Gefühlt haben wir eine immer grössere Auswahl, wenn wir das prallgefüllte Kuvert mit den unzähligen Wahllisten und Namen für die kommenden Grossratswahlen vor uns liegen haben. Faktisch ist es alle vier Jahre das gleiche Ritual: Die Welt verändert sich rasant mit ihren Konflikten und auch bei uns durch Zuwanderung, Bautätigkeit, Traditionsverlust et cetera. Nur im politischen Gefüge bleibt alles beim Alten. Wehe, wenn der «Konsens» gestört wird – dann ist fertig lustig. Tradition ist Demokratie, die über die Zeit hinaus ausgedehnt wird. Das beinhaltet selbstredend auch Innovation und Fortschritt für die Zukunft. Wenn wir – selber lebenserfahren – betrachten, in welcher Welt sich unsere Grosseltern bewähren mussten und wir zu erahnen versuchen, wo unsere Enkelkinder womöglich herausgefordert werden, haben wir eine Spanne von fünf Generationen. Das ist tausendfach mehr, als die Worte derjenigen, die für weitere vier Jahre die
Geschicke für unser Leben übernehmen und uns vor der Sonne stehen: Also, nur Namen auf (leere) Listen, die für Unabhängigkeit stehen (keine Doppelmandate), Heimat und Tradition.
Leserbrief von Beat Hubschmid, Langnau