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Erhebt eure Häupter

In der zweiten Adventswoche ist uns ein Vers aus dem Lukasevangelium ans Herz gelegt (21,28): «Seht auf und erhebt eure Häupter, weil sich eure Erlösung naht.» Wie Untergrundsliteratur liest sich das 21. Kapitel dieses Evangeliums mit der Beschreibung von Zeichen des Weltendes und dem Kommen des erlösenden Menschensohnes. Trost für eine kleine Schar, die nicht mit der Welt kompatibel ist, weil sie sich weigert, beim Trendigen mitzumachen und den herrschenden Mächten bedingungslos zu dienen. Ist nicht auch heute eine Schar von Menschen da, die standhalten in den Wirrnissen der Zeit, die nicht erstarren angesichts der Unsicherheiten, die sich nicht am Tod und seinen Verbündeten orientieren, sondern am Gott des Lebens festhalten? Müssten nicht alle zu dieser Schar gehören, die seit ihrer Taufe das Zeichen des Kreuzes Christi auf ihrer Stirn tragen? Ich sehe da nicht abgebrühte Helden vor mir, eher eine Schar von Hiobsgestalten, von Menschen, die in der Tiefe an ihrem Gott festhalten, die manchmal an ihrem Gott verzweifeln und sich doch mit ihren Klagen und ihrer Wut an ihn und keinen andern wenden, die im Erleiden der Schicksalsschläge ihr Horn in den Staub gesenkt haben und doch gewiss sind: «schon jetzt ist im Himmel mein Zeuge und mein Bürge in der Höhe» (Hiob 16,19). Ist nicht gerade an diese Menschen die adventliche Aufforderung zum Aufschauen gerichtet? Sind nicht gerade sie es, die ihre Häupter erheben sollen, weil sich ihre Erlösung naht? Haben nicht wir alle Anteil an dieser christusgestaltigen Schar, indem wir Gott in Demut bitten: Lass uns teilhaben an Christi Leib und Blut und lass uns eins werden durch den Heiligen Geist. Erbarme dich über uns und gib uns Teil am ewigen Leben in der Gemeinschaft mit den Aposteln und Märtyrern und allen Heiligen, dass wir dich loben und preisen durch deinen Sohn Jesus Christus.

13.12.2018 :: Ursula Trösch, ref. Pfarrerin, Huttwil

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