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Nahrung für Bienen: «Es können alle einen Beitrag leisten»
Nahrung für Bienen: «Es können alle einen Beitrag leisten» Appenberg:

Wie kann man das Nahrungsangebot für Bienen fördern? Ruedi Ritter vom Inforama zeigte viele Möglichkeiten auf – zum Beispiel mit Mähen von Blütenpflanzen länger zuwarten.

Der Bienenzüchterverein Zäziwil und Umgebung lud zu einem Vortrag zur Förderung des Nahrungsangebotes für Bienen ein. Rund 80 Besucher, darunter viele Imkerinnen und Imker, lauschten den Ausführungen von Referent Ruedi Ritter von der Fachstelle Bienen des Inforamas Rütti. Als langjähriger Landwirtschaftslehrer und Imker konnte er der Zuhörerschaft viele praktische Tipps, untermauert mit aussagekräftigen Fotos, weitergeben. «Im Emmental gibt es genug Bienenvölker», führte er aus und ergänzte, dass eine höhere Bienendichte zu Futtermangel, mehr Kontakten unter den Völkern und somit zu mehr Risiken für Krankheiten führen würde.

Nahrungsangebot erhöhen

Laut Ruedi Ritter besteht vor allem in den Monaten Mai bis Juli ein knappes Angebot an Nahrung für die Bienen. Hier könnte zum Beispiel durch vorübergehendes Nichtstun eine wesentliche Verbesserung erzielt werden: «mit dem Mähen von Blütenpflanzen zuwarten, bis diese verblüht sind und abgesamt haben», meinte er. An Handlungsmöglichkeiten fehle es im Übrigen nicht. Hausgärten könnten renaturiert und Rasen durch vielseitige Wildblumenwiesen ersetzt werden. Auch im Siedlungsbereich gebe es viele Aufwertungsmöglichkeiten, zum Beispiel durch Ahornpflanzungen bei Parkplätzen oder die Begrünung von Flachdächern.

Besonders wichtig sind laut dem Referenten die Aufwertung von Hecken, Waldrändern, Bachufern und Strassenböschungen. Entscheidend sei dabei die Auswahl der für die Bienen nützlichen Pflanzenarten. Kornelkirsche, Ahorne oder der Faulbaum biete sehr viel Nahrung. Das gelte auch für Weiden und Schwarzdorn. Strassenböschungen seien mager zu halten. Flockenblumen, Wegwarten, Hornklee oder Wiesensalbei seien da besonders geeignet. «Es gibt mittlerweile auch sehr schöne, mit Blumen gestaltete Verkehrskreisel. Diese erfreuen nicht nur unsere Augen, sondern auch die Bienen, die dort reichlich Nahrung finden», ergänzte Ruedi Ritter mit einem Augenzwinkern.

Jedermann kann etwas tun

Die lebhafte Diskussion nach dem Vortrag zeigte, dass besonders auch die Landwirtschaft unter Druck steht. Es würde zwar viel zur Förderung der Ökologie unternommen, beispielsweise mit Ackerrandstreifen, Buntbrachen, Blühstreifen oder hochstämmigen Bäumen. Das Tempo der Veränderung sei aber zu langsam, monierte ein Votant. Eine Imkerin forderte die Anwesenden auf, zuerst bei sich selber alle nützlichen Massnahmen zur Förderung der Nahrung für Bienen zu ergreifen. 

Jürg Bärtschi, Präsident des gastgebenden Bienenzüchtervereins, ermunterte die Imkerinnen und Imker zur Zusammenarbeit. «Sucht in eurem Einflussbereich den Kontakt mit Grundeigentümern, Landwirten, Schwellenkorporationen und Behörden, um an geeigneten Orten Verbesserungen für die Bienen zu erreichen. Das ist erfolgsversprechender als eine Konfrontation», betonte er zum Schluss der Veranstaltung.

 

Tipps zur Auswahl von Baum-, Strauch- und Pflanzenarten zur Förderung der Nahrung für Bienen finden sich unter www.inforama.vol.be.ch/Beratung /Tiere/Bienen



11.04.2019 :: Walter Marti
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