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«Diese Saison müssen wir viel härter arbeiten für Glück und Erfolg»
«Diese Saison müssen wir viel härter  arbeiten für Glück und Erfolg» SCL Tigers:

Der 52-jährige Schwede Rikard Franzén ist seit letzter Saison Assistenztrainer an Heinz Ehlers Seite, zuständig für das Training der Verteidiger. Auch auf mentaler Ebene.

Rikard Franzén, diese Saison läuft nicht alles so rund. Der Tiefpunkt war wohl letzten Freitag gegen den ZSC?

Das war definitiv ein schlechtes Spiel. So verliert niemand gerne; daheim mit so vielen Goals. Was wir jetzt machen müssen ist, das Selbstvertrauen wieder aufzubauen: Schaut auf die Fehler, lernt daraus, nehmt die guten Aktionen mit und dann vergesst dieses Spiel. 

 

Liegt denn Ihrer Meinung nach das Problem beim fehlenden Selbstvertrauen der Verteidigung?

Das Problem ist auf der psychologischen Ebene zu suchen. Letzte Saison hatten wir einen super Start. Das hat viel Selbstbewusstsein verliehen, das heuer fehlt. Letzte Saison spielten die Jungs bis zum Schluss zusammen, halfen einander und blieben auch bei Fehlern locker. Heute passiert nur ein Fehler schon sind sie nervös und spielen nicht mehr so unbefangen. Hinzu kommt, dass wir einige Verletze hatten. Die Linien wurden durcheinander gewirbelt. Aber die Spieler arbeiten hart. Es macht mir Freude, zu sehen, mit welchem Willen sie dabei sind. Am Einsatz liegt es definitiv nicht. 

 

Woran denn? 

Wir müssen viel härter arbeiten für den Erfolg und somit auch für das Glück. Wo letzte Saison die Pucks bei dem gegnerischen Goal reingingen und die gegnerischen bei uns abprallten, ist es jetzt genau umgekehrt. Letzte Saison erreichten wir die Playoffs, dies zu bestätigen, ist eine viel grössere Herausforderung. Und das setzt die Spieler etwas unter Druck. Meine Arbeit besteht darin, die Verteidiger zu überzeugen, sich wieder auf ihre Basisarbeit zu besinnen. 

 

Lassen sich die Verteidiger etwa durch die Diskussionen rund um «DiDo» oder andere Transfer-Gerüchte beeinflussen?

Ganz klar: Transfer-Gerüchte und damit verbundene Unsicherheiten haben in der Garderobe und auf dem Eis nichts zu suchen. Wir sind für diese Saison ein Team, das zusammen spielt und zusammen gewinnen will. Alles andere kommt dann nach Saisonschluss. 

 

Aber im Spiel muss es ja doch eine Interaktion zwischen den Stürmern und der Verteidigung geben?

Eine gute Verteidigung beginnt bei einer starken Offensive. Solange die Stürmer die Gegner unter Druck setzen und sie zwingen Fehler zu machen, können die Verteidiger das lesen und dementsprechend reagieren. Deshalb spreche ich eigentlich nicht gerne von Verteidiger und Stürmern, sondern von einem Team! Fünf Spieler auf dem Eis, die zusammenarbeiten und einander helfen, die Gegner unter Druck zu setzen, Tore zu machen und gegnerische zu verhindern. Bei uns ist es im Moment aber wirklich so, dass die Stürmer wie «Peso» und «DiDo» einfach laufen, auf die müssen wir nicht schauen, aber die Verteidigung braucht wieder die nötige Ruhe, um zuverlässig zu spielen. 

 

Und wie kriegen Sie das hin?

Nun, das Rad kann ich nicht neu erfinden. Wir trainieren hart, der Wille ist da. Ich wage zu behaupten, dass wir letztes Jahr vermutlich etwas über unseren Möglichkeiten gespielt haben und das jetzt nicht mehr so einfach geht. Dazu kommt, dass heuer uns das nötige Quäntchen Glück gefehlt hat. 

 

Also schieben Sie hin und wieder
die Verantwortung für das Geschehen auf eine «höhere Macht»?

Vielleicht bin ich einfach schon so lange dabei, dass ich irgendwann auch genug analysiert habe. Wenn alle hart arbeiten und das machen, was die Coaches sagen, es aber dennoch im Spiel nicht aufgeht, ja dann glaube ich manchmal auch an einen Hockey-Gott oder an das Glück.

Rikard Franzén

Karriere als Trainer: Seit letzter Saison Assistenztrainer bei den SCL Tigers und der dänischen - Nationalmannschaft. Von 2014 bis 2016 Assistent von Heinz -Ehlers bei Lausanne. Karriere als Verteidiger: 13 Saisons in der höchsten Liga Schwedens. 501 Spiele, 101 Tore, 158 Assists, 259 Punkte. Saison 1999/00 Verteidiger der schwedischen Nationalmannschaft an der WM und als «Wertvollster Spieler» der höchsten Liga Schwedens ausgezeichnet. Von 2001 bis 2003 beim SC Bern.

16.01.2020 :: Olivia Portmann
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