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Guten Morgen, liebe Sorgen?

Kennen Sie noch dieses Lied? «Guten Morgen, liebe Sorgen, seid ihr auch schon alle da; habt ihr auch so gut geschlafen, na dann ist ja alles klar.» In dem Lied wird ein Tag beschrieben, an dem alles schief geht. Kein wirklich lustiges Lied - aber es greift doch ein Thema auf, das den meisten von uns wohlvertraut ist: Sorgen. Einerseits ist kummervolles besorgt sein mit dem Begriff Sorge umschrieben. Es meint aber auch das fürsorgliche, liebevolle Kümmern. Über das Sorgen-Machen schweigt auch die Bibel nicht: «Seid nicht besorgt für euer Leben, was ihr essen und was ihr trinken sollt, noch für euren Leib, was ihr anziehen sollt. Trachtet aber zuerst nach dem Königreich (der Himmel) und nach seiner Gerechtigkeit, und dies alles wird euch hinzugefügt werden. Ein jeder Tag hat an seiner eignen Plage genug (aus Matthäus 6).» Welch gewaltigen Worte! Glauben im Sinne von «auf Gott vertrauen» und sich Sorgen machen, das scheint nicht zusammenzupassen. Das empfinde ich als sehr heraus­fordernd! Warum ist das Sich-nicht-Sorgen aber eigentlich so schwierig? Wenn ich mich intensiv kümmere, wenn ich mit vollem Einsatz für etwas sorge, damit es auch klappt, dann ist die Grenze zum Sich-Sorgen-Machen sehr durchlässig! Denn das ist ja in dem Bibeltext nicht gemeint: dass ich mich einfach um nichts kümmere und ich einfach alles laufen lasse. Es gilt demnach, gute Vorsorge von übertriebenem Sich-Sorgen-Machen zu unterscheiden. Im 1. Petrusbrief heisst es: «All eure Sorge werft auf Gott, denn er sorgt für euch.» Das bedeutet: Es gibt zwar Dinge, die uns Sorgen machen, aber es gibt auch einen Ort, eine Richtung für unsere Sorgen: dieser Ort ist Gott. Ihm sollen wir unsere Sorgen anvertrauen im Vertrauen darauf, dass er uns versorgt. Ähnlich wie Dietrich Bonhoeffer möchte ich es zum Abschluss so formulieren: Wir dürfen aus unseren Sorgen Gebete werden lassen.

13.02.2025 :: Silke Mattner