Bei Irène Jörg und Peter Scheidegger hat jedes Lama einen Namen. / Bild: Pedro Neuenschwander (pnz)
Schüpbach: In der Reithallen-Arena konnten prächtige Alpakas und Lamas bestaunt werden. Mit von der Partie war das Züchterpaar Irène Jörg und Peter Scheidegger aus Lützelflüh.
Die Alpaka-Schau Bern gehört zu den grössten Events in der Schweiz, bei denen Züchter ihre Tiere der Jury sowie dem Publikum präsentieren können. Dabei werden verschiedene Auszeichnungen vergeben. Erstmals dabei waren dieses Jahr Lamas. Lamas wurden in der Schweiz in den 1970er-Jahren eingeführt. Ursprünglich aus Südamerika stammend, wurden sie zunächst als exotische Tiere gehalten, doch bald erkannte man ihren praktischen Nutzen. «Seit den 1990er-Jahren hat sich die Lama-Zucht etabliert, heute gibt es zahlreiche Halter und Züchter insbesondere in ländlichen Regionen», sagt Peter Scheidegger. «Das Lama mit seinen charakteristisch bananenförmigen Ohren ist leicht vom Alpaka zu unterscheiden. Es gehört zur Ordnung der Paarhufer und ist Wiederkäuer», führt Scheidegger aus.
Gute Landschaftspfleger
«Vor genau 20 Jahren suchten wir eine Lösung, um unsere Hostett zu pflegen, damit wir nicht immer Gras mähen mussten», sagt Irène Jörg. Lamas eignen sich gut zur Beweidung von schwierigen Geländen, da sie selektiv fressen und wenig Trittschäden verursachen. So kamen die beiden auf die Idee, Lamas anzuschaffen. Lamas erreichen ein Durchschnittsgewicht von 120 bis 160 Kilogramm und können bis 20 Jahre alt werden. «Bei uns hat jedes Tier einen Namen. Zudem dürfen sie bei uns auch den Lebensabend bestreiten, kein Tier muss zum Metzger», erklärt Jörg. Über den Winter weilen die Tiere in der Hostett an der Emme, im Sommer weiden sie auf verschiedenen Eggen in der Region. Gras, Heu und Mineralstoffe ist die Futterbasis.
Wolle wird genutzt
Lamas sind robuste Tiere, benötigen jedoch eine artgerechte Haltung. Ein trockener Unterstand als Schutz vor der Witterung ist elementar. «Lamas sind Herdentiere und sehr sozial, jedoch keine Kuscheltiere.» Sie sollten nicht allein gehalten werden. «Einmal im Frühjahr scheren wir die Wolle», sagt die Lama-Besitzerin. Dabei seien sie in der glücklichen Lage, dass eine Bettwarenfabrik in Kehrsatz die gewaschene und gekardete Wolle in Bettdecken verarbeitet. Ebenso wichtig sei die regelmässige Nagelpflege. «Unser Ziel ist es, die Tiere den Leuten näherzubringen», führt Scheidegger aus. «So bieten wir regelmässig den gut besuchten Ferienpass an.» Für die Kinder sei es immer ein spezieller Spass, die Tiere kennenzulernen und an Halfter auf Wander- und Trekking-Tour gehen zu dürfen. Auch für Schulen und Firmen gibts Angebote. Lamas sind gute Begleiter für Wanderungen, da sie bis zu 20 Kilogramm Gepäck tragen können. Dank ihres ruhigen Wesens kann man sie auch für therapeutische Spaziergänge einsetzen, etwa für Kinder oder Menschen mit besonderen Bedürfnissen.
Guten Noten von den Richtern
An der Alpaka- und Lama-Show vom letzten Wochenende in Schüpbach präsentierten Irène Jörg und Peter Scheidegger 15 Lamas. «Die Richter aus Neuseeland hatten grosse Freude an unseren Tieren», sagt Scheidegger am Ende des Tages stolz. Fünf Hauptpreise inklusive «Best of Show» wie auch die besten Auszeichnungen für den Hindernis- und Trekkingparcours gingen an das heimische Züchterpaar.