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«Ich fühle mich immer wohler hier»
«Ich fühle mich immer wohler hier» SCL Tigers:

Zehn Spiele lang musste Julian Schmutz auf sein erstes Tor für Langnau warten. Nun aber kommt er immer besser in Fahrt, auch weil er nicht zu viel nachdenkt.

Als Julian Schmutz im Sommer vom EHC Biel nach Langnau wechselte, waren die Erwartungen an ihn von Anfang an gross. Sportchef Marco Bayer sagte, dass sich die Fans auf ihn freuen dürfen und viel Spass an ihm haben werden. Und Trainer Heinz Ehlers meinte, dem Neuzugang seien 15 Tore zuzutrauen. Der Beginn am neuen Arbeitsplatz verlief für den 25-Jährigen dann aber harzig. Nach zehn Partien hatte er gerade einmal einen Assist vorzuweisen, was weder auf 15 Saisontore schliessen liess, noch für Spass beim Publikum sorgte.

Knapp einen Monat später sieht die Situation bereits wesentlich freundlicher aus. In den letzten sieben Partien gelangen Schmutz vier Tore, zuletzt gleich zwei beim 4:1-Heimsieg gegen die Rapperswil-Jona Lakers. Entsprechend erleichtert ist Langnaus Nummer 71. «Ich bin froh, sind nun endlich ein paar Pucks reingegangen. Ich fühle mich immer wohler hier», sagt er. «Vom Start hatte ich mir auch mehr erhofft. Aber ich kam aus einer Saison, in der ich sehr lange kein Tor schoss, da gehen sie nicht einfach so plötzlich wieder rein.»

 

«Dann kommt es sowieso nicht gut»

In der Tat hat Schmutz ein schwieriges Jahr hinter sich. Nach 30 Skorerpunkten in seinem ersten Jahr bei Biel, waren es im zweiten noch 20 und in der letzten Saison gerade mal noch elf. Ganze 36 Runden lang musste er sich vor Jahresfrist gedulden, bis ihm das erste Saisontor gelang. Auch weil Biels Headcoach Antti Törmänen nicht mehr voll auf ihn setzte. «Ich hatte das Gefühl, dass ich zwar gut spielte, es aber mit dem Toreschiessen einfach nicht klappen wollte», erinnert sich der in Niederönz bei Herzogenbuchsee aufgewachsene Schmutz. Da kam das Angebot der Tigers im letzten Herbst gerade recht. «Ich hatte in Biel eine Blockade und merkte, dass es Zeit für einen Wechsel war.»

Als es dann auch beim neuen Klub nicht auf Anhieb rund lief, kam der 1,73 Meter grosse Stürmer wieder ins Grübeln. «Die ersten vier, fünf Spiel waren nicht gut. Als ich dann in einem Spiel einmal nur die Latte traf, dachte ich, es gehe hier genau gleich weiter wie in Biel». Komplett aus der Ruhe bringen, liess er sich davon jedoch nicht. «Ich weiss, dass ich auch einen wichtigen Beitrag für die Mannschaft leisten kann, wenn ich keine Tore schiesse. Das zu wissen, ist extrem wichtig für meinen Kopf», sagt er. «Denn wenn ich nur über die Statistik nachdenke und einem Tor hinterherrenne, mache ich meine defensiven Aufgaben nicht mehr und dann kommt es sowieso nicht gut.»

 

Lieber 20 als 15 Tore

Nicht zu viel nachdenken, das sei der grosse Trick. Das gelang Schmutz am vergangenen Samstag optimal, als ihm beim Sieg gegen die Lakers erstmals seit März 2018 wieder zwei Treffer in einem Spiel gelangen. Beim wegweisenden 3:1 liess er erst Gegenspieler Dominik Egli stehen und spielte dann auch noch Goalie Melvin Nyffeler aus. Ein Super-Tor! «Vor ein paar Wochen noch wäre der höchstwahrscheinlich nicht reingegangen. Hätte ich überlegt, hätte ich ihn vermutlich nicht gemacht», so der Matchwinner.

Da seine Lebenspartnerin aus Langnau kommt, benötigte Schmutz, der mit 25 Jahren bereits zweifacher Familienvater ist, abseits des Eises keine Angewöhnungszeit am neuen Ort. Mit dem dreijährigen Sohn will er bald erstmals aufs Eis. Und mit vier Toren nach 17 Runden, sind die von Ehlers erwarteten 15 Treffer auch wieder realistischer geworden. Der Flügelstürmer selber will sich damit jedoch nicht zufrieden geben. «Ich erwarte von mir selber nämlich 20 Treffer», sagt er mit einem Lachen.

07.11.2019 :: Christoph Schär
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