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Zwei Bieler suchen eine neue Chance
Zwei Bieler suchen eine neue Chance SCL Tigers:

Robbie Earl und Julian Schmutz gastieren morgen mit dem EHC Biel in Langnau. Ab nächster Saison spielt das Duo dann nicht mehr gegen sondern für die Tigers.

Während im Schweizer Eishockey auf dem begrenzten einheimischen Markt Spieler immer früher verpflichtet werden, wartet man auf den Ausländerpositionen länger, zuweilen gar bis nach Saisonende ab, bis Verträge unterzeichnet werden. Man weiss ja nie, ob im Frühling plötzlich irgendwo im Ausland noch ein Starspieler zu haben ist. Deshalb erstaunte es doch ein wenig, als die SCL Tigers Mitte Dezember verkündeten, dass der Amerikaner Robbie Earl auf nächste Saison hin von Biel für zwei Jahre nach Langnau wechseln wird. Erst recht, weil der 33-Jährige aktuell nicht gerade seine beste Saison spielt. Doch Tigers-Sportchef Marco Bayer sagt: «Ein Wechsel kann auch eine Chance sein. Das wird eine neue Challenge für ihn und wir sind überzeugt, dass er noch zwei Jahre auf seinem besten Niveau spielen kann.»

Earl kam in Nordamerika vor allem in unteren Ligen zum Einsatz und absolvierte in der NHL «nur» 47 Partien. 2011 kam er nach Europa, wo er vor Biel bereits für Rapperswil und Zug spielte. Im Frühjahr 2016 wechselte er ins Seeland, wo er in den letzten beiden Saisons 17 und 16 Tore erzielte. In der aktuellen Spielzeit sind es erst deren drei Treffer. Der künftige Langnauer sagt zu seiner bisher durchzogenen Saison: «Ich wünschte auch, dass es mehr Tore wären. Aber manchmal gibt es halt so Phasen mit Tiefs. Ich arbeite hart daran, dass es wieder mehr Tore werden.»

 

Zeit für eine Luftveränderung

Noch schwieriger ist die aktuelle Lage für Julian Schmutz, den anderen Bieler Stürmer, der nach der Saison zu den SCL Tigers wechseln wird. Der 24-Jährige hat in diesem Herbst und Winter – nach 15 Toren 2016/17 und sieben Treffern in der letzten Saison – nämlich noch gar nie getroffen. «Ich habe in Biel von Jahr zu Jahr eine andere Rolle bekommen», erklärt der Oberaargauer den massiven statistischen Rückgang seiner Trefferquote. Was der ehemalige Langenthaler Junior damit meint, aber natürlich niemals sagen würde: Seit Trainer Antti Törmänen in Biel das Zepter übernommen hat, muss er sehr hartes Brot essen. «Deshalb war für mich schon länger klar, dass ich etwas Neues suchen werde», begründet er seinen Wechsel ins Emmental. «Ich habe einfach gespürt, dass ich eine Luftveränderung brauche.»

Marco Bayer traut Schmutz den Turnaround absolut zu: «Wir glauben nicht nur daran, sondern sind absolut überzeugt, dass es mit ihm bei uns wieder aufwärts gehen wird», so der Sportchef. Das Potenzial jedenfalls ist gross. Kaum 20 Jahre alt, produzierte der Niederönzer in der NLB für Visp in zwei Jahren total 45 Tore und 51 Assists. Zudem darf er sich dank ein paar Einsätzen für den SC Bern in den Playoffs 2013 Schweizermeister nennen.

Während sich Robbie Earl nur wage zu seiner Zukunft in Langnau äussert und lediglich sagt, dass sein Fokus jetzt ganz beim EHC Biel liege, wählt Julian Schmutz klarere Worte: «Ich gehe sicher nicht nach Langnau und sage, dass ich gleich 15 Tore schiessen werde. Aber mein Ziel ist es, dort eine andere Rolle zu bekommen, als ich sie momentan bei Biel habe.» Angewöhnungszeit wird er dabei wohl nicht gross brauchen. Da seine Freundin aus Langnau stammt, ist Schmutz, der schon mit 22 Jahren Vater wurde, bereits heute regelmässig dort anzutreffen.

10.01.2019 :: Christoph Schär
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