Das Volk stimmt über zwei «sportliche» Kredite ab

Das Volk stimmt über zwei «sportliche» Kredite ab
Das heutige Schwimmbad Schüpfheim soll fit gemacht werden für die nächsten rund 30 Jahre. / Bild: Beat Brechbühl
Schüpfheim: Der Gemeinderat informierte die Bevölkerung über zwei Vorhaben, über die bald abgestimmt wird: Die Sanierung des Schwimmbades und der Neubau eines Kunstrasenfelds.

Die geplante Gesamtsanierung des Schwimmbads Schüpfheim sei ein zukunftsweisendes Projekt, das die Infrastruktur modernisieren und den Freizeitwert der Anlage steigern soll. Dies erklärte Gemeindepräsident Hanspeter Staub an der Orientierungsversammlung von Anfang Woche an der von der Bevölkerung kaum Fragen gestellt wurden. Die Arbeiten umfassen die Erneuerung der Beckenanlagen, eine zeitgemässe Gestaltung der Gebäude sowie die Modernisierung der Wasser- und Haustechnik. Über den dafür notwendigen Sonderkredit von 7 Millionen Franken befindet die Stimmbevölkerung am 30. März 2025 an der Urne.


Neue Attraktion «Crazy Jump»

Nach der Eröffnung 1963 und einer Gesamtsanierung 1991 sei die Infrastruktur des Bads teilweise am Lebensende, begründete Toni Portmann, Präsident der Planungskommission, die Sanierung. Besondere Schwerpunkte des Projekts seien die nachhal­tige Materialwahl und eine zukunftsorientierte Bauweise. So würden die Becken mit langlebigem Chromstahl ausgekleidet, was nicht nur die Lebensdauer verlängere, sondern auch die Unterhaltskosten reduziere. Die Integration einer Photovoltaikanlage und der Anschluss an den Wärme­verbund Schüpfheim stellten sicher, dass das Schwimmbad weitgehend auf erneuerbare Energien setzen könne. «Mit einem modernen Nichtschwimmerbereich, neuen Attraktionen wie der Sprung-Rutsche ‹Crazy Jump› im Springerbecken und einer optionalen Breitwasserrutsche, die durch die Genossenschaft Schwimmbad Schüpfheim finanziert werden soll, bieten wir der Bevölkerung auch einiges Neues», freut sich Toni Portmann.


Touristischer Mehrwert

Gemeindepräsident Hanspeter Staub hob hervor, dass die Investition eine Chance darstelle, eine zentrale Freizeiteinrichtung für die kommenden 30 Jahre zu sichern. Mit der geplanten Sanierung erhalte Schüpfheim
ein modernes Schwimmbad, das zudem einen wichtigen Beitrag leiste zur Attraktivität der Gemeinde, zur Lebensqualität ihrer Bewohnerinnen und Bewohner und für den Sommertourismus in der Region. Nach der Abstimmung, ergänzte die zuständi-ge Gemeinderätin Daniela Portmann, würden die notwendigen Massnahmen zur Finanzbeteiligung aufgegleist. So würden Stiftungen und Fonds, aber auch Nachbargemeinden, welche von dieser Investition profitierten, angefragt. So oder so – die Gemeinde verkrafte diese Investition, wie auch jene in die erweiterte Sportanlage Moosmättili (siehe Kasten rechts). Eine Steuererhöhung stehe nicht zur Diskussion. Nach Abschluss der Detailplanung und Ausschreibung im Jahr 2026 soll der Baubeginn im Herbst desselben Jahres erfolgen, so dass das moder­nisierte Schwimmbad im Mai 2027 wieder eröffnet werden kann.

Bessere Trainingsgelegenheiten dank Kunstrasen

Die Sportanlage Moosmättili ist knapp 30 Jahre alt. Intensiv genutzt von mehreren Vereinen sei sie und von regionaler Bedeutung, wie Gemeinderat Reto Zemp am Orien-tierungssanlass erklärte. Jetzt soll die Anlage durch einen witterungs-unabhängigen Kunstrasenplatz erweitert werden. Der Sonderkredit von 3,1 Millionen Franken – der FC Schüpfheim beteiligt sich mit 150´000 Franken am Kunstrasen – kommt am 30. März an die Urne. Angesichts der steigenden Auslastung der heutigen Sportanlage und der fehlenden Kapazitäten, insbe-sondere seit dem Verlust des Fussballplatzes bei der Almatec AG. Das Projekt sehe, erklärte Reto Zemp weiter, die Erstellung eines Kunstrasenspielfelds mit einer Abmessung von 64 mal 104 Metern vor. Die Lage des Spielfeldes würde so angeordnet, dass ein möglichst grosser Abstand zum Wohnquartier eingehalten werde.


Für Vereine und Schule

Das neue Spielfeld sichere dem Fussballclub Schüpfheim, wie auch den anderen Vereinen und den Schulen den notwendigen Raum für den Spiel- und Trainingsbetrieb, führte Reto Zemp aus. Zudem könnten dadurch die Belegungen der Sporthallen durch den Fussballclub in den Winter- und frühen Frühlingsmonaten reduziert werden, was Vereinen mit Hallensportarten zugutekomme. Die Erweiterung sei direkt angrenzend an den bestehenden Sportplatz vorgesehen. 

Die Bevölkerung hat an der Gemeindeversammlung im Juni 2023 einer Ein- und Umzonung in die Zone für öffentliche Zwecke zugestimmt und die nicht erledigten Einsprachen seien abgewiesen worden. Die von den einsprechenden Anwohnern gegen diesen Zonenplanentscheid der Gemeindeversammlung ergriffene Verwaltungsbeschwerde habe mit einer einvernehmlichen Vereinbarung geregelt werden können, war an der Orientierungsversammlung zu erfahren.


Geregelte Betriebszeiten

Das Kunstrasenfeld stehe werktags ab 07.30 Uhr bis 22.00 Uhr für den Sport zur Verfügung. Während Schulferien und an Wochenenden gelte für das Kunstrasenfeld eine Mittagspause von 12.00 bis 13.00 Uhr. Für Trainings könne das Feld auch am Samstag bis 17.00 Uhr genutzt werden. Ausserordentliche Belegungen wie Fussballspiele, sonstige sportliche Veranstaltungen oder kulturelle Anlässe seien gemäss Zemp auf dem Kunstrasenfeld auf die Wochenenden beschränkt: Pro Jahr könnten an maximal 20 Wochen-end- und Feiertagen ausserordentliche Belegungen auf dem neuen Feld bewilligt werden. «Diese Eckpunkte wurden mit den Beschwerdeführenden gegen die Zonenplanänderung zur Erweiterung der Regionalen Sportanlage Moosmättili ausgehandelt», berichtete Zemp. Die Fertigstellung der Erweiterung sei für den Frühling 2026 geplant.

20.03.2025 :: Daniel Schweizer (sdl)