Mehr Mitsprache und mehr Klarheit

«Das neue Baureglement und die ZPP Bahnhof Süd wurden vom Gemeindeparlament einstimmig genehmigt. Gegen die Beschlüsse hätte ein Referendum ergriffen werden können, dieser rechtlich korrekte Weg wurde nicht beschritten», schreibt der Verein Dorfbild Langnau. Das ist es ja! Es ist oft gar nicht so leicht, zu den komplexen Abläufen in der Siedlungs- und Bauplanung die entscheidenden Beschlüsse wahrzunehmen. Ich gebe zu: Bei Bahnhof Süd habe auch ich trotz Mitwirkung seit 2017 ausgerechnet diese Ausschreibung vom 10.Dezember 2020 zur Änderung der baurechtlichen Grundordnung ZPP Nr.Xl Bahnhof Süd verpasst. Die Initiative «Baureglement vor das Volk» möchte zwei Dinge erreichen: Einerseits sollen die Bürger zu mehr Teilnahme an der kommunalen Politik und andererseits die Verwaltung zu klaren, verständlich verfassten Vorlagen angeregt werden. Wir Bürger wollen mitreden, nicht erst wenn die Profile stehen.


Leserbrief von Danielle Lemann, Langnau

Die Doppelbelastung der KMU

In der Diskussion um die SRG-Initiative geht ein zentraler Punkt oft vergessen: die Belastung der kleinen und mittleren Unternehmen. Unternehmerinnen und Unternehmer zahlen die Medienabgabe bereits privat, zusätzlich wird nochmals über den Betrieb eine SRG-Steuer eingezogen. Diese Doppelbelastung trifft besonders jene Betriebe, die das Rückgrat unserer Wirtschaft bilden. KMU stehen heute unter erheblichem Druck: steigende Energiepreise, höhere Mieten, mehr Bürokratie. In diesem Umfeld sind unnötige Mehrfachab­gaben ein echtes Problem. Eine Entlastung schafft Spielraum für Investitionen, Innovationen und sichere Arbeitsplätze. Die SRG-Initiative setzt genau hier an. Sie reduziert Mehrfachbelastungen, ohne den Medienstandort Schweiz infrage zu stellen.


Leserbrief von Ernst Kühni, Langnau, Präsident Berner KMU

Das Volk soll direkt entscheiden können

Die Initiative «Baureglement vor das Volk» fordert nicht eine Volksabstimmung, wenn Gebäude höher als drei Stockwerke werden, sondern dass eine solche durchgeführt wird, wenn Baureglement, Zonenplan und Überbauungs­ordnungen ändern. Diese Forderung entspricht der Regel im Baugesetz des Kantons Bern. Im Areal Bahnhof Süd sind Gebäude mit einer Höhe 29,65 Metern vorgesehen. Da scheint es angebracht, wenn die Langnauerinnen und Langnauer obligatorisch darüber abstimmen. Die auf der Website www.initiative-langnau.ch publizierten Visualisierungen der Gebäude im Bahnhof Süd entsprechen genau den geplanten Gebäudehöhen. Sie können - solange die Profile stehen - von allen Interessierten überprüft werden. Es wirkt befremdend, wenn der Verein Dorfbild Langnau in seinem Leserbrief argumentiert, dass das Volk die Weiterentwicklung des Dorfes behindere, falls ihm das Baureglement unterstellt wird. Als einziges Land der Welt kennt die Schweiz eine ausgebaute Volksdemokratie. Damit handelt sie im internationalen Vergleich äusserst erfolgreich. Warum soll das nicht auch auf Langnau zutreffen?


Leserbrief von Armin Brunner, Langnau

Verdichten: Dörfer werden verstädtert

Beim Einkaufen im Dorf habe ich von dieser Initiative erfahren, die ich als sehr wichtig erachte. Leider werden die Bemühungen, ein bauliche Identität unseres Langnau zu erhalten, desavouiert. Wo wollen wir hin, wenn wir als engagierte Langnauer und Langnauerinnen - als baukundige und sachverständige Heimatschützer gar als Fake-News-Verbreiter verleumdet werden? Unter dem Begriff «Verdichtung« werden bis zur Unkenntlichkeit unsere schönen Dörfer in der Schweiz verstädtert. So auch in Langnau, wo du als traditioneller Bauhandwerker aussen vor bleibst - bei unserer ach so schönen Demokratie.


Leserbrief von Beat Hubschmid, Langnau

Bargeld ist Freiheit

Diesem Satz können wir sicher alle zustimmen. Diese Freiheit wird uns schleichend immer mehr genommen. Zum Beispiel bei der BLS. Dort wird alles umgestellt, so dass ich das Billett nicht mehr mit einem 20er-Nötli bezahlen kann. Parkplätze kann man immer mehr nur noch bargeldlos bezahlen. Auch auf dem Weihnachtsmarkt wird die Bezahlung von Glühwein mit Bargeld (Münzen und Banknoten) zunehmend untersagt. Bargeld ist krisensicher. Bargeld ist sogar in den Notvorrats-Empfehlungen des Bundes klar geschrieben. Ohne Bargeld könnten wir eine Strom- oder Internet-Krise nicht mal 6 Wochen überstehen. Deshalb ist es wichtig: Ein klares Ja zur Initiative. Warum nicht zum Gegenvorschlag? Die Formulierung «Bargeld» heisst dort nicht zwingend Münzen und Noten. Im Gegenvorschlag kann Bargeld auch Digitale Währung sein. Echte Freiheit heisst für uns Schweizer: Bezahlen mit Noten und Münzen. Und das regelt nur die Initiative klar. Wir wollen frei sein, wie die Väter waren - deshalb Ja zur Initiative!


Leserbrief von Heidi Reist, Sumiwald

Der «Vedl» lehnt die Initiative ab

In Langnau zirkuliert eine Unterschriftensammlung, die künftig eine Volksabstimmung fordert, wenn Gebäude höher als drei Stockwerke werden sollen. Was nach mehr Demokratie tönt, könnte zum Killer einer erforderlichen Weiterentwicklung des Dorfs werden. Besonders betroffen wäre rückwirkend das Projekt Bahnhof Süd, das der Verein Dorfbild Langnau (Vedl) als wertvolle Erweiterung betrachtet. Die Verdichtung mit höheren
Gebäuden in unmittelbarer Nähe zum Bahnhof ist einleuchtend. Das neue Quartier ist durch die Bahngeleise vom historischen Kern abgesetzt. Besonders ärgerlich sind die «Visualisierungen» des Initianten. Die Gebäude sind dilettantisch und wohl absichtlich falsch und zu gross dargestellt. Nach einer langjährigen öffentlich breit abgestützten Planung steht das Projekt vor dem Baubeginn. Das neue Baureglement und die ZPP Bahnhof Süd wurden vom Gemeindeparlament einstimmig genehmigt. Gegen die Beschlüsse hätte ein Referendum ergriffen werden können, dieser rechtlich korrekte Weg wurde nicht beschritten. Die Forderung, das Baureglement dem Volk zu unterstellen, behindert nicht nur dieses Projekt, sondern die gesamte
Weiterentwicklung des Dorfes.


Leserbrief von Susanne Walder, Präsidentin

Verein Dorfbild Langnau

Die SRG-Initiative ist eine Mogelpackung

Es ist offensichtlich. Gewisse Kreise wollen der SRG die Mittel entziehen, um eine für sie unbequeme Berichterstattung abzuwürgen. Durch die Begrenzung der Gebühren würde unser Haushalt pro Tag 27 Rappen sparen. Da von einer finanziellen Entlastung zu sprechen, dient nur der Ablenkung. Was herauskommt, wenn Millionäre die Medien in der Hand haben und diese nur noch ihnen genehme Berichte veröffentlichen, kann man in den USA gegenwärtig eins zu eins mitverfolgen. Korruption, soziale Ungerechtigkeiten, Zerstörung
der Umwelt oder andere wichtige Themen werden ausgeblendet. Eine Ombudsstelle oder eine Beschwerdeinstanz zur Überprüfung von Programminhalten sucht man vergeblich. In einer Demokratie muss jeder bereit sein, dass seine Tätigkeit kritisch hinterfragt wird. Deshalb stimme ich bei der SRG-Initiative nein!


Leserbrief von Res Bärtschi, Lützelflüh

Undurchsichtig und unpraktikabel

Bei der Abstimmung zur Individualbesteuerung geht es um viel. Es würde einen Systemwechsel auf allen Ebenen auslösen, bei Bund, Kanton und Gemeinden. Ehepaare müssten künftig zwei Steuererklärungen einreichen. Diese zusätzlichen 1,7 Millionen Steuererklärungen schweizweit verursachen einen riesigen administrativen Mehraufwand und hohe Kosten. Es wird dann relevant, wem das Auto oder die Wohnung gehört und wie dies versteuert wird. Wer macht abzugsfähige Spenden oder wer wohnt offiziell zusammen oder eben gerade nicht. Steuerflüchtlinge bekommen Schlupflöcher. Selbst für Finanzfachleute ist
dieses neue Gesetz zu undurchsichtig, unfair und unpraktikabel. Neu werden traditionelle Familien und alleinerziehende Mütter massiv benachteiligt. Deshalb: Indi­vidualbesteuerungsgesetz: Nein.

Leserbrief von Daniel Zürcher, Emmenmatt