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Ein bisschen Frieden, ein bisschen Freude...

Einige können sich vermutlich an ein Lied erinnern, das vor etwa 40 Jahren viele Fans begeisterte. Von einer jungen Sängerin gesungen, wurde es europaweit bekannt und gewann sogar den Eurovision Song Contest. Die einen behaupten, das sei eine Schnulze, andere schauen in die Welt und sagen sich heute noch: «Das wäre allzu schön, wenn nur ein bisschen Frieden und Freude auf unserer Welt Fuss fassen könnten.» Da gibt es die verschiedensten Auseinandersetzungen weltweit und oft auch in der Nähe. Liegt die Lösung wirklich darin, dass überall Kameras in-stalliert werden, die alles festhalten und überwachen? «Die Verbrecher und Unruhestifter können schnell aufgedeckt werden!», sagen die einen. Andere sind skeptisch, weil wir Menschen nicht mehr frei sein können. Die Frage, ob dies ein bisschen Frieden und Freude bringt, wird gar nicht gestellt. Vielleicht darf sie gar nicht gestellt werden. Sehr vieles können und möchten wir gar nicht mehr missen. Jedoch
als einfacher Bürger stehe ich manchmal ohnmächtig solchen Entwicklungen gegenüber. Wenn ich ein Wahrsager wäre und das Rad der Zeit um 2000 Jahre zurückdrehen könnte, würde ich gerne Jesus von Nazareth persönlich die Frage stellen: «Was hast du gemeint, als du gemäss dem Johannesevangelium gesagt hast: ‹Meinen Frieden gebe ich euch; nicht einen Frieden, wie die Welt ihn gibt›?» Ist diese Zusage bei uns noch nicht angekommen? Ist es eine Zusage, die auf dem steinigen Boden dieser Welt – ich meine unter anderem den Egoismus – weder ankommen noch wachsen kann? Die Antwort müssen wir in unserem Alltag geben – wo immer wir
leben und Einfluss nehmen können. Trotz allem: Ein bisschen Frieden, ein bisschen Freude – das wünsche ich allen Leserinnen und Lesern dieser Zeilen.



23.05.2019 :: Jakob Zemp, Wallfahrtspriester, Heiligkreuz im Entlebuch, Schüpfheim

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