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Waud, Houz, Forst – drü stämmegi Wörter
Waud, Houz, Forst – drü stämmegi Wörter Ört u Näme:

Chürzlech hani erklärt, dass me viune Wäuder früecher ganz angersch het gseit, nämlech Houz. Me fingt im Ämmitau ganz viu Bispiu: Eichhouz ir Gmeind Waukringe ghört da drzue. Typisch isch, dass dä Ortsname scho sehr aut isch: «Eichholltz Guettly» isch scho imene Urbar vom Amt Fraubrunnen vo 1531 erwähnt. Es git no verschiedeni Dokumänt usem 13. Jahrhundert, wo eso Höuzli erwähnt sy. U wyter faut uf, dass die Ortsnäme när spätischtens im 18. Jahrhundert verschwinde. Denn isch de geng wie meh «Wald» brucht worde. Das Wort isch e chly jünger aus «Houz»; me fingts «ersch» i Queue ab em 14. Jahrhundert – e Zyt lang sy auso beidi Bezeichnige glöifig gsy. Was aber bedütet «Wald»? Das Wort stammt vom authochdütsche «walt» ab u meint an sich nüt angersch aus «nid bebouts Land». Das macht o Sinn: Schliesslech hei d Lüt, wo die Gägend hie besidlet hei, grodet u grüttet, für ds Land chönne z beboue. U dert, wos kener Ächer u kener Matte het gha, isch dr Waud gsy. Wohär dass ds authochdütsche «walt» chunnt, isch nid ganz klärt. Dr Ursprung chönnt es urgermanisches Wort wie «walpu» sy, wo so viu heissi, wie Loub oder Zweige. Müglech syg aber o e Zämehang mit em latinische «vellere», wo «zupfe» heissi – hie äue im Zämehang mit grupftem Loub, hani i Sammlige vo de aute Sprache gfunge. 

Es git ja no es dritts Wort für Waud: Forst. Schliesslech redt me o vom Förster u nid vom Wäudeler. Weme d Härkunft vo däm Wort aaluegt, de isch es no ganz logisch, dass mir Förster säge. Schliesslech isch dä ja vom  Kanton aagsteut u dr Kanton isch quasi d Obrigkeit. Ds Wort «Forst» isch nämlech unger angerem für Wäuder vor Obrigkeit u für Bannwaud brucht worde. Dert isch es Normaustärbleche verbote gsy, Houz ga z näh. Im Gebiet vor «Wuche-Zytig» hani aber ke Ortsname mit «Forst» gfunge. 

Hieumenang het me de Wäuder, wo a dr Obrigkeit hei ghört, auso angersch geseit: Zum Byspiu Howaud. Eso het me Waud, aber o Weide u Aupe bezeichnet, wo nid i Privatbsitz sy gsy. Dr bekannt Luzärner Schryber Renward Cysat het um ds Jahr 1600 gschribe: «der hohen Oberkeit Zugehörent».

 

Queue: «Ortsnamenbuch des Kantons Bern», «Orts- und Flurnamen des Amtes Entlebuch», www.idiotikon.ch u wyteri. Aafrage: 034 409 40 05 oder zuercher@wochen-zeitung.ch

26.03.2020 :: Bruno Zürcher
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