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Tom Lüthi und die kleine Krise zum WM-Auftakt

Es war nicht der Auftakt zur Motorrad-WM 2020, wie ihn sich Thomas Lüthi vorgestellt hatte. Der zweimalige Moto2-Vizeweltmeister (2016 und 2017) sowie Gesamtdritte der letztjährigen Saison belegte vergangenen Sonntag in Katar lediglich den zehnten Platz. Dieses Resultat war nicht mehr als Schadensbegrenzung. «Ich bin etwas enttäuscht. Die Ausgangslage war nach den Tests in der Vorbereitung sehr gut», berichtet Lüthi. Auf der Rennstrecke in Katar hat der Emmentaler das Vertrauen in seine Kalex-Maschine aber etwas verloren. «Wir haben bei den Einstellungen zu lange in die falsche Richtung gearbeitet und mussten für den Renntag komplett umstellen. Im Grunde haben wir von vorne begonnen.» 

Mitte Februar war die Welt für Tom Lüthi in bester Ordnung. «Die WM kann kommen», hatte er nach den ersten Testfahrten im spanischen Jerez mit Bestzeit frohlockt. Eineinhalb Wochen später, beim abschliessenden Test in Katar, schlug Lüthi, im Testranking auf Rang 13 zurückgefallen, schon leisere Töne an: «Ich hatte im Vergleich zu Jerez viel mehr zu kämpfen.» Es war daher fast ein Wunder, dass es ihm nach der Qualifikation zum Auftakt-GP nicht die Sprache verschlagen hatte. Bei der ersten scharfen Zeitenjagd blieb ihm nur Startplatz 18 – über eine Sekunde hinter dem US-amerikanischen Nobody und Polesitter Joe Roberts, der es zuvor in 41 Grand Prix auf lediglich 15 WM-Punkte gebracht hatte. «Wir haben grössere Probleme, nur wissen wir nicht, was sie hervorruft.» Lüthi redete sogar von einer «kleinen Krise».

Jürgen Lingg, Teammanger bei Intact GP, sah trotz Platz 10 beim GP einen Fortschritt. Tom Lüthis Teamkollege, Marcel Schrötter, Siebter in Katar, fehlten auf Sieger Tetsuta Nagashima 4,5 Sekunden. Lüthi selbst machte bei seiner Aufholjagd acht Positionen gut. «Gemessen an der Startposition sieht man, dass die Pace da wäre, um weiter vorn anzukommen», meinte Jürgen Lingg.

 

GP-Report von Mugello (It)

• Das Klassement des MotoGP-Rennens:
1. Tetsuta Nagashima (Jap), Kalex, 20 Runden oder 107,6 km in 40:00,192 Minuten (= 161,3 km/h: 25 WM-Punkte). 2. Lorenzo Baldassarri (It), Kalex, 1,347 Sekunden zurück (20 WM-Punkte). 3. Enea Bastianini (It), Kalex, 1,428 (16). 4. Joe Roberts (USA), Kalex, 1,559 (13). 5. Remy Gardner (Aus), Kalex, 1,901 (11). 6. Jorge Navarro (Sp), Speed Up, 2,381 (10). 7. Marcel Schrötter (De), Kalex, 4,490 (9). 8. Aron Canet (Sp), Speed Up, 4,703 (8). 9. Xavi Vierge (Sp), Kalex, 7,118 (7). 10. Thomas Lüthi (Sz), Kalex, 8,904 (6). 11. Bo Bendsneyder (Ho), NTS, 9,730 (5). 12. Marco Bezzecchi (It), Kalex, 11,410 (4). 13. Fabio di Giannantonio (It), Speed Up, 12,701 (3). 14. Jake Dixon (Gb), Kalex, 12,717 (2). 15. Stefano Manzi (It), MV Agusta, 16,208 (1). Ferner: 23. Jesko Raffin (Sz), NTS, 34,664. – 29 Fahrer gestartet, 25 klassiert. – Schnellste Runde: Nagashima, 8. Runde in 1:58,136 Minuten (= 163,9 km/h).

• Qualifikation (= Startaufstellung), Q2:
Q2: 1 Roberts, 1 Runde oder 5,380 km in 1:58,136 Minuten (= 163,9 km/h). 2 Luca Marini (It), Kalex, gleiche Zeit. 3 Bastianini 0,107 Sekunden zurück. 4 Navarro 0,180. 5 Bendsneyder 0,274. 6 Gardner 0,321. 7 Bezzecchi 0,377. 8 Martin 0,396. 9 Baldassarri 0,446. 10. Vierge 0,490. Ferner: 18 Lüthi 1,148. 22 Raffin (Q1) 0.810 (auf Q1-Sieger Schrötter). – In der Moto2 ist die Qualifikation zweigeteilt. An Q2 nehmen die 18 besten Fahrer der drei ersten freien Trainings teil plus die vier Schnellsten von Q1, welches zuvor vom Rest des Feldes gefahren wird. 

• WM-Zwischenklassement (nach 1 von 20 Rennen): 1. Nagashima, 25 Punkte (1 Sieg). 2. Baldassarri 20. 3. Bastianini 16. 4. Roberts 13. 5. Gardner 11. 6. Navarro 10. 7. Schrötter 9. 8. Canet 8. 9. Vierge 7. 10. Lüthi 6. 11. Bendsneyder 5. 12. Bezzecchi 4. 13. Di Giannantonio 3. 14. Dixon 2. 15. Manzi 1.

• Nächster GP: 5. April in Austin/Texas (USA).


12.03.2020 :: Werner J. Haller
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