jenni zu bedenken. Er ist Verantwortlicher Bewirtschaftung des Fischereivereins Langnau. «Bis sich die Eier in kleine Forellen verwandelt haben, wird es April. In dieser Zeitperiode müssen die Eier wöchentlich überprüft werden. Erst dann können die Brütlinge gemäss Besatzplan des Kantons in die Aufzuchtbäche ausgesetzt werden, wo sie bis zu einem Jahr bleiben und dann in Ilfis, Emme und private Pachtgewässer verlegt werden», erklärt Ernst Jenni. 

5000 Franken pro Jahr

Das Budget für den Betrieb der Anlage beläuft sich auf rund 5000 Franken pro Jahr. Darin enthalten sind die Miete der Anlage, das Futter für die Fische, die Kosten für die täglichen, unumgänglichen Kontrollgänge sowie Unterhaltskosten. 

Der sogenannte 111er-Klub, diverse Fischereivereine sowie Privatpersonen unterstützen das Projekt finanziell. Mit dem Fischereiverein Biel besteht eine Sondervereinbarung: Die Bieler unterstützen das Projekt jährlich mit einem Beitrag, die Vereine erbringen Gegenleistungen in Biel mit rund 70 Helferstunden pro Jahr beim Fischverkauf an der Braderie.  

Blick nach vorn

«Die Fischerei-Pachtvereinigung Emmental hat zum Ziel, die Anlage längerfristig weiterzubetreiben», führt deren Präsident, Toni Liechti, aus. Die Konzession läuft zwar 2027 aus, die Vereine streben jedoch eine Verlängerung an. «Die Arbeit geht uns nicht aus, kommt doch in letzter Zeit öfter ein Graureiher in die Anlage auf Besuch», ergänzt Liechti. Es sei daher vorgesehen, die vier Teiche mit Netzen zu überdecken.

26.03.2020 :: Pedro Neuenschwander
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