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José Zemp ist in vielen Künsten zuhause
José Zemp ist in vielen  Künsten zuhause Schüpfheim:

José Zemp zeigt im Entlebucherhaus eine Auswahl seiner Arbeiten. Sie geben Einblick in sein erstaunliches künstlerisches Werk mit Bildern, Filmen und Texten. 

«Seit 30 Jahren male ich», sagt José Zemp. «Meine letzte Ausstellung im Entlebucherhaus hatte ich 2005. Zu  meinem 75. Geburtstag zeige ich nun ausgewählte Bilder, Texte und Filme aus meinem Schaffen.» Sein Weg habe ihn vom Aquarell zum Acryl geführt, erzählt der in Schüpfheim aufgewachsene Künstler. Seine Motive sind vielfältig. Er malt nicht nur Entlebucher Landschafts- und Ortsbilder  wie Schüpfheim, Sörenberg, Heiligkreuz oder Entlebuch, sondern lässt sich auch von seinen vielen Auslandreisen inspirieren. In Italien malte er 1991 eines seiner ersten Ölbilder. Es trägt den Namen Marktplatz Lucca. Seine Acrylbilder von Stränden und Meereswellen, Wüsten- und Vulkangegenden zeugen ebenfalls von seiner Reiselust. 

Das Hobby zum Beruf gemacht

José Zemps abstrakte Werke sind Farbexplosionen. Eines der Bilder trägt gar diesen Namen. Andere heissen Turbulenzen, Wasserfall, Quallen.Vom Kosmos, der ihn fasziniert, malte er mehrere Acrylgemälde. Zum Werk mit dem Titel Opus sagt er: «Musik ist für mich ein grosses Hobby.» Und bescheiden, fügt er noch dazu: «Früher spielte ich aktiv Alphorn, Trompete und Waldhorn.» Dieses Talent wurde ihm schon in die Wiege gelegt. 

José Zemps Begeisterung für die Kunst erwachte beim Malen mit seinen zwei inzwischen erwachsenen Kindern. Ursprünglich komme er aus dem kaufmännischen Sektor, sagt er beiläufig. Längst hat er aber sein Hobby zum Beruf gemacht, und da waren die letzten 30 Jahre entscheidend. 

Reisen mit seinem Camper ist José Zemps Hobby. Mit seiner Frau Cornelia ist er von Frühling bis Herbst unterwegs. Bei diesen Fahrten hat er immer seine gebundenen Skizzenbücher dabei und widmet sich intensiv der Kunst. Für die Ausstellung wählte er zehn dieser Reisetagebücher aus, die er Souvenirs nennt. Er zeichnet, was er sieht. Manche Zeichnungen koloriert er gleich vor Ort, andere am Abend zu Hause. Wie solche Werke entstehen, beschreibt er anschaulich in einem Reim:

«Mit feiner, dünner Bleistiftspitze, schafft de Zeichner eine Skizze. Ein Bild entsteht, jetzt auch mit schönen, hellen, grauen, schwarzen Tönen.»

Mit Kartengrüssen begonnen

«Mit dem Schreiben von Gedichten begann ich vor drei Jahren», erzählt der Künstler. Angefangen habe es mit Geburtstags-Kartengrüssen für die Senioren vom Mittwochsstamm. Er schreibt Verse zu allem, was ihn interessiert: über Frühlings- und Herbsttage, den ersten Schnee und vieles mehr. Eines seiner ausgestellten Gedichte trägt den Titel «An Kranke denken», ein anderes «Happy New Year 2020». Die «Entlebucher Alpabfahrt» wurde im letzten Festführer abgedruckt. 

Auch das Filmen, das er seit den 1970er-Jahren ausübt, ist eine Leidenschaft von José Zemp. Er war Präsident des Amateurfilmklubs Amt Entlebuch. Die vom Zahnarzt Vujovic gegründete Künstlerkolonie Flühli hat ihn bei seinen Filmaufnahmen auf seinem künstlerischen Weg inspiriert. Mit diesen Künstlern pflegte er gute Beziehungen. José Zemp drehte Auftragsfilme für Gemeinden, Firmen und Vereine über das Älplerleben, über Fasnachtsumzüge, Familienfeiern und ähnliche Anlässe. Besuchergruppen können während der Ausstellung aus dem umfangreichen Angebot einen Film nach ihren Wünschen auswählen und anschauen.

An der Vernissage den Künstler geehrt

Die Vernissage «Aufgezeichnet: Bilder – Filme – Texte» im Entlebucherhaus Schüpfheim stiess auf grosses Echo. Markus Zemp wählte für die musikalischen Darbietungen Stücke aus, die den Musiker José Zemp ins Zentrum rückten. Schriftstellerkollege Ruedi Sorg trug einen Text des Dichters José Zemp vor. Tony Weibel ehrte den Künstler mit einem selbst gedrehten Film als einzigartigen Menschen mit einer liebevollen Ausstrahlung.

Die Ausstellung im Entlebucherhaus ist noch wie folgt geöffnet: Samstag, 9. November, 14.00 bis 20.00 Uhr und Sonntag, 10. November, 14.00 bis 18.00 Uhr.

07.11.2019 :: Bernadette Waser
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