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Die Adlige vom Schweinsbärg

Ds Söili giut aus Symbou vom Glück. Scho sit Jahrtuusige wärde Söi ghaute, o hieumenang. Da erstuunts, dass me fasch kener Ortsnäme zu däm Tier fingt, wes im Verglych e ganzi Zilete vo Rinderbärge git. Imene Dokumänt usem Jahr 1495 isch e Ort z Rüegsou aus «Schwein brünnen» erwähnt. Äbefaus überliferet 1640 «schwÿ stige». Hüt heisst das Heimet nordöschtlech vo Äschlismatt «Steye». Offenbar sy scho lang zwe Näme brucht worde. Uf au Fäu het scho 1683 e Schriberling feschtghaute: «vff sein hoff schwÿn stigen so man sonst nempt die steien». 

Das wärs de scho gsy mit de Ortsnäme mit «Schwein» – aber Was isch mit Schweinsbärg? Eso heisst e Burgsteu a dr Ämme, nördlech vo Schüpbach. Gebrüchlech isch dert o Schweissbärg. Ortsnäme mitem Wort Schweiss, dütet uf Land häre, wo dr Bode schwitzt, wo auso Wasser a d Oberflächi drückt wird. Z Grosshöchstette hets früecher e «schweitzennacher» gä. U «Schwein brünnen», woni wyter obe erwähnt ha, isch guet 100 Jahr speter o aus «Schweitz brunen» notiert worde. 

Zrügg zur Burgsteu, wo me äbe Schweissbärg u Schweinsbärg seit. Gmeint isch hie ds Glyche. Das Ganze het weder mit Söi no mit Schweiss öppis z tüe – aber miteme adlige Gschlächt: Vo Schweinsbärg. Die dörfte vo de Herre vo Signou abstamme, wie dr Gschichtsforscher Jonas Glanzmann usegfunge het. Bis ids Detail yche het me die Verwandtschaft nid chönne ufschlüssle. Sicher isch, dass 1248 e «Uol de Sweinsperch» dert gläbt het. Äbefaus dere Familie zuegschribe wird e zwöiti Befestigung: Schweissbärg im Eggiwiu. Dene Ritter het speter o d Herrschaft Wartestei ghört u dr «Wernherus de Sweinsperch» het de drzue no d Herrschaft z Attinghuse (Uri) übernoo – eso isch ds bekannte Gschlächt «Schweinsberg-Attinghausen» entstange. Är isch vor auem im Urnerland aktiv gsy u het Uri o bir Gründig vom Dreiländerbund verträte. 1315 isch är de o bir Schlacht vo Morgarte derby gsy. Grosse Yfluss bringt nid unbedingt Gäut: Dr «Wernher II» het im Urnerland mehreri Güeter müesse verchoufe u d Herrschaft im Ämmitau sim Brüetsch Diethelm übergää. Dä het sich übrigens geng «Schweissberg» gnennt.

 

Queue: «Ortsnamenbuch des Kantons Bern», «Orts- und Flurnamen des Amtes Entlebuch», www.idiotikon.ch u wyteri. Aafrage: 034 409 40 05 oder zuercher@wochen-zeitung.ch

03.01.2020 :: Bruno Zürcher
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