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Der Tag X – endlich ist er da!

Ende Mai ging für meinen Club Turbine Potsdam die Saison zu Ende. Direkt rückte ich ins Trainingslager der Schweizer Frauennati ein, wo wir uns auf das Länderspiel gegen England vorbereiteten. Zum ersten Mal überhaupt wurde ein Testspiel im Schweizer Fernsehen direkt übertragen, doch wir konnten die Chance nicht nutzen, die vielen Zuschauerinnen und Zuschauer am Fernsehen und die 2000 Fans in der Tissot Arena für uns zu begeistern. Gegen den starken Dritten des Welt-Rankings verloren wir sang- und klanglos mit 0:4. Die Britinnen waren unserem jungen Team körperlich und mental stets einen Schritt voraus. Es zeigte sich, dass wir unsere (damals verletzten oder geschonten) Leistungsträgerinnen Lara Dickenmann, Ramona Bachmann, Caroline Abbé und Martina Moser im Ernstkampf unbedingt brauchen. Wir Spielerinnen versuchten, die Schlappe möglichst schnell zu vergessen und den Kopf frei zu kriegen. Ich habe die zwei fussballfreien Wochen bei meiner Familie und Freunden in Langnau verbracht und genossen. So kann ich immer am allerbesten abschalten. Wie immer, wenn man Ferien hat, verging aber auch diesmal die Zeit im Fluge. Schon mussten wir ins dreiwöchige EM-Vorbereitungslager in Magglingen und Bad Zurzach einrücken, wo wir an unserer Ausdauer, der Schnelligkeit und der Mannschaftstaktik feilten. Dazu gehörten auch die Video-Analysen unserer Gegner. Die grösste Herausforderung in unserer Gruppe ist Frankreich, der Zweite der Fifa-Weltrangliste. Unser Ziel ist es, die Gruppenphase zu überstehen. Das schaffen wir nur, wenn wir uns in den zwei Partien zuvor gegen Österreich und Island durchsetzen können. Besonders Austria ist ein unangenehmer Gegner. Die Österreicherinnen können – ähnlich wie die Engländerinnen – ein brutales Angriffspressing aufziehen. Sie sind aber anfällig auf Konter – mit langen Bällen in die Tiefe kann man sie aushebeln. Hier liegt der Schlüssel zum Erfolg im Startspiel zu unserer WM-Kampagne in Holland. Wenn Sie diese Zeilen lesen, ist das Österreich-Spiel bereits Vergangenheit. Meine hoffnungsvollen Zeilen – natürlich glaube ich an einen Sieg – haben sich dann entweder bestätigt oder sind Makulatur. Jetzt, wo ich diese Zeilen schreibe, steigt die Anspannung. Es ist schwer, noch an was anderes zu denken und zum Beispiel eine Kolumne zu schreiben. Der Fokus liegt auf diesem Turnier und jedem einzelnen Spiel. Kein Gegner darf unterschätzt werden. Es gibt zwar Favoriten und Underdogs, aber an einem Turnier ist alles möglich. Das Tolle: Es ist EM-Endrunde und wir sind dabei. Diese Chance wollen wir packen. Ob wir’s schaffen? Ich lade Sie ein, die Spiele live auf SRF1 / SRF2 zu verfolgen und uns aus der Ferne zu unterstützen: 22.Juli, Island – Schweiz und 26. Juli, Schweiz – Frankreich.

20.07.2017 :: Lia Wälti Langnau
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