Am falschen Ort gespart

Wir sind einfache Leute und führen ein bescheidenes Leben. Für teure Ferien und Reisen fehlt uns das Geld. Doch wir schätzen ein interessantes und vielseitiges TV- und Radioprogramm. Die Jahresgebühr von 335 Franken (knapp 1 Franken pro Tag) finden wir angemessen. Eine SRG, die sich immer mehr über Werbung finanzieren muss, verliert ihre Unabhängigkeit. Deshalb sage ich Nein zur Halbierungs-Initiative.

Leserbrief von Ernst Liechti, Landiswil


Die SRG verbindet Stadt und Land

Nur die allerdümmsten Kälber wählen sich den Metzger selber! Schade, dass sich Regionalpolitiker den Ast absägen, auf dem sie sitzen. Gemeint ist die Halbierungsinitiative, sie ist «halbbatzig», nicht durchdacht und führt in die Sackgasse. Bundesrat Rösti warnt, die Initiative gehe viel zu weit, sei zu radikal und koste rund 6000 Stellen. Regionalpolitik sei vor Parteipolitik zu stellen, um den Service public im Kern nicht zu bedrohen. Die Aussage, 200 Franken ge­nügen, ist konzeptlos, irreführend und schädigend für die Randregionen. Die SRG verbindet Stadt und Land, sie macht Sendungen über Sport, Kultur, Brauchtum und Unterhaltung. Die Behauptung, dass die SRG nach einem Ja zur 200-Franken-Vorlage wie bisher produzieren könne, ist falsch. Namhafte Spitzensportler wie Marco Odermatt sowie viele Kulturschaffende sind gegen die Halbierungsinitiative. Schlussendlich ist zu hoffen, dass das Ständemehr in die richtige Richtung lenkt.

Leserbrief von Hans Zemp, Escholzmatt 

«Tote Strecken» wieder mit Fischen besiedeln

Leserbrief zum Artikel «Mehr Fischsterben» in der «Wochen-Zeitung» vom 22. Januar 2026. Fische im Bach sind mega wichtig! Wer sich bewusst ist, dass es Fische im Bach hat, verhält sich vorsichtiger. So lange keine toten Fische obenauf schwimmen, erkennt kaum jemand eine Vergiftung. Jene Abschnitte, in denen keine Fische vorhanden sind, sollten so schnell wie möglich wieder besetzt werden. Naturverlaichung, lautet die derzeitige Behördendoktrin. Doch das dauert Jahre. Man müsste grössere Fischli, mindestens zehn Zentimeter gross, aussetzen. Brütlinge auszusetzen ist momentan Mode. Das dauert zu lange und ist schwierig, das ist die Ansicht eines Praktikers mit 30 Millionen abgestreiften und ausgebrüteten Forellen. Wer immer in der Nähe verunreinigter Fliessstrecken wohnt, soll sich bitte dafür einsetzen, dass möglichst schnell wieder Fische eingesetzt werden.


Leserbrief von Andreas Lerch, Grünenmatt

Eine schöne Geste von Jugendlichen

Am 6. Dezember hat mich eine Gruppe Jugendlicher besucht, um mir einen schönen 2. Advent zu wünschen. Sie haben mir zudem einen selbst gebackenen Grittibänz vorbeigebracht. An diesem Tag haben sie noch vielen anderen älteren Leuten eine Freude gemacht. Diese schöne Geste und das Engagement der jungen Leute haben mich berührt. Ein grosses Merci dafür!


Leserbrief von Sue Stettler, Zäziwil

Das Erbe der alten Brücke respektieren

Leserbrief zum Artikel «Wie weiter mit der Steinbachbrücke?», erschienen in der Wochen-Zeitung vom 4. Dezember: Wieso hat man dort im lauschigen Schachen nicht die altehrwürdige Steinbachbrücke an ihrem Ort belassen und nebenher eine schlichte, für die ruppigen Mehrtönner belastbare Betonbrücke gebaut? Dacherneuerung, Absicherung zur Bahn und das Fussvolk hätte für die nächsten 130 Jahren Schärme. Und Millionen Franken gespart. Respektlos gegenüber unserem Erbe wurden die guten Beispiele, die es auch gibt (Bubenei?/Brunnmatt, Dieboldswil, Horben...) in den Schachenwind geschlagen und dafür einen teurer Murks hingestellt. Schon als ich diesen seltsamen Entwurf sah, wusste ich nicht: Soll dieser Ersatzneubau explizit futuristisch wirken? Oder mit der die Physik aushebelnden Statik sich dem Holzbrücken-Emmental anbiedern? Jetzt aber die Schuld der Denkmalpflege anzuhängen, ist nur noch billig!


Leserbrief von Beat Hubschmid, Langnau

Und wer jätet unser Dorfbächlein?

Bei der Sanierung der Kantonsstrasse hat der Kanton das Hasenlehngräblein in Trub­schachen zwischen Käserei
Götschi und Seilerei Jakob an die Oberfläche geholt. Aber weil das Bächlein an 360 Tagen pro Jahr kein Wasser führt, ist das «Bachbett» bereits jetzt vollständig mit Unkraut überwachsen. Das verfault und gibt Erde. Und wenn dann einmal bei Starkregen Wasser fliesst, wird das Unkraut aus­gerissen und mit der Erde ins Ablauf-rohr hinein geschwemmt. Das Rohr wird durch diesen Unrat verstopft und die Götschi-Matte wird überflutet, der Käsekeller unter Wasser gesetzt. Um diese Katastrophe zu vermeiden, müssen wir das Bachbett ausbaggern und wieder Röhren einlegen. Und dann können wir auch das übertriebene Geländer wieder entfer-nen. Das bringt grosse Gefahren für die Verkehrssicherheit. Bei den Parkplatzausfahrten von Käserei Götschi, Seilerei Jakob und Gasthof Hirschen verdeckt das Geländer uns Autofahrern die Sicht auf die Strasse.

Ja zu mehr Steuern von den Reichsten

Die Juso-Initiative, die von den 2500 Reichsten mehr Steuern will, ist grundsätzlich schon lange fällig. Die Schweiz, wohl das sichers­te Land der Welt, zieht diese sehr Reichen an und gibt ihnen Schutz und Sicherheit. Weil diese oft ihr Vermögen auf Kosten der Ärmsten und der Natur, in armen Ländern, vermehrt haben, erhöhen sie drastisch die Unsicherheit und das Chaos, sowohl hier in der Schweiz, als auch weltweit. So muss ständig mit öffentlichen und privaten Geldern mehr in Sicherheit und Umwelt investiert werden. Diese Kapitalflüchtlinge beteiligen sich aber nur minimal an dem stets steigenden Schaden, den sie anrichten. Wer hier nur profitieren will, soll die Schweiz verlassen. Das ist kein Verlust. Ich denke aber nicht, dass die Initiative eine Chance hat. Die Multimilliardäre erklären kostenintensiv ihrem Stimmvolk, wie gross der Schaden werden könnte. Es braucht aber unbedingt viele Ja-Stimmen, damit in unseren Parlamenten diesbezüglich doch noch etwas geschieht.


Leserbrief von Michel Seiler, Trubschachen

Eine angenehme Überraschung

Du hier? Mit dir habe ich an der Fansrütistrasse nicht mehr gerechnet. Hast dich verändert, bist gross und grau und wie ich sehe, sogar auf Räder angewiesen. Du bist sicher von deinem kleinen Bruder geschickt worden. Er war letzthin hier, sie sind ihm um die Ohren gefahren, dass er überfordert, ja verängstigt war und seine Sicherungen fast durchgebrannt sind. Er meinte, es sei Zeit, dass du hier zum Rechten schaust. Nur zu, du bist willkommen und darfst bleiben. Oder, besser noch, oft und unregelmässig zurückkommen. Wir schätzen deine Sensibilität und wie du rund um die Uhr ein offenes Auge hast. Mir ist klar, dass du nicht von allen geschätzt wirst. Ironischerweise ist es so, dass du manchmal gerade diesen Leuten - meist sind es Automobilisten oder Motorradfahrer - ein Brieflein schickst, auf Wunsch sogar mit Erinnerungsfoto. Eine Zahlungsaufforderung liegt dann bei, wie aufmerksam von dir. Weisst du was? Bleibe für immer in Langnau, aber wechsle deine Adresse regelmässig. Sicher schätzen es andere auch, dass die Strasse sicherer ist und der Verkehr leiser. Ich denke nicht, dass wegen dir jemand zu spät gekommen ist. Vielleicht müssen einige jetzt Velo statt Auto fahren. Mein Lieber, komm wieder. Aber warte noch kurz, bevor du gehst! Du hast so einen langen Namen. Ist es dir recht, wenn ich dir einfach «Radar» sage?


Leserbrief von Marco Wilbers, Langnau

Die E-ID wird kritisch gesehen

Die E-ID wird kritisch gesehen


Das kostbarste Gut für uns Menschen ist die Freiheit! Und alles, was diese Freiheit nur ansatzweise antastet, wollen wir nicht. Auch wenn Politiker behaupten, dass die E-ID sicher sei, weil sie staatlich kontrolliert ist. Jeder weiss, dass Hacker auch vor dem Staat nicht Halt machen. Auch das Argument mit der Freiwilligkeit ist irreführend. Die neuste Geschichte lehrt uns, dass die sogenannte Freiwilligkeit im Prinzip nichts anderes heisst als Ausgrenzung. Natürlich muss niemand eine E-ID haben, aber er darf dann vieles nicht mehr. So wie wir es ja in der Corona-Zeit ohne Zertifikat erlebt haben. Mit Schrecken sehen wir immer mal wieder, was in China läuft. Einen solchen Überwachungsstaat wollen wir in der Schweiz sicher nie! Um das zu sichern, müssen wir am 28. September ein Nein in die Urne legen! Als echte Eidgenossen gibt es für uns nur: «Wir wollen frei sein, wie die Väter waren, eher den Tod, als in der Knechtschaft leben!»


Leserbrief von Heidi Reist



Gemäss Abstimmungsbüchlein ist bei der E-ID-Vorlage alles perfekt! Die Nutzung sei freiwillig, kostenlos und basiere auf dem neusten Sicherheitsstandard. Fakt ist: Kürzlich, im Juni 2025, wurden 78 Passwörter von Politikern geleakt. Weiter hatten die Bundesbehörden mit ihren IT-Systemen vielfach grosse Probleme mit immensen Kostenfolgen. Zur Freiwilligkeit verweise ich auf ein Beispiel in Österreich: Hier wurde einer Lehrerin fristlos gekündigt, weil sie die Austria-ID nicht benutzen wollte. Auch hier wurde die Freiwilligkeit versprochen. Kurz und bündig: Digitale Identitätssysteme sind keine neutralen Verwaltungsinstrumente, sondern Maschinen für Ausgrenzung und Kontrolle. Darum wehrt den
Anfängen und sagt wie bei der letzten E-ID-Abstimmung vor vier Jahren wieder Nein!


Leserbrief von Andreas Sommer, Sumiswald



Ich (23 Jahre) habe die letzten eineinhalb Jahre ganz ohne Handy gelebt. Ich brauchte analoge Zugfahrpläne, war froh für die Wanderweg-Tafel und bezahle bar. Heute geht das noch! Stimmen Sie am 28. September Nein zur E-ID, damit das auch in Zukunft möglich ist. Denn die Digitalisierung soll immer freiwillig bleiben und darf keine Einschränkungen mit sich ziehen. Die Politiker versprechen uns, dass sie freiwillig bleiben soll. Wie wird diese Freiwilligkeit wohl aussehen? Internet-Zugang nur mit E-ID? Lohn-Überweisung nur mit E-ID? Post-Zustellung nur mit E-ID? Ich wünsche mir ein Leben in Unabhängigkeit, Freiheit und Menschlichkeit.


Leserbrief von Sarah Sommer, Oberburg



Ungleichheit durch das Gesetz

Der Eigenmietwert ist mehr als eine Ungerechtigkeit – er ist gesetzlich verankerte Diskriminierung. Zwei Menschen, gleiches Einkommen, gleiches Vermögen. Der eine wohnt zur Miete, der andere im eigenen Haus. Der Eigentümer zahlt höhere Steuern. Denn sein steuerbares Einkommen wird durch ein fiktives Einkommen, den Eigenmietwert, erhöht. Die Ungleichbehandlung ist systematisch. Eigentümer zahlen Steuern auf eine erfundene Miete. Wer echte Gleichbehandlung will, muss fiktive Einkommen aus dem Steuerrecht verbannen. Alles andere bleibt eine Ungleichheit.


Leserbrief von Andrea Gschwend-Pieren,