Es gedeiht und blüht wieder! Und ich erinnere mich an folgende Begebenheit: Zum 50. Geburtstag bekam ich eine wunderschöne Azalee geschenkt, für die ich einen guten Platz im Garten neben einem Baum gesucht habe – ich hegte und pflegte sie und bewunderte ihre orangefarbigen Blüten. Im nächsten April kam sie mir wieder in den Sinn. Ich ging zum Beet - und sie war verschwunden... einem Fadenmäher zum Opfer gefallen... Ich entdeckte nur noch winzig kleine Äste, die noch so etwa zwei Zentimeter über den Boden ragten, aber: mit winzigen Trieben! Ich baute ein Absperrgitter um meine Azalee, schützte sie gegen Wind und Wetter und sorgte dafür, dass sie ausreichend Wasser bekam. Und sie wuchs wieder! Sie wurde gross und grün, nur leider blühte sie nicht mehr. Erst als ich sie im Jahr darauf umgepflanzt habe, mit einer
Extraportion Dünger, begann sie wieder zu blühen. Für mich ist diese Blume zu einem Bild geworden für mein eigenes Leben. Es gibt Zeiten, da scheint alles zu Ende zu sein, da scheint alles abgeschnitten zu sein, da scheint alles wie tot zu sein. Aber dieses neue Leben, das da entstanden ist aus dieser Azalee, das hat mir neue Hoffnung gemacht! Es hat mich erinnert an einen Satz aus dem Alten Testament, vom Propheten Jesaja. Er sagt hier über Gott: «Er, Gott, wird das geknickte Rohr nicht zerbrechen und er wird den glimmenden Docht nicht auslöschen.» Das macht mir Mut für die Zukunft, für mein eigenes Leben, aber auch dann, wenn ich die ganze Weltsituation anschaue. Manchmal scheint es hoffnungslos zu sein, manchmal scheint so vieles wie abgeschnitten zu sein, dem Boden gleich. Es hat mir Hoffnung gemacht, dass neues Leben möglich ist, dass Gott da, wo alles hoffnungslos aussieht, wieder neues Leben wachsen lassen kann. Das zu erleben, das wünsche ich mir für mich selber, für Sie und für die ganze Situation in der Welt.