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«Ich kam ins Training und man sagte mir, dass ich in die NLB gehen muss»
«Ich kam ins Training und man sagte mir, dass ich in die NLB gehen muss» SCL Tigers: Nils Berger konnte sich unter Scott Beattie nicht durchsetzen und wurde in die NLB abgeschoben. Von Heinz Ehlers bekommt er nun eine neue Chance.
Eigentlich dachte Nils Berger im Sommer ja, dass es für ihn in der neuen Saison wieder aufwärts gehen würde. Im Oktober 2015 hatte er sich bei einer Partie in Lausanne zum wiederholten Mal die Schulter ausgekugelt, musste operiert werden und fiel vier Monate lang aus. Nach langer Absenz kehrte er im Frühling rechtzeitig auf die Abstiegsrunde hin ins Team der Tigers zurück und trug seinen Teil zum Ligaerhalt bei. Voller Tatendrang stieg der 25-Jährige anschliessend in die Vorbereitung auf die neue Spielzeit. Doch kurz vor Meisterschaftsstart ereilte ihn der nächste Rückschlag. Berger erinnert sich: «Ich kam ins Training und da sagte man mir, dass man mich nach Langenthal in die NLB ausleihen wolle.» Die Hiobsbotschaft kam überraschend, aber nicht aus völlig heiterem Himmel. «Scott Beattie hat mich in der Vorbereitung als Mittelstürmer eingesetzt, was überhaupt nicht meine Position ist. Zudem war ich nur Center Nummer fünf, deshalb hatte ich irgendwie ein komisches Gefühl.»
 
Wenn schon NLB, dann Rapperswil

Für den gebürtigen Glarner kam ein Wechsel in den Oberaargau aber nicht in Frage. «Langenthal besteht fast ausschliesslich aus seiner ersten Sturmreihe. Wenn ich schon in die NLB gehen musste, dann zu einem Team, bei dem ich Verantwortung übernehmen kann.» Berger suchte das Gespräch mit Sportchef Jörg Reber. «Ich sagte ihm, er solle Rapperswil kontaktieren, denn ich wusste dass sie viele Verletzte hatten», sagt der Stürmer rückblickend. Der Wechsel in die Ostschweiz kam zustande und Berger spielte wieder für jenes Team, bei welchem er bereits die Juniorenzeit verbracht und mit 19 Jahren seine erste NLA-Partie bestritten hatte. Und für jenes Team, mit welchem er 2015 in die NLB abgestiegen war. Dies wenige Wochen nachdem er seinen Vertrag am Obersee verlängert hatte. «Mit dem Abstieg wurde der Kontrakt nichtig. Ich spürte eine Leere in mir und hatte auch eine gewisse Existenzangst. Zum Glück gab es dann mit Langnau eine schnelle Lösung», sagt der ehemalige Junioren-Internationale. Denn ausgerechnet die SCL Tigers, welche Rapperswil mit einem 4:0 in der Ligaqualifikation in die NLB befördert hatten, boten Berger die Gelegenheit, weiterhin in der NLA zu spielen.

Umstellung war nicht ganz leicht

Bis er vor dieser Saison eben doch noch in die NLB geschickt wurde. «So ist der Sport, du musst es nehmen, wie es kommt», sagt Berger lapidar. Die Umstellung auf die neue Liga fiel ihm nicht ganz leicht. Er sagt: «Das System in der NLB ist ganz anders, es wird mehr «Freestyle» gespielt, plötzlich steht einer da, der in der NLA nie dort stehen würde.» Doch Berger, dessen drei Jahre älterer Bruder Sven bei Ambri spielt, fand sich schnell zurecht und zeigte ansprechende Leistungen. Beim 6:0-Sieg der Lakers gegen die GCK Lions steuerte er Ende Oktober drei Assists bei. Kurz darauf klingelte sein Telefon. Jörg Reber teilte ihm mit, dass er wieder zu Langnau zurückkehren dürfe, der neue Trainer Heinz Ehlers gab ihm eine Chance. Und diese nützte Berger auf Anhieb. Im ersten Meisterschaftsspiel mit den SCL Tigers, dem 5:3-Sieg bei den ZSC Lions, schoss er ein Tor und bereitete drei Treffer vor. Ein Traumeinstand. «Vor dem Spiel habe ich nicht viel erwartet und auch nicht mit viel Eiszeit gerechnet. Es lief dann aber von Anfang an sehr gut», blickt Berger zurück. Für Heinz Ehlers, der ihm die Rückkehr ermöglicht hat, findet er nur lobende Worte: «Man muss bei ihm extrem diszipliniert sein. Namen sind ihm egal, er schaut nur auf die Leistung. Er ist ein richtiger Chef und genau das braucht es auch um erfolgreich zu sein.» Berger, der mit 18 Jahren eine Saison in einer kanadischen Juniorenliga spielte, um sich weiter zu entwickeln, sagt abschliessend: «Ich hoffe, dass ich nun hier bleiben kann. Aber im Sport musst du
Leistung bringen, sonst bist du schnell wieder weg.»      
17.11.2016 :: Christoph Schär
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