Andro Kaderli wurde teamintern als bester Spieler gewählt und durfte die königliche Robe anziehen. / Bild: zvg
Eishockey: Andro Kaderli durfte sich bei Leksands IF erstmals mit der königlichen Robe kleiden. Seine Mitspieler hatten ihn nach dem 1:0-Sieg gegen Rögle zum besten Spieler gewählt.
Es ist ein weit verbreitetes Ritual in vielen Mannschaftssportarten, dass die Teams nach einem Spiel in der Garderobe ihren eigenen Star bestimmen. Diesem wird für die gebotene Leistung eine spezielle Jacke, ein Feuerwehrhelm oder ein anderes mehr oder weniger originelles Zeichen der Anerkennung überreicht. Beim schwedischen Club Leksands IF ist es eine königliche Robe.
«Das war typisch Andro»
Dieser Kittel wurde Andro Kaderli über die Schultern geworfen, als
Dank für die spektakuläre Vorbereitung des 1:0-Siegestor im Heimspiel gegen Rögle. Der 20-jährige Emmentaler umkurvte in der Abwehrzone des Tabellendritten elegant drei Gegner und bediente mit einem Musterpass Alexander Lundqvist, der den entscheidenden Treffer erzielte. «Das war typisch Andro», meinte Lundqvist. «Er ist kaum aufzuhalten, wenn er einmal in Schwung gekommen ist. Er ist wie ein riesiger Schweizer Berg, auf den man zufährt, aber nicht an ihm vorbeikommt.»
Bemerkenswert, wer beim Game-Winning-Goal von Leksands auf dem Eis stand: Andro Kaderli 20-jährig, Shutout-Goalie Marcus Gidlöf (20), Verteidiger und Junioren-Weltmeister Victor Johansson (19), der norwegische Mittelstürmer und Spielmacher Tinus Koblar (18), Alexander Lundqvist (24) sowie der 30-jährige Topskorer Peter Cehlarik, vor vier Jahren Olympiadritter mit der Slowakei.
In der schwedischen Liga sind 39 von 52 Qualifikationsrunden ausgetragen. Leksands IF liegt 13 Runden vor Schluss mit 38 Punkten auf dem 14. und damit letzten Rang. Aktuell müsste die Mannschaft zur Best-of-7-Playoutserie gegen HV71 antreten.
Leader in Sachen Intensität
«Es gibt allerdings einen grossen Unterschied zu unserer National League», betont der ehemalige SCL Young Tigers-Flügelstürmer. «In Schweden steigt der Verlierer des Playout direkt und ohne weitere Chance in die Zweitklassigkeit ab.» Um keine Abstiegssorgen zu haben, müsste Leksands auf Platz 11 oder 12 vorstossen. Auf diesen Positionen liegen Örebro HK und Linköping HC mit einer Reserve von je zehn Punkten auf Leksands IF. «Das wird schwierig», macht sich Andro Kaderli nichts vor. «Bis jetzt waren wir einfach zu wenig konstant und gaben zu viele Spiele und damit auch Punkte aus der Hand. Wir benötigen dringend eine Erfolgsserie.» Wenn es um Intensität, Körpereinsatz, Biss und Härte geht, dann gehört der Flügelstürmer aus Häusernmoos zu den Leadern der Mannschaft. Mit 48 Bodychecks ist er die Nummer 8 in der schwedischen Liga und die Nummer 1 bei Leksands. Kaderlis Vertrag läuft noch bis 2028, ist aber nur für die oberste Liga gültig. Und was geschieht im Falle eines Abstieges? «Damit beschäftige ich mich nicht. Jetzt wollen wir retten, was noch zu retten ist.»