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«Jodellieder dürfen auch kritisch sein und auf Probleme hinweisen»
«Jodellieder dürfen auch kritisch  sein und auf Probleme hinweisen» Hasle-Rüegsau:

Am Wochenende kann Hannes Fuhrer ein Jubiläum feiern; seit 30 Jahren leitet er den Jodlerklub Hasle-Rüegsau. Er ist überzeugt, dass das Jodeln Zukunft hat.

An diesem Morgen weht ein kalter Wind über die Hügel und an den Bäumen sind die ersten bunten Blätter zu entdecken. Auch in Ochlenberg, der Heimat von Hannes Fuhrer, hält der Herbst Einzug. Der Komponist und Dirigent beobachtet die Jahreszeiten gerne: «Es ist etwas sehr Schönes, wenn man mit eigenen Augen beobachten kann, wie alles vergeht und dann wieder neu entsteht.» Im Jodellied werden die Jahreszeiten oft und gerne besungen. Aber eben nicht nur, betont Hannes Fuhrer. Er findet es wichtig, dass sich das Jodellied entwickelt und sich den Begebenheiten anpasst. Sein erstes Lied «Füre Ätti» hat Hannes Fuhrer 1976 verfasst, damals erst 18 Jahre alt. Heute umfasst sein Werk rund 100 Kompositionen, darunter Lieder für Jodlerklubs, Kleinformationen und Kinderchöre. «Es gibt Lieder, die zeitlos sind und die man immer singen kann», erklärt der Komponist. Die Inhalte müssten aber auch kritisch sein, auf Probleme hinweisen und den Zuhörern die Augen öffnen.

Der Dirigent als Menschenfreund

Seit 30 Jahren ist Hannes Fuhrer der musikalische Leiter des Jodlerklubs Hasle-Rüegsau. Am kommenden Wochenende wird der Verein seinen Jubilaren mit viel Musik feiern, auch Gastformationen werden auftreten. Schon früh entschloss sich Hannes Fuhrer, einen Chor zu leiten, und er absolvierte dazu eine Dirigentenausbildung. 

Seine ersten Erfahrungen machte er vor 35 Jahren beim Jodlerklub Alp-hüttli Niederscherli, später folgte der Jodlerklub Grosshöchstetten. Was aber macht einen guten Dirigenten aus? Hannes Fuhrer antwortet, ohne zu zögern: «Zwei Fähigkeiten sind erforderlich. Ein möglichst gutes Musikgehör und eine positive Art, mit Menschen umzugehen. Mehr braucht es nicht; das Musiktheoretische kann erlernt werden.» Ferner sei es ein Vorteil, wenn der Dirigent die einzelnen Stimmen vorsingen könne, so würden die Sänger mit mehr Begeisterung mitmachen und entsprechend schneller lernen.

Ein Ort der Inspiration

Hannes Fuhrer lebt zusammen mit seiner Partnerin Johanna auf dem Bauernhof Howart, die beiden nennen ihr Zuhause liebevoll «Paradiesli». Als Besucher kann man dies gut verstehen, denn der idyllische, am Waldrand gelegene Ort öffnet einen weiten Blick in das umliegende Bergland und ist für Hannes Fuhrer zur Inspirationsquelle geworden. «Hier haben wir es schön und sind glücklich! Glück bedeutet für mich, jeden Morgen aufzustehen und mich bewegen zu können.»

Jungen Jodlern die Türe öffnen

Das Jodeln hat Zukunft, davon ist Hannes Fuhrer überzeugt; es werde aber Veränderungen geben. Im Emmental, Oberland, aber auch in Regionen der Zentral- und Ostschweiz würden Jodler-Hochburgen entstehen. In Städten und urbanen Regionen sind viele Vereine verschwunden. Dies liege aber nicht daran, dass es zu wenig junge Menschen gäbe, die gerne singen. Den Chören, die auf Mitgliedersuche sind, gibt Hannes Fuhrer deshalb einen Rat: «Wenn junge Sänger an die Vereinstüre klopfen, muss man ihnen rasch Verantwortung übergeben und bereit sein, Veränderungen zuzulassen.» 

 

10.10.2019 ::
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