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«Im Gesang fühle ich mich zuhause»
Die in Langnau aufgewachsene ¬Sängerin Annina Katharina Künzi weilt zurzeit in Wien und bildet sich in Operndarstellung aus. Sie ist ¬glücklich, sich jeden Tag dem -Gesang widmen zu dürfen. ¬Nächste Woche gibt sie im ¬Rahmen der ¬Kammermusikreihe einen -romantischen Liederabend.
Das Singtalent von Annina Künzi ist in Langnau ein Begriff. Bereits als Gymnasiastin ist sie an Konfirmationen, Taufen, Beerdigungen, an Weihnachten oder an der Nocturne in der Kirche aufgetreten. Wie eine Lerche hat sie von der Empore herab gesungen und das Publikum verzaubert.
Wien, die Stadt der Musik
Innig und rein tönt ihre Stimme. Ihr lyrischer Sopran eignet sich für Frauenfiguren, mit denen sich das Publikum gerne identifiziert. Die Susanna aus Mozarts «Figaros Hochzeit» beispielsweise, eine junge Frau, die nicht nur viel Charme versprüht, sondern auch klug und kameradschaftlich ist. Die Pamina aus Mozarts «Zauberflöte», die Mimi aus «La Bohème» oder die Micaela aus Bizets «Carmen» gehören ebenfalls ins Stimmfach der Sängerin.
Seit eineinhalb Jahren wohnt ¬Annina Künzi in Wien, wo es ihr gut gefällt. Sie erlebt die Stimmung als ¬inspirierend und geniesst das kulturelle Angebot. Im Nachdiplomstudium für Operndarstellung bildet sie sich in Schauspiel und Gesang weiter aus. Regelmässig nimmt sie an Universitätsproduktionen teil, wie beispielsweise im Juni 2010, als sie in «The Medium» von Gian Carlo Menotti die Mrs Gobineau spielte (siehe Bild rechts).
Auf die Frage, warum sie Sängerin werden wollte, antwortet sie: «Ich fühle mich im Gesang zuhause und finde darin Erfüllung. In der ersten Klasse wollte ich Lehrerin werden, in der zweiten Sängerin, in der dritten beides zusammen.» Dieser Wunsch blieb. Nach dem Gymnasium mit dem Schwerpunktfach Musik studierte sie Gesang und Schulmusik an der
Hochschule für Musik in Basel und schloss im Juni 2009 mit dem Konzertdiplom ab.
Von 2006 bis 2009 leitete Annina Künzi den Jugendchor Oberemmental. Schöne Programme entstanden, die auf CD aufgenommen worden sind. An ihrem Abschlusskonzert, dem Singspiel «Das Gold im Napf», spürte man, dass sie den Draht zu den Jugendlichen findet und zu begeistern und zu führen versteht.
Positive Einstellung
In Wien konzentriert sie sich aufs eigene Singen und Spielen. Träumt Annina Künzi von einer Karriere? «Mein Traum ist es zu singen, wie es meinen Möglichkeiten entspricht», antwortet sie sibyllinisch, «ich fühle mich von ein paar bestimmten Werken der Bereiche Oper, Oratorium und Lied besonders angezogen. Diese wähle ich zum gegebenen Zeitpunkt, am gegebenen Ort aus.» Und wie geht sie mit dem harten Konkurrenzkampf um? «Der Konkurrenzkampf existiert nur, wenn man ihn als solchen betrachtet. Man kann auch sagen: Wunderbar, dass es so viele grossartige und bezaubernde Stimmen gibt. Danke, dass ich sie treffen darf!»
«Zentrale Lieder»
Für das Konzert in Langnau hat die Sängerin Lieder ausgewählt, die ihr besonders am Herzen liegen, «zentrale Lieder, in denen eine Kraft entsteht, die mir unbekannte Tiefen eröffnet».
Gedichte von Mörike, Klopstock, Eichendorff, Goethe und Rückert gelangen in Langnau zur Aufführung. Liedtexte wie diese:
Mondnacht
Joseph von Eichendorff
(1788–1857)
Es war, als hätt der Himmel
Die Erde still geküsst,
Dass sie im Blütenschimmer
Von ihm nun träumen müsst’.
Die Luft ging durch die Felder,
Die Ähren wogten sacht,
Es rauschten leis’ die Wälder,
So sternklar war die Nacht.
Und meine Seele spannte
Weit ihre Flügel aus,
Flog durch die stillen Lande,
Als flöge sie nach Haus.

Die Gedichte haben wiederum Komponisten zu Liedern inspiriert. Neben Hugo Wolf, der einen Schwerpunkt bildet, singt Annina Künzi Lieder von Gustav Mahler, Robert Schumann, Alban Berg und Richard Strauss. Alle Lieder handeln von der Liebe oder besser gesagt von der Sehnsucht danach (siehe Kasten). Wie Annina Künzi singen wird, ob sie gar zur Nachtigall wird, das wird sich weisen.

Vierter Langnauer Kammermusikabend, 10. März, 20.15 Uhr Aula Sekundarschule. «Liebe, du Himmel auf Erden», Romantischer Liederabend, Annina Katharina Künzi, Sopran. Carl Wolf, Klavier.

Werke der Romantik
In der Romantik, die Epoche des 19. Jahrhunderts, wandte man sich vom vernünftigen Handeln der Aufklärung (18. Jahrhundert) ab. Die Romantiker interessierten sich nicht für die Wirklichkeit, sondern für die unsichtbare Welt, die hinter den Dingen liegt. Man mass der subjektiven Erfahrung viel Gewicht zu, den eigenen Gefühlen und Träumen. Die Sehnsucht wurde zu einem zentralen Motiv. Es entstanden Meisterwerke von melancholischer Schönheit.

03.03.2011 :: Bettina Haldemann-Bürgi

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