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Es auts Wort u öppis, wone Nase het

«Grenchen» isch es Stedtli im Kanton Solothurn. Aber o im Ämmitau gits e settige Ort. E Aahöchi zwüschem Ober- u Ungerfrittebach heisst «Gräneche». Das Gebiet isch hüt ganz bewaudet. 

O bi Lützuflüeh hets früecher es «Gänchen» gä. Im Trachsuwauder Urbar usem Jahr 1569 isch e Ort «im Gränchen» erwähnt u das muess z Lützuflüeh sy gsy. Ich ha aber ke Ahnig, wo genau. 

Ds Intressante am Wort «Gränche» isch, dass das uf ds latinische «granica» zrügg geit u das het ursprünglech «Chornspycher» oder «Schüür» gmeint. Speter isch de o e Hof oder Meierei eso benamset worde. Itz chame sech natürlech frage, wie de e rächt stotzige Waud ir Neechi vom Aspigrat zu däm Name isch cho. Ich cha mir das eigentlech nume so erkläre, dass das Gebiet vor Jahrhunderte zunere «Gräneche» – auso zumene verwautete Gebiet het ghört. 

Äbefaus im Gebiet zwüsche Ober- u Ungerfrittebach gits es paar Ortsnäme mitem Wort «Nase»: «Naseschüür», «unger u ober Nase» u no «Nasebärg». Ganz hinger im Oberfrittebach gits de no «vorder u hinger Fluehnase». I hoffe, i heig itz aui erwütscht – süsch muess mi de ar Nase näh! 

Zwe wyter «Nase»-Ortsnäme hani übrigens no gfunge, aber nume aus historischi Yträg. Imene Urbar vo 1547 u speter o i de Amtsrächnige vo 1609 isch «Kapfnasen» erwähnt u das muess bim Chapf im Eggiwiu sy. U imene Dokumänt vo 1569 steit «das guot die Nasenn», wo ir hütige Gmein Lützuflüeh isch gsy.  

Entstange sy die Ortsbezeichnige nid, wüu d Bewohner dert bsungers uffäuegi Nase hätte gha, sondern natürlech wäge dr Form vom Gländ. 

Intressant isch no, dass nid nume Gländevorsprünge, wo vo obe gäge ache vüreluege, eso sy bezeichnet worde, sondern o horizontali Kante. 

Am Schluss wotti no ein «Nase»-Ortsname erwähne, wo no luschtig tönt. Es git nämlech e Nase, wo louft – auso quasi dr Schnuderi het: Ds «Nasegrebli», wo wyter unger i Ungerfrittebach geit. D Bezeichnig chunnt natürlech vo de umligende Höf, woni wyter obe erwähnt ha. Früecher übrigens heig me däm Bächli «Schüürgrebli» gseit.  

 


Queue: «Ortsnamenbuch des Kantons Bern», «Orts- und Flurnamen des Amtes Entlebuch», www.idiotikon.ch u wyteri. Aafrage: 034 409 40 05 oder zuercher@wochen-zeitung.ch

09.05.2019 :: Bruno Zürcher
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